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Potsdam Verein vergibt Umweltnegativpreis an drei Behörden – fürs Ramponieren eines geschützten Biotops
Lokales Potsdam

Verein vergibt Umweltnegativpreis "Schwarzer Rabe" an drei Behörden - für Umweltsünden in Wildpark-West

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19:24 29.01.2021
Mehr als 300 etwa 50- bis 70-jährige Erlen wurden im März und April 2020 im geschützten Biotop „Kleiner Entenfangsee“ Wildpark-West gefällt, wirft der Verein den Behörden vor.
Mehr als 300 etwa 50- bis 70-jährige Erlen wurden im März und April 2020 im geschützten Biotop „Kleiner Entenfangsee“ Wildpark-West gefällt, wirft der Verein den Behörden vor. Quelle: Jim Kent
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Wildpark-West

Der Verein Waldsiedlung Wildpark-West verleiht erstmals den regionalen Umweltnegativpreis „Schwarzer Rabe“. Die „Trophäe“ geht an drei Behörden, denen er Verein vorwirft, ein geschütztes Biotop und Denkmal in Wildpark-West schwer ramponiert zu haben. Preisträger 2020 „sind zu gleichen Teilen der Landesbetrieb Forst Brandenburg, die Untere Naturschutzbehörde Potsdam sowie das Landesamt für Denkmalpflege“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins, der seinen Sitz in der Gemeinde Schwielowsee hat und den Preis für „besonders schwerwiegende Umweltsünden“ in der Region vergibt.

Mehr als 300 Erlen gefällt

Mit der symbolischen Verleihung des Preises werde das Handeln der drei Behörden zu Ungunsten des geschützten Biotops und Denkmals des „Kleinen Entenfangsees“ von Wildpark-West bedacht, „dem im vergangenen Frühjahr mehr als 300 Erlen und Randbereiche des Denkmals zum Opfer fielen“, heißt es darin weiter.

Vereinsvorsitzender spricht von vorsätzlicher Zerstörung eines Biotops

„Sicherlich hätten im vergangenen Jahr im Raum Potsdam auch andere Anwärter diesen Preis verdient, doch die beispiellose und vorsätzliche Zerstörung eines geschützten Biotops im Nebel des ersten Lockdowns stellt alles andere qualitativ in den Schatten“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Natur- und Umweltschutzfördervereins, Carsten Sicora.

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Er führt weiter aus: „Ein Revierförster, der glaubt, ,niemanden fragen zu müssen’, eine Naturschutzbehörde, die im Nachgang ,keine Beeinträchtigung’ eines geschützten Erlbruchwaldes feststellen kann, obwohl dieser bei der als ,Pflege’ bezeichneten Maßnahme gefällt worden ist, und eine Landes-Denkmalbehörde, welche die forstlichen Interessen über die Erhaltung des ältesten Denkmals seiner Art in ganz Deutschland stellt, lässt nicht nur mich ungläubig zurück. Ökologisch so wertvollen Bruchwald ohne Not zu roden, zeigt, dass es die handelnden und kontrollierenden Behörden leider noch nicht verstanden haben, welch wichtige Funktion der noch vorhandene Wald für unsere Gesellschaft innehat“, so Sicora.

Kurfürst Friedrich III. legte den Entenfangsee an

Der Kleine Entenfangsee wurde nach Vereinsangaben 1694 von Kurfürst Friedrich III. angelegt „und überstand im Laufe der letzten 300 Jahre unbeschadet Feldzüge, Eroberungen und zwei Weltkriege“. Seit 2012 wird der in großen Teilen verlandete See als Denkmal geführt und ist geschütztes Biotop. „Seine vernässten Niederungen und die sogenannte Suhle, ein kleiner See im Inneren der Anlage, dienen tausenden von Amphibien als Lebensraum und Rückzugsort“, teilte der Verein mit.

Preis soll auch anregen, die Umweltschäden zu beseitigen

„Dieser Preis soll auf die Zerstörung der Natur direkt vor unserer Haustür aufmerksam machen, zum Nachdenken anregen und den Preisträgern zudem die Möglichkeit geben, die verursachten Umweltschäden wieder zu beseitigen oder zu mildern“, sagt Carsten Sicora. Er würde sich freuen, „wenn der Brandenburger Landesforstbetrieb von der Klugheit des Raben profitiert, junge Erlen nachsetzt und das während der Fällmaßnahme verwüstete Umfeld des Denkmals, einschließlich des Rastplatzes, für Besucher und Touristen wieder herrichtet. Wir Einwohner von Wildpark-West wollen dabei gerne behilflich sein“.

Von MAZ-online/Jens Steglich