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Potsdam Wasserversorger rät Potsdamer zur Sparsamkeit bei der Gartenbewässerung
Lokales Potsdam Wasserversorger rät Potsdamer zur Sparsamkeit bei der Gartenbewässerung
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07:50 26.07.2019
Ein Sprengverbot gibt es in Potsdam nicht, trotzdem ruft der Wasserversorger zur Sparsamkeit auf. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Trotz einiger heftiger Regengüsse bleibt die Trockenheit im Land ein Problem. Viele Landkreise warnen bereits vor Wassermangel und bitten die Bevölkerung, sparsam mit Wasser umzugehen. Doch wie ist die Situation in Potsdam? Die MAZ hat bei der Energie und Wasser Potsdam (EWP) nachgefragt.

Wie viel Wasser verbrauchen die Potsdamer aktuell?

In normalen Jahren liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch in Potsdam und den von der EWP versorgten Umlandgemeinden im Schnitt bei rund 27.500 Kubikmetern Wasser pro Tag. Deutlich mehr haben die Menschen im Juni dieses Jahres verbraucht – da lag der Durchschnittswert bei 36.500 Kubikmetern.

„Durch die anhaltende Trockenheit verzeichneten wir aber im Juni 2019 auch schon eine Reihe von Tagen mit Förderungen von mehr als 40.000 Kubikmetern pro Tag“, sagt EWP-Sprecher Stefan Klotz. Am 5. Juli hat die EWP zudem einen Tagesrekord von 46.359 Kubikmetern gemessen. „Dieser Wert entspricht 3,9 Millionen Kästen Mineralwasser mit je zwölf Ein-Liter-Flaschen“, sagt Klotz. „Das war der höchste Wert seit 1994.“

2018 war es auch sehr trocken. Wie hoch sind die Wasser-Kapazitäten und Reserven?

2018 sind in Potsdam 77 Prozent der genehmigten Grundwasserentnahmen ausgeschöpft worden. „Das heißt, es gibt noch Reserven“, sagt Klotz. Die Grundwasserstände in den Potsdamer Trinkwassergewinnungsgebieten liegen laut Klotz „noch in den üblichen Schwankungsbereichen“.

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Problematisch könne es allerdings werden, wenn auf mehrere trockene Sommer auch noch sehr regen- und schneearme Winter folgen. „Denn Grundwasser wird vor allem in den Wintermonaten gebildet“, so Klotz.

Bewässerung auf Grund der Hitze auf der Potsdamer Freundschaftsinsel. Quelle: Bernd Gartenschläger

In einigen Kommunen gibt es bereits Gießverbote. Müssen auch die Potsdamer Wasser sparen?

Ursache für den aktuell sehr hohen Wasserverbrauch ist laut EWP vor allem die Gartenbewässerung. „Insofern ist Sparsamkeit bei der Bewässerung sinnvoll“, sagt Sprecher Stefan Klotz. Sein Tipp: Durch Tröpfchenbewässerung im Wurzelbereich der Pflanzen könnten Gartenbesitzer eine Menge Wasser einsparen. „Die Landeshauptstadt Potsdam hat bislang noch kein Sprengverbot aussprechen müssen, da eine entsprechende Empfehlung der EWP auch noch nicht notwendig war“, sagt Klotz.

Manche Potsdamer entnehmen Wasser aus privaten Brunnen. Ist das ein Problem?

Wer Wasser aus einem privaten Brunnen entnimmt, muss diesen von den Behörden genehmigen lassen. In Trinkwasserschutzgebieten werden Gartenbrunnen laut Klotz grundsätzlich nicht genehmigt, außerdem sei der Anschlussgrad an die zentrale Trinkwasserversorgung in Potsdam sehr hoch. „Insofern sehen wir als EWP keine Probleme.“ Die Brunnenbesitzer selbst würden es allerdings merken, wenn sie ihre Anlagen zu stark belasten.

Haben Hitze und Trockenheit auch Einfluss auf das Abwasser?

Gerade in sehr heißen Sommern stinkt es mitunter aus dem Kanalnetz. Der Grund: Bei lang anhaltend warmem, trockenem Wetter kommt es laut Klotz zu geringen Fließgeschwindigkeiten des Schmutzwassers, so dass dieses zu faulen und zu riechen anfängt. „Dem begegnen wir durch Kanalnetzspülungen und durch Geruchsfilter, die an prägnanten Stellen in die Schächte oder an Pumpwerken eingesetzt werden“, erklärt der EWP-Sprecher.

Von Anna Sprockhoff

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