Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Unheilbar kranke Lotta feiert fünften Geburtstag
Lokales Potsdam Unheilbar kranke Lotta feiert fünften Geburtstag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:02 08.01.2020
Lotta freut sich auf ihren Geburtstag. Quelle: privat
Potsdam

Noch sieben Mal schlafen, dann ist für Lotta der große Tag gekommen: Sie wird fünf. So ein wichtiger Geburtstag! Lotta wünscht sich einen Papageienkuchen, einen Tag im Schwimmbad und ein Trampolin.

Sich beim Hopsen auszutoben, das wäre vor nicht mal einem Jahr für Lotta undenkbar gewesen. Da waren ihre Mama Sandra Rathgeber (34) und die drei großen Schwestern schon froh, wenn sie es ohne Hilfe vom Kinderzimmer in die benachbarte Wohnstube geschafft hat. Da knickte Lotta bei jedem schwankenden Schritt ein, da konnte sie die Balance nicht halten, musste sich an der Wand entlangtasten und wurde im Rollstuhl durch ihre kleine Welt geschoben.

Welle der Hilfsbereitschaft

Im Februar 2019 hatten Ärzte eine Diagnose gestellt, die Lottas Familie schockierte und viele MAZ-Leser berührte: Das Mädchen leidet an einer spastischen und einer spinozerebellären Ataxie – an kaum erforschten, fortschreitenden Typen dieser neurologischen Krankheit. Lotta, so hieß es, wird wohl nie so alt wie ihre Teenie-Schwestern. Hoffnung fanden Sandra Rathgeber und ihre Familie in einer in Europa nicht zugelassenen Stammzellentherapie, die Lottas Krankheit zumindest verlangsamen sollte. Nach einer Welle der Hilfsbereitschaft – die übrigens bis heute anhält – waren so viele Spenden beisammen, dass Lotta und ihre Mutter im August nach Bangkok aufbrechen konnten.

Neues Job-Glück an der Supermarktkasse

Unheilbar krank ist Lotta auch heute noch. „Aber es geht ihr besser“, sagt Sandra Rathgeber. „Sie ist voller Energie und im Augenblick brauchen wir auch keinen Rolli.“ Seit Lotta im September aus Thailand zurückgekehrt ist, geht sie wieder in die Kita und Sandra Rathgeber seit November wieder arbeiten. Von ihrem alten Beruf hat sie sich allerdings getrennt: „Ich war sehr gerne in der Pflege – das schaffe ich nach diesem Jahr emotional aber nicht mehr,“ sagt Sandra Rathgeber. Sie sitzt nun an der Supermarktkasse und sei dort richtig happy: „Es tut gut, wieder zu arbeiten.“

Ein Jahr, das alles verändert hat

Das Jahr, das nun hinter Lotta und ihrer Familie liegt, hat alles verändert. „Auf ewig“, sagt Sandra Rathgeber. Versucht sie, dieses Jahr zu beschreiben, kommen ihr die Tränen. „Es war das Jahr, in dem man mir mein Leben nahm“, sagt sie. „Das Jahr in dem man mir sagte: Ihr Kind wird sterben.“ Die Angst sei nun immer da: „Die Angst vor dem, was kommt. – Was wird das nächste Jahr bringen?“

Manchmal sei die Hoffnung so groß, dass sie die Realität vergisst, sagt Sandra Rathgeber. Was sie aber nicht vergessen hat, sind die Gutmütigkeit und die Liebe, die Lotta im vergangenen Jahr erfahren durfte. „Wir haben nicht vergessen, dass uns so viele Menschen so großartig unterstützt haben.“

„Ach Lotti! Wir wollen doch noch so viele erste Male mit dir erleben“

In diesen Tagen vor Lottas fünftem Geburtstag denkt Sandra Rathgeber viel zurück – nicht nur an die schweren Zeiten, auch an die schönen. An all die ersten Male mit Lotta: an ihr erstes Lächeln, ans erste Zähnchen, die erste Scheibe Brot. „Ach Lotti! Wir wollen doch noch so viele erste Male mit dir erleben“, sagt Sandra Rathgeber. „Wir wollen deinen ersten Schultag erleben, dein erstes Zeugnis, deinen ersten Liebeskummer... Die Hoffnung und den Glauben daran tragen wir fest in unserem Herzen.“

Lesen Sie dazu auch:

Lotta aus Potsdam ist unheilbar krank

Neue Hoffnung für unheilbar kranke Lotta

Lottas Schicksal bewegt die Menschen im ganzen Land

Neue Hoffnung für unheilbar kranke Lotta

Hilfe für kranke Lotta

Lotta fliegt zur Stammzellentherapie nach Thailand

So geht es Lotta in Thailand

Lotta ist wieder zu Hause in Potsdam

Von Nadine Fabian

Sie war am 16. Dezember unvermittelt vor eine Tram geradelt, jede Notbremsung aussichtslos: Die ältere Dame wurde mitgeschleift und lebensgefährlich verletzt. Am Dienstag ist sie gestorben – die Polizei reagierte sofort.

08.01.2020

Vor einem knappen Jahr beauftragten die Stadtverordneten den Oberbürgermeister, die seit 2016 vakante Stelle des Uferbeauftragten schnellstmöglich wieder zu besetzen. Was sie nicht wussten: Es gab eine solche Stelle gar nicht mehr. Die Linke spricht von einem Skandal.

08.01.2020
Potsdam Unterstützung für städtische Galerie Aubel bekennt sich zur Erweiterung des Potsdam-Museums

Die Kulturbeigeordnete wünscht sich eine städtische Kunstgalerie als Erweiterung des Potsdam-Museums. Dazu will sie den Neubau der Genossenschaft „Karl Marx“ neben der Nikolaikirche nutzen. Dorthin will aber auch das Frauenzentrum.

08.01.2020