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Potsdam Bluttat im Oberlinhaus: Notarzt beschreibt massive Schnittwunde bei Überlebender
Lokales Potsdam

Tote im Oberlinhaus in Potsdam: Notarzt berichtet vom Einsatz am Tatort

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20:02 29.11.2021
Am Montagmorgen wurde der Oberlin-Prozess fortgesetzt.
Am Montagmorgen wurde der Oberlin-Prozess fortgesetzt. Quelle: Julius Frick (Symbolbild)
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Potsdam

Vor dem Landgericht Potsdam hat am Montagmorgen der sechste Verhandlungstag im Prozess um die Bluttat im Thusnelda-von-Saldern-Haus begonnen. In der Wohneinrichtung des Oberlinhauses in Babelsberg waren am 28. April 2021 vier schwerst behinderte Menschen von einer Pflegerin getötet worden. Am Montag sagte zunächst ein Notarzt aus, der kurz nach der Tat in der Wohneinrichtung eintraf und die Überlebende behandelte.

Die Verhandlungstage im Oberlin-Prozess

Zehn Verhandlungstage waren zunächst für das Strafverfahren gegen die Pflegerin Ines R. (52) angesetzt. Doch schon direkt nach dem Auftakt musste das Gericht drei Verhandlungstage pausieren – einer der Schöffen war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Inzwischen wurden neue Termine ergänzt – nach aktuellem Stand ist mit einem Urteil am 16. Dezember zu rechnen.

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Seinen Ausführungen zufolge, sei bei der Frau der Halsschnitt etwa zehn bis zwanzig Zentimeter lang und sehr glatt gewesen. Man müsse sehr entschlossen sein, um das durchzuführen, so Christof M. „Das ist nicht eben mal kleiner Ritzen in der Hand, das ist ist eine massive Schnittwunde in einem sensiblem Bereich.“ Selbst für Mediziner sei allein die Vorstellung, im weichen Halsgefäß einen solchen Schnitt durchzuführen, nicht ohne.

Der 38-Jährige erklärte, dass er dies bei jungen, noch unerfahrenen Chirurgen immer wieder beobachte. Diese würden bei ihren ersten Operationen nur zögerlich das Skalpell ansetzen und oft mehrere Male schneiden müssen. „Wenn Gewebe unter Spannung ist, ist es leichter einen Schnitt zu setzen“, der Hals der Betroffenen sei aber nicht unter Spannung gewesen. Es komme zur Faltenbildung, wenn man schneiden möchte und müsse sich das Gewebe glatt ziehen, man brauche zudem „ein scharfes Werkzeug, viel Kraft und Entschlossenheit“, so der Arzt: „Für so einen langen Hautschnitt - dafür bedarf es schon einer ruhigen Hand, das ist nicht mal eben so gemacht“.

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Im weiteren Verlauf des Prozesstages werden zudem zwei Rechtsmediziner erwartet, die die Bewohnerin untersucht hatten. Die beiden werden ihr Gutachten vorstellen.

Von Nadine Fabian