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Potsdam Hündin mit Herzfehler: „Panda“ muss dringend operiert werden
Lokales Potsdam Hündin mit Herzfehler: „Panda“ muss dringend operiert werden
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07:22 25.01.2020
Wenn Kathleen Wiggert von der Tierrettung die Jack-Russel-Hündin auf den Arm nimmt, kann sie das Herz-Rasseln deutlich fühlen. Quelle: Rainer Schüler
Geltow / Potsdam / Berlin

Sie ist erst anderthalb und quicklebendig, doch sterben kann sie jeden Tag. „Panda“ wurde von ihren Besitzern zur Tierrettung von Potsdam gebracht, weil ihr Herz so rasselte – und Veterinär Gordon Ebeling wusste sofort, was das heißt.

Der Ultraschall bei Kleintierspezialisten in Tegel zeigte es dann deutlich: Das Jack-Russel-Mädchen hat einen so genannten PDA. Alle Embryonen – ob Mensch oder Tier –haben diese Kurzschlussverbindung zwischen der Körper- und der Lungenschlagader, die für mehr Sauerstoff im Kreislauf sorgt.

Doch was sich normalerweise in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt zurückbildet, ist bei „Panda“ geblieben. Ihr Herz rasselt und kann schnell überfordert sein. Wasser könnte sich in der Lunge sammeln und das Tier ersticken lassen, wenn es nicht an Herzversagen stirbt.

Was hat Panda? Was ist PDA?

PDA steht in diesem Fall für den persistierendenr Ductus arteriosus Botalli.

Es handelt sich um eine fehlerhafte Verbindung zwischen Körperschlagader (Aorta) und Lungenschlagader (Pulmonalarterie).

Diese Verbindung besteht bei jedem Säugetierembryo –auch beim Menschen – vor der Geburt und sollte sich einige Stunden bis Tage nach der Geburt verschließen.

Dieser „Kurzschluss“ zwischen Hauptschlagader und Lungenarterie sorgt im Mutterleib dafür dafür, dass zusätzlicher Sauerstoff in den Blutkreislauf des Embryos kommt, der ja nicht atmen kann.

Ist der Verschluss nach einem Monat noch immer nicht passiert, spricht man von einem PDA. Dabei fließt ein Teil des aus der Lunge und dem linken Herzen kommenden Blutes von der Körperschlagader (Aorta) in die Lungenarterie statt nur in den Körperkreislauf; es passiert erneut die Lunge und wird wieder dem linken Herzen zugeführt.

Das führt zu einer Vergrößerung der linken Herzhälfte.

Es kannzum Rückstau von Blut mit Wasseransammlungen in der Lunge kommen. In diesem Fall zeigen die Tiere Husten und/oder Atemnot.

Beim unverschlossenen PDAkann es Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) geben oder eine Pumpschwäche des Herzens.

Das Hauptanzeichen eines PDA ist ein lautes Herzgeräusch, das der Tierarzt bei der Impf- oder Gesundheitsvorsorgeuntersuchung feststellen kann.

Fällt ein Herzgeräusch bei einem jungen Hund auf, sollte dies in jedem Fall mittels Herzultraschall weiter abgeklärt werden.

Ein größerer PDAwird in der Regel verschlossen, indem man die störende Ader an zwei Stellen abschnürt und dazwischen durchtrennt.

Nach dem Verschluss eines PDA ist das Kind oder das Tier ganz gesund. Es sind auch keine Kontrolluntersuchungen mehr zu erwarten.

Das muss nicht passieren. Eine Operation am Herzen könnte „Panda“ retten. Am nächsten Mittwoch wird die Ärztin und T.I.E.R.E.-Vereinschefin Michaela Ebeling (38) sie nach Berlin bringen und vertraut auf die Positivprognose der Operateure: „Auf 98 Prozent wird ihre Überlebens-Chance geschätzt. Sie bleibt zwei Tage in Berlin und wäre danach komplett gesund.“

Eingriff ist zu teuer für den Verein

Der Haken sind die Kosten, denn der Eingriff ist nicht billig. Einen Großteil hat der Verein schon aus Spenden zusammenbekommen, doch 1000 Euro fehlen noch. „Wir hatten eine Menge Ausgaben in letzter Zeit“, erzählt Tierrettungs-Einsatzchefin Kathleen Wiggert.

Eine atmungseingeschränkte Bulldogge musste an der Nase operiert werden, eine spezielle, hub- und absenkbare Badewanne für Hunde jeder Größe wurde angeschafft und eine Voliere für den Fuchs gebaut, der bis dahin in der Wildvogelvoliere untergebracht war, wo sonst die ganz jungen, elternlosen Vögel fliegen lernen. Solche Nesthäkchen haben die Retter derzeit nicht in ihrer Obhut, dafür aber ein halbes Dutzend Hunde, die meisten größer als „Panda“.

Dreibein „Tria“ stammt aus Kreta

„Tria“ etwa hat nur drei Beine: Bei einem Kastrationsprogramm auf Kreta fiel die heute 13 Monate alte Windhund-Mischlingshündin mit einem Tumor auf, der schon ihr rechtes Vorderbein zerfraß. Nach einem aufwendigen Genehmigungsverfahren wurde sie von Griechenland nach Deutschland gebracht und der Krebs entfernt, wofür das Bein amputiert werden musste.

„Panda“ wurde bei der Tierrettung Potsdam abgegeben, die sie jetzt teuer operieren lassen muss, sonst stirbt die Jack-Russel-Hündin an einem Herzfehler, der gut behebbar ist.

Sie scheint es kaum zu spüren und will jedem Gast im „Zoo“ von Tierrettungs-Chef Gordon Ebeling sofort ein Küsschen geben. Es gibt auch schon Menschen in Stuttgart, die sich auf sie als Familienmitglied freuen. Wer „Panda“ helfen kann und möchte, melde sich per Mail an die Adresse tiere-ev@gmx.de.

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Von Rainer Schüler

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