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Potsdam Polizei bricht Suche nach vermisstem Mädchen ab
Lokales Potsdam Polizei bricht Suche nach vermisstem Mädchen ab
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17:11 22.10.2019
Die Taucher haben am Donnerstag die Suche nach dem vermisstem Mädchen abgebrochen. In der Neuen Fahrt hat man nichts gefunden. Quelle: Friedrich Bungert
Innenstadt

Die Polizei hat am Donnerstagnachmittag die Suche nach dem Mädchen vorerst abgebrochen, dessen persönliche Sachen am Mittwochmorgen am Ufer der Havel gefunden wurden. Über den Fortgang der Suche werde am Freitagmorgen entschieden, sagte Polizeisprecherin Juliane Mutschischk am Abend der MAZ. Man hoffe auf Hinweise aus der Bevölkerung und Ermittlungsergebnisse der Kriminalpolizei, die mit Hochdruck die üblichen Kontakte des Mädchens abprüft. Die Suche war am zweiten Tag der Suche mit einem Hubschrauber, einer Drohne, zwei Polizeibooten und sechs Tauchern fortgesetzt worden. Insgesamt waren 50 Polizisten im Einsatz.

Die Polizei bestätigte der MAZ gegenüber den Fund eines Briefes am Ufer der Neuen Fahrt; ob er von dem Mädchen stammt, sagte Polizeisprecherin Juliane Mutschischk nicht. Die PNN zitierten einen Rollstuhlfahrer, der in den nächtlichen Morgenstunden die Sachen des Mädchens „aufgereiht“ am Ufer gefunden haben will und etwas davon entfernt einen Brief mit Absender und Adresse. Die Sprecherin bestätigte der MAZ auch den Fund von Kleidungsstücken und einer Tasche auf einer Ufermauer. Der Brief sei „ein Stück weit entfernt davon“ gefunden worden: „Es ist kein Abschiedsbrief.“ Ob er überhaupt von Britney stammt, wollte Mutschischk nicht sagen. Zwei Personen hätten den Fund der Sachen gegen 7 Uhr am Mittwochmorgen bei der Polizei gemeldet.

Taucher suchen den ganzen Tag

Die Taucher hatten den ganzen Tag damit zu tun, die Neue Fahrt abzusuchen, sagte Einsatzleiter Uwe Czerny (48). Im Hauptarm der Havel zwischen Freundschaftsinsel und Bahnhof ist die Strömung relativ stark, was die Taucher allerdings auch vor Trübstoffen im Wasser bewahrt. „Der Untergrund ist fest und gut abzutasten“, sagte Czerny der MAZ.

Tauchleiter Uwe Czerny: Der Polizeihauptkommissar kommt aus Jüterbog; sein Team ist aber in Potsdam stationiert. Quelle: Rainer Schüler

Die Sichttiefe liege bei etwa einem Meter; die Wassertemperatur bei „idealen 12 bis 14 Grad“. Gesucht werde im Halbkreis-Verfahren: Der von Land her angeleinte Taucher sucht wie ein Scheibenwischer den Boden ab; er bekommt immer mehr Leine; der Radius wird größer.

Am Tag 2 der Suche nach der verschwundenen Britney aus Kenia hat die Polizei ihre Kräfte nochmal aufgestockt. Nachdem am Mittwoch zwei Taucher im Einsatz waren, sind es nun sechs.

Nach Angaben der Weißen Flotte ist die Havel zwischen 1,80 und 2,50 Meter tief. Der Schiffsverkehr läuft bislang planmäßig. Flottenchef Jan Lehmann steht im ständigen Kontakt mit der Einsatzleitung der Polizei und bekommt Zeitfenster, in denen er Schiffe durch die Neue Fahrt schicken kann, zur Schlösserrundfahrt etwa: „Wir verkaufen fleißig Karten.“ Die Alte Fahrt als Ausweichstrecke zu nehmen, ist zum Einen verboten und zum Anderen nicht möglich, weil sich die Lange Brücke in Richtung Landtag (Stadtschloss) schon so weit neigt, dass die Schiffe nicht mehr drunter durch passen. Sollte das Mädchen tatsächlich im Wasser sein, glaubt Lehmann, dass sie längst nicht mehr in der Neuen Fahrt ist.

Im Nuthepark an der Neuen Fahrt gegenüber dem Hauptbahnhof hatten Passanten am Mittwochmorgen gegen 7 Uhr eine Tasche des Mädchens gefunden, doch bislang deutet nichts auf ein Verbrechen, einen Suizid oder einen Unfall hin. Die 15-jährige Britney N. aus Kenia hatte ihr Elternhaus in Drewitz am Dienstagabend gegen 22 Uhr nach einem Streit mit der Mutter verlassen.

Gefahr für Leib und Leben nicht auszuschließen

Da eine Gefahr für Leben und Gesundheit des Mädchens nicht auszuschließen sei, bittet die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe. Die Vermisste ist etwa 1,60 Meter groß, schlank, hat dunkle Hautfarbe und braune schulterlange Haare. An dem Tag ihres Verschwindens war sie mit einem weißen T-Shirt und blauer Jeans bekleidet. Bislang gibt es Mutschischk zufolge erst zwei Hinweise aus der Bevölkerung, die den Ermittlern aber nicht weitergeholfen hätten.

Der Helikopter der Polizei hat hochauflösende Kameratechnik an Bord. Quelle: Rainer Schüler

Am Mittwoch waren rund 60 Polizisten an der Suche beteiligt. Zeitweilig war ein Hubschrauber im Einsatz. Mehrere Taucher suchten den Fluss ab, zwei Hunde durchstreiften die Uferbereiche. Die Wasserschutzpolizei hatte zwei Boote im Einsatz.

Von Rainer Schüler

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