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Potsdam Update – Tödlicher Unfall auf Oktobervolksfest, doch das Fest geht weiter
Lokales Potsdam Update – Tödlicher Unfall auf Oktobervolksfest, doch das Fest geht weiter
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15:16 30.09.2019
Tod im Rummel von Potsdam: Das Fahrgeschäft ist von der Polizei gesperrt und wird bewacht. Quelle: Rainer Schüler
Potsdam

Am Morgen nach dem tödlichen Zwischenfall auf dem Oktobervolksfest im Potsdamer Lustgarten ist die Ursache des Unglücks noch nicht geklärt. Wie die 29-jährige Rumänien „mehrere Meter“ tief fallen konnte auf dem schräg konstruierten Fahrgeschäft mit der rotierenden Scheibe und den drehenden Gondeln darauf, ist rätselhaft.

Wie die MAZ am Montagnachmittag eine Stunde nach der geplanten regulären Öffnungs-Zeit erfuhr, bleibt das „Karussell“, auf dem die Rumänin und ihr Lebensgefährte gearbeitet haben, vorerst geschlossen. Man braucht noch einen Gutachter für den technischen Zustand des „Playball“-Fahrgeschäftes. Der übrige Jahrmarkt soll aber noch am Montag wieder geöffnet werden.

Unterdessen liefen einige Festbesucher, vor allem Kinder, über das Gelände und fragten Mitarbeiter vor verhangenen und geschlossenen Ständen und Fahrgeschäften, wann der Rummel aufmacht. Etliche Mitarbeiter standen oder saßen in Bereitschaft.

Ein Mitarbeiter eines nahe gelegenen Schaustellergeschäftes sagte der MAZ, die Frau sei in einer Gondel gewesen, deren Bügel nicht eingerastet war, als sie sich drehte; sie sei dann in hohem Bogen aus der Gondel geschleudert worden. Dem widerspricht die Darstellung der Polizei, wonach die Frau eine Mitarbeiterin des „Playball“ war, eines Fahrgeschäftes, an dem üblicherweise die Fahrchips an den Gondeln eingesammelt werden, sogar, wenn die bereits angefangen haben sich zu drehen. „Die Frau hat sich auf der Plattform aufgehalten“, bestätigte Polizeisprecherin Juliane Mutschischk: „Sie war nicht in einer Gondel.“ Medienberichten zufolge hat sie den Bügel einer Gondel schließen wollen, die offenbar schon so schnell drehte, dass sie weggeschleudert wurde.

Das Unglücks-Karussell Quelle: Rainer Schüler

Dass Mitarbeiter zum Einsammeln von Chips und zur Überprüfung von Sicherheitsvorschriften auch auf schon fahrenden Geräten unterwegs sind, bestätigt Thomas Müller als Vorsitzender des Brandenburgischen Schaustellerverbandes „Sanssouci“ als gängige Praxis seit vielen Jahren. Der Eisenhüttenstädter hat mehrere Schaustellergeschäfte unmittelbar neben und gegenüber dem Unglücks-Karussell und war am Sonntag einer der ersten am Unglücksort; er rief den Rettungswagen; was jemand anderes parallel auch tat. „Ich habe nur einen dumpfen Knall gehört“, sagt er; „wahrscheinlich den Aufschlag der Frau auf dem Boden.“ Er sei sofort zum „Playball“ gerannt, wo die Frau in einer verblüffend kleinen Blutlache lag und noch atmete. Mehrere Kinder hätten das Unglück miterlebt.

Die Frau stand bei Inbetriebnahme des Fahrgeschäftes „Playball“ auf der sich drehenden Plattform. Nach dem Unfall wurde das Fahrgeschäft abgesperrt und das Fest geschlossen.

Die Schaustellerfamilie aus Stahnsdorf, bei der die Frau und ihr Lebensgefährte arbeiteten, stehe unter Schock und sei nicht ansprechbar: „Wir alle stehen unter Schock. Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll.“ Sollte das Fest weitergehen, werde man die Geräuschkulisse aus Anstand gegenüber dem Opfer, den Angehörigen und dem betroffenen Schausteller runterfahren. Der Familie der Schausteller wurden am Unglücksabend Seelsorger zur Seite gestellt.

Rummel in Potsdam, doch die Fahrgeschäfte sind eingepackt. Quelle: Rainer Schüler

Die Stimmung auf dem Volksfestgelände ist gedrückt. Das eigentliche Oktoberfest, das in einem großen Zelt hinter dem Volksfest stattfindet, ist weiterhin geöffnet.

Von Rainer Schüler

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