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Potsdam Nach tödlichem Unfall: Oktoberfest in Potsdam läuft wieder
Lokales Potsdam Nach tödlichem Unfall: Oktoberfest in Potsdam läuft wieder
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16:04 30.09.2019
Vor diesen Fahrgeschäft starb die 29 Jahre alte Rumänin am Sonntag. Sie war dort beschäftigt, zusammen mit ihrem Lebensgefährten. Quelle: Rainer Schüler
Innenstadt

Nach dem Todesfall am Sonntagnachmittag auf dem Oktobervolksfest im Lustgarten von Potsdam ist der Festbetrieb am Montagnachmittag um 15 Uhr wieder angelaufen. Die Polizei gab ihn für alle Stände und Fahrgeschäft außer dem Unglückskarussell frei, hält aber das betreffende Fahrgeschäft noch gesperrt. Ein Gutachter soll die Anlage technisch überprüfen.

Eine 29-jährige Rumänin war aus noch ungeklärtem Grund bei ihrer Arbeit auf dem „Playball“-Karussell mehrere Meter tief gefallen. Sofortige Wiederbelebungsversuche eines Arztes und den Festgästen waren erfolglos.

Die Frau stand bei Inbetriebnahme des Fahrgeschäftes „Playball“ auf der sich drehenden Plattform. Nach dem Unfall wurde das Fahrgeschäft abgesperrt und das Fest geschlossen.

Ermittlungen sollen Unfallhergang klären

Angeblich hatte die Frau versucht, einen Sicherungsbügel einer Gondel noch zu schließen, als die Plattform und die Gondeln darauf sich schon drehten. Nach Auskunft des brandenburgischen Schaustellerverbandes gibt es dafür aber keine direkten Augenzeugen. Neben der Polizei ermittelt auch das Landesamt für Arbeitsschutz.

Den Montagvormittag über waren die Schausteller damit beschäftigt, vom Sturm verwehte Zäune wieder aufzustellen, Wimpelketten neu zu befestigen und Laub zu fegen. Bis 15 Uhr harrte eine Reihe von Betreibern und Angestellten an ihren geschlossenen Ständen und Fahrgeschäften aus in der Erwartung der Freigabe. Einige Festbesucher, vor allem Kinder, liefen über das Gelände und fragten Mitarbeiter, wann der Rummel aufmacht. Das wusste keiner.

Wollte die 29-Jährige einen Bügel schließen?

Ein Mitarbeiter eines nahe gelegenen Schaustellergeschäftes sagte der MAZ, die Frau sei in einer Gondel gewesen, deren Bügel nicht eingerastet war, als sie sich drehte; sie sei dann in hohem Bogen aus der Gondel geschleudert worden. Dem widerspricht die Darstellung der Polizei, wonach die Frau eine Mitarbeiterin des „Playball“ war, eines Fahrgeschäftes, an dem üblicherweise die Fahrchips an den Gondeln eingesammelt werden, sogar, wenn die bereits angefangen haben sich zu drehen. „Die Frau hat sich auf der Plattform aufgehalten“, bestätigte Polizeisprecherin Juliane Mutschischk: „Sie war nicht in einer Gondel.“ Medienberichten zufolge hat sie den Bügel einer Gondel schließen wollen, die offenbar schon so schnell drehte, dass sie weggeschleudert wurde.

Dass Mitarbeiter zum Einsammeln von Chips und zur Überprüfung von Sicherheitsvorschriften auch auf schon fahrenden Geräten unterwegs sind, bestätigt Thomas Müller als Vorsitzender des Brandenburgischen Schaustellerverbandes „Sanssouci“ als gängige Praxis seit vielen Jahren.

Der Eisenhüttenstädter hat mehrere Schaustellergeschäfte unmittelbar neben und gegenüber dem Unglücks-Karussell und war am Sonntag einer der ersten am Unglücksort; er rief den Rettungswagen; was jemand anderes parallel auch tat. „Ich habe nur einen dumpfen Knall gehört“, sagt er; „wahrscheinlich den Aufschlag der Frau auf dem Boden.“ Er sei sofort zum „Playball“ gerannt, wo die Frau in einer verblüffend kleinen Blutlache lag und noch atmete. Mehrere Kinder hätten das Unglück miterlebt.

Von Rainer Schüler

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