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Potsdam Bild von vermeintlichem Unsinn-Radweg in Potsdam geht viral
Lokales Potsdam

Twitter-Hit: Vermeintlich unsinniges Radweg- Ende in Potsdam - doch die Erklärung ist einfach

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19:36 04.11.2021
Das unsinnige Ende eines Radwegs? Nein, sagt die Stadtverwaltung Potsdam.
Das unsinnige Ende eines Radwegs? Nein, sagt die Stadtverwaltung Potsdam. Quelle: Twitter/ Sebastian Hornschild @Hornschild
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Potsdam

„Radfahren ist „in“... und Potsdam bietet die besten Voraussetzungen dafür“, so wirbt die Stadtverwaltung Potsdam auf ihrer Homepage für das Fahrrad als Fortbewegungsmittel. Klingt gut, beste Voraussetzungen sind in Potsdam in der Realität jedoch häufig nicht gegeben. Im folgenden Fall ist es aber anders als gedacht.

Was ist passiert?

Derzeit wird ein Foto aus Potsdam h undertfach auf Twitter geteilt, mehr als einhundert Kommentare wurden bisher unter das Bild gesetzt.

Was ist zu sehen?

Das Foto zeigt ein Stück der Kurfürstenstraße in Richtung Behlertstraße. Auf der rechten Seite führt ein Radfahrstreifen entlang, der durch eine weiße unterbrochene Linie abgrenzt ist. Im Hintergrund ist zu erkennen, dass mehrere Pkw auf dem Radweg parken. Schlimm genug, aber was die Gemüter derzeit bei Twitter so richtig erregt, ist die im Vordergrund erkennbare Führung des Radwegs. Dort wurden – vermutlich aufgrund einer auf dem Foto nicht sichtbaren Baustelle – mehrere Schwellen gesetzt, die den Radweg an einem erhöhten Bordstein enden lassen.

Radfahrer müssten dort absteigen, zumindest vorsichtig auf die dort platzierte Plastikrampe fahren, dann über einen Grünstreifen schieben oder fahren, um dann auf dem Bürgersteig sowie abzusteigen. Nicht gerade Radfahrer-freundlich.

Warum endet der Radweg dort?

Doch es gibt ein großes Aber: Das Foto wurde erkennbar im Sommer aufgenommen. Die Bäume sind grün, die Menschen tragen leichte Kleidung. Das sieht heute anders aus: Die Blätter sind weg, die Menschen tragen dicke Jacken – und die vermeintliche Führung des Radfahrstreifens wurde auch längst geändert.

Bereits am Mittwoch hatte Bernd Rubelt, Potsdams Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, getwittert, dass er generell „wirklich dankbar für jeden Hinweis“ sei. Aktuelle Gefahrensituationen sollten jederzeit bei ihm persönlich oder per Mail an die Verwaltung gemeldet werden. In diesem Fall würde es sich jedoch um eine veraltete Verkehrssituation handeln, die gezeigte Gefahrenstelle sei längst aufgelöst.

Des Rätsels Lösung

Das bestätigte am Donnerstag eine Sprecherin der Stadtverwaltung und hatte auch die Erklärung für den vermeintlich abrupt endenden Radweg parat: Das Bild zeige nicht das Ende des Radwegs, sondern vielmehr eine falsch ausgeführte Fußgängerführung um eine Baustelle herum. Dieser Fehler sei bereits behoben und die Baustelle anderweitig abgesperrt und gekennzeichnet worden. Es gebe eine neue Fußgängerführung und Radfahrer könnten die Baustelle problemlos umfahren.

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Auch wenn es sich in diesem Fall wahrscheinlich nur um ein Versehen handelt, das nach kurzer Zeit behoben werden konnte, hat Potsdam durchaus ein generelles Radwege-Problem. Die „besten Voraussetzungen“ sind nämlich nicht überall gegeben. Viel zu oft, wird es für Radfahrer in Potsdam gefährlich oder unmöglich die Fahrt fortzusetzen.

Die schlimmsten Radwege in Potsdam

►Nur mit viel Mut durch den Norden

►Ausweichen und Aufpassen im Süden und Osten

►Rumpeln und Rütteln im Westen

►In der Innenstadt macht Radfahren keinen Spaß

►Horror-Radwege in Potsdam: Keine Schilder, die Vorfahrt klären

Haben Sie auch ein Beispiel für einen Radwrg-Irrsinn in Potsdam? Schreiben Sie uns eine E-Mail an potsdam-stadt@maz-online.de.

Von MAZonline