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Potsdam Vandalismus im Park Sanssouci: Schäden in Höhe von 170.000 Euro
Lokales Potsdam

Vandalismus im Potsdamer Park Sanssouci: 170.000 Euro Schaden - Täter schwer verletzt

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22:28 08.07.2021
Zerstörte Fenster und Vasen an der Orangerie im Park Sanssouci.
Zerstörte Fenster und Vasen an der Orangerie im Park Sanssouci. Quelle: Sarah Kugler/SPSG
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Potsdam

Der Schaden ist erheblich: Nach den Einbrüchen in drei Häusern der Potsdamer Schlösserstiftung in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch wurde nun eine Schadenssumme von 170.000 Euro ermittelt. Das teilte die Stiftung am Donnerstag mit. Wie berichtet soll laut Angaben der Polizei ein 23-Jähriger sowohl in die Neuen Kammern, das Keith-Haus als auch in die Orangerie eingebrochen sein und sich anschließend vom Dach der Orangerie gestürzt haben.

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Drei Vasen sind irreparabel zerstört

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Restaurierung hätten nun die Schäden geprüft und vor allem Glasbruch, beschädigte Türen sowie drei vom Nord-Ost-Pavillon des Orangerieschlosses herabgestürzte Ornamentvasen aus Zinkguss festgestellt. Bei den drei Ornamentvasen handele es sich um Kopien aus den 1970er Jahren, die irreparabel zerstört seien und ersetzt werden müssen. Im Falle einer vierten beschädigten Vase scheint laut Stiftung eine Restaurierung möglich.

Eine der zerstörten Fensterscheiben war eine im 18. Jahrhundert gefertigte kleine originale Scheibe aus den Neuen Kammern, eine andere eine große Originalscheibe aus dem Orangerieschloss. Außerdem wurden mehrere Türen beschädigt, darunter je eine furnierte Innentür in den Neuen Kammern und im Orangerieschloss. Glück im Unglück: Darüber hinaus sei kein Kunstgut abhanden noch zu Schaden gekommen.

Zerbrochene Scheiben und Scherben an der Vorderseite der Orangerie im Park Sanssouci am 7. Juli 2021. Quelle: Sarah Kugler

Zu der vorläufig ermittelten Schadenssumme in Höhe von rund 170.000 Euro kommen laut Stiftung allerdings noch Eigenleistungen, die von den Restauratorinnen und Restauratoren beziehungsweise von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Schirrhofes zu erbringen sind.

Umgestoßener Pflanzenkübel an der Orangerie. Quelle: Sarah Kugler

Tatverdächtiger ist nicht vernehmungsfähig

Der Tatverdächtige liege derweil noch immer schwer verletzt im Krankenhaus und sei nicht vernehmungsfähig, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte. „Zum mutmaßlichen Motiv der Taten dauern die Ermittlungen noch an“, heißt es. Weitere gesundheitsbezogene Angaben könnten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht herausgegeben werden.

Ebenfalls noch unklar ist, ob es sich bei dem Tatverdächtigen um den gleichen Mann handelt, der früher am Dienstagabend nackt über einen Friedhof in der Puschkinallee gelaufen sein soll. Die Auswertung der gesicherten Spuren sei dahingehend noch nicht abgeschlossen und die Ermittlungen dauerten weiter an, teilte die Polizei auf Nachfrage mit.

Der 23-Jährige aus dem Landkreis Teltow-Fläming war von der Polizei am Dienstag kurz vor Mitternacht beim Wüten in der Orangerie erwischt worden. Er soll schließlich auf das Dach des Orangerieschlosses geklettert und die Zinkgussvasen vom Dach gestoßen haben. Oben zog er sich laut Bericht der Polizei aus, ließ sich „unvermittelt vom Dach der Orangerie fallen und stürzte mehrere Meter tief“.

Von MAZonline/sku

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