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Potsdam Tödlicher Unfall auf Potsdamer Oktoberfest: 29-Jährige fällt von Karussell und stirbt
Lokales Potsdam Tödlicher Unfall auf Potsdamer Oktoberfest: 29-Jährige fällt von Karussell und stirbt
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21:55 29.09.2019
Der Zugang zu dem Fahrgeschäft „Playball“ wird mit einem Absperrband der Polizei gesperrt. Eine 29-Jährige ist hier am späten Sonntagnachmittag tödlich verunglückt. Quelle: Julian Stähle/dpa
Potsdam

Beim „Oktobervolksfest“ im Potsdamer Lustgarten ist eine 29-jährige Beschäftigte tödlich verunglückt. Sie sei von einem Fahrgeschäft heruntergefallen, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntagabend.

Das Unglück ereignete sich am späten Sonntagnachmittag auf dem Fahrgeschäft namens „Playball“: Auf einer sich drehenden Plattform befinden sich dort Gondeln, die sich ebenfalls drehen. Die Frau, eine Mitarbeiterin des Betreibers, habe auf der Plattform gestanden, sagte der Sprecher. Sie fiel mehrere Meter hinab. Nach Angaben von Augenzeugen versuchte ein zufällig anwesender Arzt noch, die Verunglückte zu retten.

Die Frau stand bei Inbetriebnahme des Fahrgeschäftes „Playball“ auf der sich drehenden Plattform. Nach dem Unfall wurde das Fahrgeschäft abgesperrt und das Fest geschlossen.

Das Fest sei nach dem Unglück für den Rest des Tages geschlossen worden, so der Polizeisprecher. Es hatte am Sonntag auf dem Festplatz im Lustgarten begonnen und soll laut ursprünglichem Plan bis zum kommenden Samstag dauern. Auf dem Areal gibt es mehrere Fahrgeschäfte sowie Schausteller, ein Riesenrad und ein großes Festzelt. Der Veranstalter bezeichnet das Fest als das „größte Oktoberfest der Region“.

Wie Polizeisprecherin Juliane Mutschischk auf MAZ-Nachfrage erklärte, handelt es sich bei der Toten um eine Rumänin. Ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung sei eingeleitet worden. Zudem habe man „zeitnah“ das Amt für Arbeitsschutz hinzugezogen und den Bereich rund um das Fahrgeschäft weiträumig abgesperrt. „Wie lange es erforderlich ist, die Sperrung aufrechtzuerhalten, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen“, erklärte die Sprecherin am Sonntagabend.

Schausteller in sechster Generation

Das FahrgeschäftPlayball“ gehört dem Güterfelder Schaustellerbetrieb von Karl Meyer und seinem Sohn Christoph. Sie waren am Sonntag nicht zu erreichen. Das Familienunternehmen hat schon 1864 mit Karussell-Betrieb begonnen und wird von Christoph Meyer in der sechsten Generation geführt.

Das „Playball“ bietet das Unternehmen seit Oktober 2017 für Volksfeste an. Es ist 22 Meter breit, 22,5 Meter tief und zwölf Meter hoch. Laut einem Technikblatt bietet es 48 Personen in zwölf Gondeln Platz. Vorbild ist der „Flipper“ des Herstellers Huss Rides aus Bremen, das seine Premiere 1987 auf dem Münchner Oktoberfest feierte. Durch Rotation, Pendeln und ständiges Auf und Ab werden die Gondeln mit den Passagieren unterschiedlich stark beschleunigt oder verzögert.

Erst am 22. September kam es auf einem Karussell anderem Typs auf dem Münchner Oktoberfest zu einem schrecklichen Unfall: Ein Zweijähriger war aus einem Karussell gestürzt und brach sich beide Beine. Der Tüv untersucht das entsprechende Fahrgeschäft.

Seelsorger vor Ort

In Potsdam war das Entsetzen über das Geschehene am Sonntag groß. „Wir sind alle tief geschockt und betroffen“, sagte Ron Affeldt, Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft des Oktobervolksfestes und des Brandenburgischen Schaustellerverbands Sanssouci, am späten Abend zur MAZ. Seelsorger seien nach dem Unglück vor Ort gewesen, um die „direkt und indirekt Betroffenen“ zu betreuen. Nach dem Aktivieren des Notrufs sei ein Rettungswagen innerhalb weniger Minuten eingetroffen – leider kam jede Hilfe zu spät.

Am Montag wird es Gespräche mit der Stadt und der Polizei geben. Erst danach könne man sagen, ob es schon am selben Tag oder erst nach mehreren Tagen mit dem Fest weitergeht, so Affeldt.

Trauer und große Anteilnahme

Sichtlich betroffen war auch Heiko Bengs, der als Geschäftsführer der Bengs Projekte UG für das Potsdamer Oktoberfest im großen Festzelt verantwortlich zeichnet. Er drückte seine tiefe Anteilnahme aus. „Wir bedauern natürlich diesen tragischen Vorfall und sind in Gedanken bei den Betroffenen und wünschen alles Gute und Stabilität für die nächsten Stunden“, sagte er. Das Festzelt wird erst am kommenden Mittwoch wieder eröffnet.

Von Ildiko Röd/Alexander Engels/dpa

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