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Potsdam Jungfernsee-Prozess: Täter beantragen Revision
Lokales Potsdam Jungfernsee-Prozess: Täter beantragen Revision
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00:22 17.05.2019
Der Bundesgerichtshof in Leipzig. Quelle: Ulrich Wangemann
Potsdam

Im Prozess um den nächtlichen Überfall auf eine Familie in ihrem Haus am Jungfernsee haben die drei zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilten Männer Revision beim Bundesgerichtshof beantragt. Damit ist das vor zwei Wochen von der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Potsdam gefällte Urteil nicht rechtskräftig. Darüber informierte Gerichtssprecher Sascha Beck die MAZ.

Die Haupttäter sitzen seit mehr als anderthalb Jahren in U-Haft

Demnach bleiben die beiden Haupttäter Jorge H. (23) und John R. (26), die Ende Juli 2017 in das Haus eingebrochen, die Familie bedroht, verletzt und beraubt hatten, bis auf Weiteres im Gefängnis – sie hatten bis zur Urteilsverkündung bereits seit mehr als anderthalb Jahren in Untersuchungshaft gesessen. Jorge H., der der Polizei mehrfach einschlägig bekannt ist und sich wegen eines zweiten schweren Einbruchs zu verantworten hatte, wurde zu neun Jahren und sechs Monaten verurteilt. John R. bekam acht Jahre und sechs Monate. Der Drahtzieher des Überfalls, Florian G. (32), soll nach Ansicht der Potsdamer Richter fünf Jahre hinter Gitter – er ist auf freiem Fuß. Einen vierten Angeklagten sprach das Gericht frei.

Ein erneuter Auftritt vor Gericht bleibt der betroffenen Familie erspart

Den Verurteilten stand in diesem Fall nur das Rechtsmittel der Revision zur Verfügung. Bei der Revision überprüft ein übergeordnetes Gericht – hier der Bundesgerichtshof in Leipzig – ein gerichtliches Urteil ausschließlich in rechtlicher Hinsicht. Beim Rechtsmittel der Berufung hingegen wird ein Urteil auch in tatsächlicher Hinsicht überprüft, das heißt, dass das Berufungsgericht gegebenenfalls eine Beweisaufnahme wiederholen und erneut Zeugen anhören, den Fall also neu aufrollen muss. Ein weiterer Auftritt vor Gericht bleibt der betroffenen Familie, die detailliert von ihrem Martyrium berichtet hatte, also erspart.

Von Nadine Fabian

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