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Potsdam Universität Potsdam baut Villa zu Digitalzentrum aus
Lokales Potsdam Universität Potsdam baut Villa zu Digitalzentrum aus
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00:18 07.05.2019
Die Villa der Universität Potsdam in der Babelsberger Karl-Marx-Straße 67.
Die Villa der Universität Potsdam in der Babelsberger Karl-Marx-Straße 67. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Die Universität Potsdam baut die Villa Karl-Marx-Straße 67 in Babelsberg zu einem Zentrum für die Wirtschaftsinformatik aus. „Künftig werden hier alle Fachgebiete der Wirtschaftsinformatik gebündelt“, sagte Universitätssprecherin Antje Horn-Conrad auf MAZ-Anfrage.

Drei Professuren der Wirtschaftsinformatik mit 20 Mitarbeitern seien dort bereits untergebracht, auch die SAP-Stiftungsprofessur für Wirtschaftsinformatik und Digitalisierung solle in dem Haus angesiedelt werden.

Umbenennung des Platzes vor der Villa?

Der Kulturausschuss diskutierte in seiner jüngsten Sitzung auf Antrag von CDU/ANW im Zusammenhang mit der Nutzung des Hauses die Benennung des Platzes vor der Villa nach Hedy Lamarr (1914-2000). Ihr Name stehe für Interdisziplinarität und Vielfalt der Digitalisierung, warb Götz Th. Friederich bei der Einbringung des Antrags.

Hedy Lamarr startete eine Karriere als Filmschauspielerin zunächst in Deutschland unter anderem an der Seite Heinz Rühmanns und war später auch in Hollywood erfolgreich. Für die Fernsteuerung von Torpedos habe sie den Prototypen des heutigen WLAN erfunden, sagte Friederich. Ins Gespräch sei Hedy Lamarr als Namenspatin auch gekommen, weil ihr zum Jüdischen Filmfestival 2018 in Potsdam eine eigene Veranstaltung gewidmet war.

Oder Umbennung der Villa selbst?

Gegen die Umbenennung des Platzes argumentierte der Straßennamensexperte Klaus Arlt. Die Biograpie stehe in keinem Zusammenhang mit Potsdam, teilte er dem Kulturausschuss mit. Er empfahl der Universität, nicht diesen „kleinen Platz“, sondern die Villa selbst nach der Künstlerin und Wissenschaftlerin zu benennen. Nach längerer Diskussion empfahl der Ausschuss Friederich, diesen Vorschlag an die Universität heranzutragen.

Uni-Sprecherin Horn-Conrad sagte auf MAZ-Anfrage: „Eine Namensgebung wäre denkbar, es bleibt jedoch dem Fakultätsrat vorbehalten, dies zu diskutieren und zu entscheiden. Eine Umbenennung des Platzes würde die Universität begrüßen.“

Der Ausschuss bestätigte einen ergänzenden Antrag der CDU/ANW, nach dem Hedy Lamarr in den sogenannten Straßennamenspool aufgenommen werden soll, in dem Vorschläge für spätere Straßenbenennungen gespeichert sind.

Von Volker Oelschläger