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Potsdam „Telefonjoker“: Übersetzungshilfe für Geflüchtete
Lokales Potsdam „Telefonjoker“: Übersetzungshilfe für Geflüchtete
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00:22 12.01.2019
Die Telefonhotline steht werktags von 14 bis 17 Uhr bereit.
Die Telefonhotline steht werktags von 14 bis 17 Uhr bereit. Quelle: Kai Remmers/dpa
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Drewitz

Die seit einem Jahr in Brandenburg bestehende Telefon-Hotline für Arabisch und Persisch für Geflüchtete und ihre Helfer wird nach Angaben ihrer Betreiber gut angenommen. Die Hotline hat ihren Sitz im Bürohochhaus im Potsdamer Stadtteil Drewitz. Es melden sich durchschnittlich drei bis vier Anrufer pro Woche, sagt die Projektkoordinatorin der Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit, Mai Micklisch, auf Anfrage. Dort gibt es bereits langjährige Erfahrungen bei der Betreuung von Migranten bei Terminen mit Ärzten, Jugendämtern oder anderen Behörden.

Pro Schicht steht jeweils ein Ansprechpartner für die beiden Sprachen bereit. Insgesamt gibt es den Angaben zufolge sieben ehemals Geflüchtete oder Deutsche, die die arabische oder persische Sprache beherrschen. Meist sind es zwei Parteien am Telefon, ein Ehrenamtler unterstützt den Geflüchteten und trägt das Anliegen zunächst vor. Der jeweilige Sprachmittler macht sich währenddessen Notizen und übersetzt es dann direkt für den Geflüchteten.

Hilfe, wenn man nicht mehr weiter weiß

Das Projekt läuft noch bis Mai 2020. Es wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit Haushaltsmittel des Bundesinnenministeriums gefördert und vom Brandenburger Sozialministerium kofinanziert. 2019 werden wie im Vorjahr 7500 Euro bereitgestellt.

„Wir sind der ’Joker’, wenn man nicht mehr weiter weiß und helfen bei Übersetzungsfragen“, erklärte Micklisch. Das Spektrum sei breit: Es gehe um die Vereinbarung von Terminen bei Ärzten oder Ämtern, um das Übersetzen von Rezepten oder Gebrauchsanweisungen oder auch Hilfe beim Verständnis behördlicher Schreiben. Daneben drehe sich viel um die Suche nach Arbeit oder eine Wohnung. „Sie müssen sich ja erst in die Bedingungen hier reinarbeiten“, erklärt Micklisch. Die Kommunikation zwischen Geflüchteten und Helfern könne so vereinfacht werden und es sei möglich, Missverständnisse auszuräumen.

Die Anrufe kommen laut Micklisch aus dem gesamten Land. Auf das Angebot werde über Facebook aufmerksam gemacht. Auch in Willkommensinitiativen oder Flüchtlingsprojekten sei das Projekt vorgestellt worden. „Wichtig ist für beide Seiten eine große Vertrauensbasis, auf die man sich auf beiden Seiten verlassen müsse“, betonte die Koordinatorin. Die Übersetzung laufe anonym - erfasst werde nur die Postleitzahl, wo der Anrufer lebe. „Wir machen aber keine Beratung.“ Gegebenenfalls wird informiert, wenn dafür das Jobcenter oder der Sozialarbeiter zuständig ist.

Der Telefonjoker - die Dolmetschhotline ist werktags von Montag bis Freitag zwischen 14 bis 17 Uhr erreichbar. Anliegen auf arabisch werden unter 01806/56 53 70 1 beantwortet, für persisch unter 01806/56 53 702. Der Anruf kostet 0,20 Euro aus dem Festnetz, maximal 0,60 Euro aus dem Mobilfunk.

Von Gudrun Janicke/Anne Knappe