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Potsdam Heute ist der klügste Tag des Jahres
Lokales Potsdam Heute ist der klügste Tag des Jahres
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12:11 14.06.2014
Uni Potsdam
Innenstadt

„Bist du einer der Jungen aus dem Zirkus?“, fragt Thisbe, sehnsüchtig an die Mauer gelehnt. Doch der Junge auf der anderen Seite der Barrikade weist sie schroff ab. „Unsere Häuser sind wie Feuer und Wasser.“ Ob die antiken Sagengestalten Pyramus und Thisbe oder Julius und Octavia doch noch zusammenfinden, erfahren die Besucher beim Potsdamer Tag der Wissenschaften. Das Stück junger Altphilologen der Universität Potsdam beweist mühelos, dass Mythen und Motive des Antike bis in unsere Tage fortwirken.

Potsdamer Tag der Wissenschaften

Wonach suchen Geologen im Himalaya? Wie leben Polarforscher in der Arktis? Und was machen Landschaftsplaner im Kohletagebau? Am Potsdamer Tag der Wissenschaften verwandelt sich die Wiese auf dem Uni-Campus Am Neuen Palais in ein großes Forschungscamp. Wissenschaftler der Universität und von 25 Forschungseinrichtungen Brandenburgs zeigen ihren Arbeitsalltag jenseits der Institutsmauern. Die Communs gegenüber stehen für Vorlesungen aus Philosophie und Geschichte, Jura und den Naturwissenschaften offen. Rund um die Hochschulambulanz dreht sich alles um Gesundheit, Sport und richtige Ernährung. Und unter dem Motto „Jedes Kind ist anders“ informieren Pädagogen darüber, wie Kinder besser Rechnen, Schreiben und Lesen lernen können.

Tag der Wissenschaften am Sonnabend, 14. Juni, 14 bis 21 Uhr. Der Besuch ist kostenfrei.

» Das Programm und weitere Infos unter potsdamertagderwissenschaften.de

War der erste Tag der Wissenschaften 2013 eher ein in den Nachmittag vorverlegter Ableger der „Langen Nacht der Wissenschaften“, geht Potsdam diesmal noch deutlicher seinen eigenen Weg. Die von der Märkischen Allgemeinen Zeitung präsentierte Großveranstaltung wurde bewusst auf einen Campus konzentriert.

Die Chance am Schopf packen möchte auch der Präsident der Technischen Hochschule Wildau (Dahme-Spreewald), László Ungvári. Seine Einrichtung ist erstmals dabei: „Studierendenwerbung ist einer unserer wichtigsten Aufgaben.“ Er ist zuversichtlich, dass Präsentationen wie der 3D-Drucker – der per Rechenbefehl auch mal einen Stuhl „ausdruckt“ – die Jugend für Deutschlands forschungsstärkste Fachhochschule begeistern wird.

Auch sonst wird viel geboten: Das auf dem Telegrafenberg beheimatete Alfred-Wegener-Institut baut ein begehbares Modell ihrer Forschungsstation im norwegischen Spitzbergen auf und die gastgebende Universität Potsdam wird mit Höhepunkten aus der Pädagogik und Bildungsforschung glänzen. „Es ist uns gelungen, den Tag der Lehrerbildung in den Tag der Wissenschaften zu integrieren“, sagt Sprecherin Birgit Mangelsdorf. Expertinnen erklären dann zum Beispiel, wie Kindern mit Lese-Rechtschreibschwäche in der Schule besser geholfen werden kann. Die Medienpädagogen der Universität informieren darüber, wie digitale Medien im Unterricht wirklich sinnvoll eingesetzt werden.

Auch die Germanisten der Uni Potsdam sind dabei. Sie stellen ihr Forschungsprojekt "Lassma Sprache erforschen - Kiez goes Uni" vor. Von der Robert-Bosch-Stiftung finanziert, erforschten Berliner Schüler aus Kreuzberg und Neukölln gemeinsam mit Studenten des Lehrstuhls für Deutsche Sprache der Gegenwart in den vergangenen drei Jahren sprachwissenschaftliche Themen und analysierten das für ihr Lebensumfeld typische Kiezdeutsch, zu dem mehr als der deutsch-arabisch-türkische Mix („Kanak Sprak“) gehört. „Wir wollen dem Kiezdeutsch das Image des Schmuddeligen und Doofen nehmen“, beschreibt Christoph Schröder, Professor am Institut für Germanistik, die Mission. Eigene, kreative Ausdrucksformen von Jugendlichen habe es auch schon früher gegeben, um sich innerhalb der eigenen Gruppe zu verständigen und die Erwachsenen außen vor zu lassen. Neu sei, dass nun Elemente anderer Sprachen einfließen. Kiezdeutsch sei inzwischen ein „Dialekt des Deutschen“ geworden, fanden die Potsdamer Sprachforscher heraus.

Wer wissen will, was Knülche, Dosbüddel und Murkel sind, dem sei ein Besuch im Haus 11, Raum 1.22 bei den Germanistik-Professorinnen Elisabeth Berner und Ulrike Demske empfohlen. In Brandenburg hinterließen viele Siedler ihre sprachlichen Spuren. Etliche Wörter und Wendungen sind zwar untergegangen, Vieles blieb jedoch bis heute in Dialekten und Alltagssprache erhalten. Im Quiz können Neugierige ihre Kenntnisse in der brandenburgischen Sprachlandschaft testen. MAZ

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