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Potsdam Templiner Straße wird erst Herbst 2017 saniert
Lokales Potsdam Templiner Straße wird erst Herbst 2017 saniert
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18:50 13.12.2016
Die maroden Betonplatten weisen starke Risse und Unebenheiten über die gesamte Länge der Straße aus. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam/Caputh

Der Andrang in der Braumanufaktur Forsthaus Templin am Montagabend war groß. Die Stadt Potsdam hatte Caputher und Potsdamer dorthin eingeladen, um sich über den aktuellen Stand des Bauvorhabens an der Templiner Straße zu informieren. Alle Plätze waren besetzt. Die grundhafte Sanierung der Straße zwischen der Landeshauptstadt und Caputh ist in der Vergangenheit mehrmals verschoben worden. Eigentlich sollten die Bauarbeiten im März 2017 beginnen, doch die Stadt hat den Ausbau nun frühestens für September 2017 angekündigt.

Kerstin Schulz betreut das Projekt seitens der Stadt. Gemeinsam mit der Fachbereichsleiterin für Verkehrsanlagen Martina Woiwode stellte sie das Vorhaben vor. „Bei der Planung mussten die verschiedensten Randbedingungen bedacht werden“, so Schulz. Die Templiner Straße befindet sich im Landschafts- und teilweise auch im Trinkwasserschutzgebiet. Innerhalb dieser Schutzzonen soll die alte und marode Betonschicht, unter der giftiges Ölpapier gefunden wurde, komplett entfernt und durch eine neue Tragschicht ersetzt werden. Außerhalb der Schutzzonen wird die vorhandene Betonschicht überbaut. Aus Kostengründen könne die etwa vier Kilometer lange Straße nicht komplett grundhaft ausgebaut werden, erklärte Schulz auf Nachfrage eines Anwohners.

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Nervengift Phenol stammt vermutlich von Ölpapier

Bei den Voruntersuchungen ist das Nervengift Phenol in dem alten Baumaterial gefunden worden, das aber der Stadtverwaltung zufolge nicht mehr gefährlich ist, wenn es luftdicht überbaut wird. Auch der Radweg soll teilweise erneuert werden. Insgesamt kostet das Vorhaben rund 4,4 Millionen Euro. Das Land Brandenburg könnte einen Teil der Kosten übernehmen. Mit dem Fördermittelbescheid rechnet die Stadt erst Anfang des kommenden Jahres. Die Gemeinde Schwielowsee zahlt einen Festbetrag von 440 000 Euro. Potsdam soll etwa 2,4 Millionen Euro tragen. Erst mit einem positiven Bescheid will die Stadt das Bauvorhaben ausschreiben.

Ein Jahr lang soll dann voraussichtlich ab September 2017 gebaut werden. Um das Strandbad Templin im Sommer nicht abzuschneiden, habe man sich für einen späteren Baubeginn entschieden.

Fähre wird in der Bauzeit gewartet

Karsten Grunow, der die Fähre zwischen Caputh und Geltow betreibt, sieht schwarz. Autos und Busse werden zwar über die B 2 nach Caputh umgeleitet, viele werden möglicherweise aber auch auf die Fähre ausweichen. „Im März 2018 steht die TÜV-Untersuchung der Fähre an. Sie wird daher etwa drei Wochen nicht in Betrieb sein“, sagte Grunow. Auch das Pilotprojekt, die Zeppelinstraße auf eine Spur pro Fahrtrichtung zu verengen, fällt in den Zeitraum der Sanierung an der Templiner Straße. Die Caputher fürchten einen Verkehrskollaps.

Unternehmer wie Elka Kabelbau, die direkt in der Templiner Straße sitzen, sehen zudem Umsatzeinbußen durch die Vollsperrungen, die es abschnittsweise geben soll. Gebaut wird zuerst ab Ortsausgang Potsdam bis zum Strandbad Templin. Weiter geht es dann von der Caputher Seite aus. Eine halbseitige Sperrung der Straße sei aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen nicht möglich, so Woiwode.

Kröten wandern künftig durch 26 Tunnel

Auf einem 800 Meter langen Abschnitt der Straße finden jährlich Amphibienwanderungen von der Waldseite zum Gewässer und zurück statt. Momentan werden zweimal jährlich mobile Zäune errichtet und ehrenamtliche Helfer tragen die Tiere über die Straße.

In die neue Straße sollen 26 Krötentunnel und Leithilfen eingebaut werden, die knapp 400 000 Euro kosten.

Der teuerste Posten des Projektes ist der Straßenoberbau mit 1,12 Millionen, gefolgt vom neuen Radweg mit 485 000 Euro. Die Planung des Bauvorhabens wird auf 460 000 Euro geschätzt.

Von Luise Fröhlich

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