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Potsdam VW testet in Potsdam neue Mobilität
Lokales Potsdam VW testet in Potsdam neue Mobilität
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18:59 21.08.2019
Das VW Volkswagen Group Future Center Europe in der Schiffbauergasse Potsdam. Quelle: MAZ
Potsdam

Das Zukunftszentrum des Automobilkonzerns Volkswagen und die Stadt Potsdam haben am Mittwoch eine strategische Zusammenarbeit vereinbart, um neue Lösungen für die Mobilität der Potsdamer zu entwickeln. Bis zum Sommer 2020 will das Volkswagen Group Future Center Europe – so der offizielle Titel der VW-Institution in der Schiffbauergasse – mit Hilfe der Potsdamer neue Möglichkeiten im Nahverkehr aus Sicht der Nutzer testen.

„Wir entwickeln keine Fahrzeuge, sondern Angebote. Es geht bei dieser Zusammenarbeit nicht um fahrerlose Technologien, auch nicht um ein Businessmodell. Wir sind nutzergetrieben“, erklärte Ulrike Müller, Designerin und Geschäftsführerin des VW-Zukunftszentrums im Rathaus.

So tun, als ob

„Wir tun so, als ob autonomes Fahren bereits existiert und wollen mit den Bürgern ausprobieren, wie diese mit einem solchen Angebot umgehen würden, welche Probleme dabei auftauchen. Wir wollen Erfahrungen sammeln“, so Müller. Denn das Ziel soll nicht eine irgendeine App sein, die dann ungenutzt bleibt.

VW habe auch keine Lösung parat, sondern mit der Stadt ein Problem definiert, das man mit intensiver und schneller Rückkopplung mit den Nutzern Schritt für Schritt lösen wolle – ein Designprozess, in dem der Mensch als Nutzer im Zentrum stehe.

Ulrike Müller, Geschäftsführerin VW Volkswagen Group Future Center Europe GmbH und Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert unterzeichnen im Blauen Salon des Rathauses einen „Letter of Intent“ für eine Zusammenarbeit Quelle: Peter Degener

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) fühlte sich „fast euphorisch“, er sei nach einem Besuch in der Schiffbauergasse im Jahr 2018 „tief beeindruckt“ von der Arbeitsweise des Zukunftszentrums gewesen. „Die Tragweite dieses Termins können wir heute noch gar nicht abschätzen“, sagte er vor der Unterzeichnung der Absichtserklärung.

Potsdam als Reallabor

Schon bei seinem Amtsantritt hatte er angekündigt, sich für den Wissenstransfer der hiesigen Forschung einzusetzen. „Ich möchte Potsdam als Reallabor anbieten. Jetzt haben wir einen ersten Partner“, sagte er am Mittwoch. Noch unter seinem Vorgänger Jann Jakobs (SPD) hatte es erste Gesprächen mit dem VW Future Center Europe gegeben. Seit einigen Monaten gibt es eine gemeinsame Arbeitsgruppe „Neue Mobilität Potsdam“.

Auch für Volkswagen handelt es sich laut Ulrike Müller um einen „Paradigmenwechsel, nicht hinter den hohen Mauern unseres Studios in der Schiffbauergasse zu arbeiten, sondern in der Stadt.“ Potsdams Verkehrsplaner Norman Niehoff stellte als Ziele des Projekts zwei konkrete Schwerpunkte vor. Es gehe langfristig um eine Weiterentwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs.

Andere Routen besser bedient werden

Durch die Verknüpfung des bestehenden Angebots mit fahrerlosen Shuttles oder durch Software koordinierten Fahrgemeinschaften könnten entlegene Ortsteile oder gering nachgefragte Routen besser bedient und auch Angebote in Randzeiten geschaffen werden. Die Angebotslücke zwischen dem günstigen Bus- und Bahnverkehr einerseits und dem bequemen Taxi andererseits will die Stadt Potsdam gemeinsam mit VW schließen.

So sollen „Alternativen zum Autobesitz“ für eine nachhaltige Quartiersentwicklung geschaffen werden – das ist der zweite Schwerpunkt.In den kommenden Wochen werden Stadt und VW die ersten Szenarien und Routen, die getestet werden sollen, festlegen. Dann erst wird auch erklärt, wie interessierte Potsdamer sich als Tester beteiligen können. Es geht dabei um gemischte Gruppen und nicht nur technik-affine Personen. Denn auch die Frage, wie Senioren und Menschen mit Behinderungen solche Angeboten nutzen können, soll ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit VW werden.

Zukunft ist offen

Wie es nach dem Sommer 2020 weiter gehe sei genau so offen, wie die Lösungen die entwickelt werden. „Es gibt keine festen Inhalte. Wir werden sehen, wann wir ein Ergebnis haben, mit dem wir zufrieden sind“, sagte Ulrike Müller über die Kooperation mit der Stadt.

Von Peter Degener

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