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Potsdam Technikfan mit dem Blick fürs Detail – Jonas Blossey wird Medientechnologe
Lokales Potsdam

Technikfan mit dem Blick fürs Detail – Jonas Blossey wird Medientechnologe

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07:16 24.02.2021
Jonas Blossey macht eine Ausbildung zum Medientechnologen in der MAZ-Druckerei.
Jonas Blossey macht eine Ausbildung zum Medientechnologen in der MAZ-Druckerei. Quelle: Varvara Smirnova
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Potsdam

Es war dieser Überraschungseffekt: „Eine riesige Maschine, die mit einem so feinen Werkstoff wie Papier arbeitet – und das bei der Geschwindigkeit, mit der die Papierbahnen durch die Maschine rasen.“ Das hat Jonas Blossey fasziniert und sehr schnell für den Beruf des Medientechnologen – Druck gefangen genommen. An zwei Probetagen hatte er sich die Druckerei der Märkischen Allgemeinen Zeitung in Potsdam angesehen. Mit Papierbahnen, die über mehrere Decks bis in eine Höhe von 18 Metern fahren, die pro Sekunde fast 13 Meter zurücklegen und die auf ihrem Weg durch die Maschine „bedruckt, perforiert, geschnitten, gefalzt oder auch geklammert werden“, erzählt Jonas Blossey begeistert.

Arbeit am Touchscreen und direkt an der Maschine

In seinem Traumjob möchte er handwerklich arbeiten und auch kreativ sein. Beides kann er umsetzen als künftiger Medientechnologe – Druck, wie der Drucker korrekt bezeichnet wird. Denn trotz aller Digitalisierung der Maschinen, die über einen Touchscreen gesteuert werden, muss der Drucker auch direkt an den Maschinen arbeiten. Und er muss ein „gutes Auge für die Farbnuancen“ haben, wie der Potsdamer Jonas Blossey erklärt. Klar, ist die Farbstellung an der Maschine automatisiert. Aber es ist der Medientechnologe, der prüft, ob alles perfekt läuft, oder ob zum Beispiel eine Korrektur an den Farbwalzen vorgenommen werden muss oder die Regulation des Wassers angepasst werden sollte.

Handwerkliches Arbeiten und Theorie

Drei Jahre lang dauert die Ausbildung zum Medientechnologen, die Jonas Blossey im August 2020 bei der Pressedruck Potsdam GmbH begonnen hat. Für den 23-Jährigen ist es der Neustart in seine berufliche Zukunft. Ursprünglich hat er Biologie studiert. Paläontologe wollte er werden. Das sei auch das erste Wort gewesen, „das ich als Kind schreiben konnte“, erzählt er. Doch während des Studiums hat er gemerkt, dass ihm das alles zu viel Theorie ist. Theorie ist wichtig, ja. Aber bitte in Ergänzung zum handwerklichen Arbeiten. Jonas Blossey hofft, durch gute Leistung seine Ausbildungszeit verkürzen zu können. Für ihn steht fest: „Der Beruf des Medientechnologen ist genau das Richtige für mich.“ Der Ausbilder, der ihn betreut, hat etwa sein Alter. Das macht die Kommunikation untereinander und das gegenseitige Verständnis gleich noch ein bisschen einfacher.

Wer sich für eine solche Ausbildung interessiert, sollte nach den Erfahrungen von Jonas Blossey neben dem handwerklichen Geschick auch Interesse an den Produktionsabläufen mitbringen, mit Schichtarbeit klarkommen und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen besitzen. „Als Drucker musst du dir vorstellen können, wie die Papierbahnen laufen“, erklärt er. An welcher Stelle werden sie geschnitten? Wo werden sie gewendet? Das sind wichtige Informationen, um die Kontrolle über die Produktionsabläufe zu haben.

Der Medientechnologe prüft sofort die Qualität des Drucks

Das Schöne an diesem Beruf ist: „Du hast es in der Hand.“ Jonas Blossey meint das wortwörtlich. Denn der Medientechnologe – Druck nimmt als Erster die Zeitung in die Hand und kontrolliert die Qualität. „Diese Haptik ist immer da.“ Die schätzt der 23-Jährige ganz besonders. Wenn er ein Buch liest, bevorzugt er nach wie vor die gedruckte Variante. Auch wenn eBooks natürlich ebenso ihre Vorteile haben, wie er sagt. Aber Print lasse sich in seinen Augen angenehmer lesen.

„Gedruckt wird immer“, sagt der Potsdamer. Ob es nun Zeitungen oder Verpackungen sind. Auch Stoffe werden bedruckt. Natürlich mit anderen Druckverfahren. Jonas Blossey jedenfalls hat seinen Traumberuf im zweiten Anlauf gefunden: „Ich mach das wirklich sehr gern.“

Mehr Infos in der E-Beilage „MAZubi digital“Ausbildungsangebote unter maz-job.de/ausbildung

Von Ute Sommer