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Potsdam Hitzige Debatte um Regenbogenfahne an der Uni Potsdam
Lokales Potsdam Hitzige Debatte um Regenbogenfahne an der Uni Potsdam
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01:16 23.06.2019
Darf nicht am offiziellen Mast gehisst werden: die Regenbogenfahne auf dem Uni-Campus am Neuen Palais (hier im April 2008). Quelle: Christel Köster
Potsdam

An der Universität Potsdam ist eine Diskussion über das Hissen einer Regenbogenfahne als Zeichen für Toleranz und gegen Homophobie entbrannt. Hintergrund ist ein abgelehnter Antrag der Hochschulgruppe Upride, die sich für die Rechte homosexueller Studierender an der Uni einsetzt. Die Gruppe will anlässlich einer selbst organisierten „Queeren Woche“ ab dem kommenden Montag einmalig eine Regenbogenfahne an den offiziellen Flaggenmasten der Universitätsgebäude hissen.

Präsidium der Uni lehnt die Flagge am offiziellen Mast ab

Dies lehnt das Präsidium der Universität mit dem Verweis ab, dass die Fahnenmasten an der Universität „der Beflaggung bei offiziellen Anlässen, Staatstrauer oder ähnlichem“ vorbehalten seien. Erlaube man eine Ausnahme, müsse dies auch bei anderen, nicht verfassungsfeindlichen Gruppierungen möglich sein, schreibt die Uni in einer Stellungnahme.

Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) kritisiert die Entscheidung scharf. „Die Uni zeigt so nicht nur, dass ihr die Rechte von LGBTQI+ gleichgültig sind, sie geht aktiv gegen Aktionen von Studierenden gegen Homo- und Queerfeindlichkeit vor“, schreibt Leonie Gerhäuser vom Asta.

Regenbogenflagge wird auch am Rathaus gehisst

Sie verweist darauf, dass das Hissen von Regenbogenfahnen in vielen anderen Institutionen wie dem Brandenburger Landtag bereits etabliert sei. Tatsächlich wird die Regenbogenfahne unter anderem auch am Potsdamer Rathaus bereits seit 1993 als Zeichen der Solidarität mit der Emanzipationsbewegung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern gehisst. Die Universität teilte auf Rückfrage mit, dass man derzeit die Handhabung anderer Einrichtungen prüfe.

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Auch der Leiter der Koordinierungsstelle für LesBiSchwule-und-Trans*-Belange des Landes Brandenburg, Lars Bergmann kritisiert gemeinsam mit Benjamin Biewald von Upride die Entscheidung der Uni: „Die Regenbogenflagge ist das international bekannte Erkennungszeichen der LSBTIQ-Bewegung und nicht etwa eine Vereins- oder Gruppenflagge. Wir hätten erwartet, dass die Universität Potsdam dieser Einladung folgt, um ihrerseits ihre Haltung in dieser Frage deutlich zu machen.“

Diskussion um Fahne ist nicht neu

Die Diskussion um das Hissen der Regenbogenfahne ist derweil nicht neu. Bereits in den vergangenen Jahren hatte es Streitigkeiten um das Hissen der Fahne gegeben. Als Kompromiss war der Gruppe jeweils erlaubt worden, die Regenbogenfahne an einem eigenen mobilen Mast vor der Uni zu hissen. Dies plant die Gruppe auch in diesem Jahr. Allerdings beklagen sich die Studierenden, dass die Uni dieses Mal nicht erlaubt habe, den Mast in den Boden zu stecken.

Die Uni verweist wiederum darauf, dass der Universitäts-Präsident Oliver Günther die Initiative der Hochschulgruppe Upride begrüße und beim Hissen der Flagge im Jahr 2015 ein Grußwort gehalten habe. Auch in diesem Jahr sei eine Beteiligung des Präsidiums geplant.

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