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Potsdam Verfallenes Heidehaus wird zum neuen Kieztreff
Lokales Potsdam Verfallenes Heidehaus wird zum neuen Kieztreff
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22:04 18.03.2019
Thomas Geisler (l.) und Martin Buber vom Verein Interlog vor dem Heidehaus – sie kümmern sich um die Belebung des Kieztreffs. Quelle: Peter Degener
Babelsberg

Am Heidehaus in Babelsberg hat nach längerer Verzögerung endlich die Sanierung begonnen. Das kleine, denkmalgeschützte Häuschen wird bis Jahresende zum Kieztreff für die Heidesiedlung an der Großbeerenstraße und der Pestalozzistraße umgebaut. Gerade holen Arbeiter im Auftrag der städtischen Pro Potsdam zahlreiches Material aus dem Haus. Anschließend soll der denkmalgerechte Ausbau beginnen.

Anwohner sollen Programm im Heidehaus bestimmen

„Der Kiez soll das Programm des Hauses bestimmen. Die Räume in dem Haus stehen für die Ideen der Nachbarn zur Verfügung“, sagt Thomas Geisler. Er ist der Vorsitzende des Interlog-Vereins, der die Trägerschaft des Heidehauses übernommen hat. „Ohne die Bewohner der Siedlung und ihre Initiative würden wir jetzt nicht über dieses Haus reden“, ist sich Geisler sicher.

Tatsächlich hatten sich die Mieter der rund 90 Wohnungen der Heidesiedlung vor Jahren erfolgreich für einen Verbleib ihrer Wohnungen bei der Pro Potsdam stark gemacht und auch für den Ausbau des Heidehauses für die Mieter geworben.

Am Heidehaus haben die Arbeiten begonnen. Quelle: Peter Degener

Sanierung wird durch Städtebauförderung ermöglicht

Im Mai 2016 wurde dann die Absichtserklärung zwischen Interlog, Pro Potsdam, Stadtverwaltung und dem Infrastrukturministerium des Landes getroffen. Die Abstimmungen mit dem kleinen Verein, aber auch die Planung der denkmalgerechten Sanierung zogen sich in die Länge. Erhaltene Elemente wie der Schriftzug „Heidehaus“ am Eingang, hölzerne Fenster und die Eingangstür sollen aufgearbeitet werden. Die verschiedenen Holz- und Steinböden und die naturroten Ziegel auf dem Dach sollen das um 1850 errichtete Haus zum Schmuckstück am Findling machen.

Durch Fördermittel des Städtebaulichen Denkmalschutzes wird die Maßnahme finanziert. 570.000 Euro der rund 650.000 Euro Gesamtkosten stammen aus dem Förderprogramm, so Pro-Potsdam-Sprecherin Anna Winkler. Für den Betrieb erhält der Verein künftig Unterstützung von der Stadt Potsdam, die unter anderem Miete und Betriebskosten finanziert. Geisler hofft auch auf zwei halbe Stellen – dafür steht die Entscheidungen aber noch aus.

Der alte Schriftzug „Heidehaus“ über dem Eingang ist noch erhalten. Quelle: Peter Degener

Betreiberverein erforscht Geschichte des Denkmals

Der Verein mit seinen zwölf Mitgliedern hat seitdem nicht nur abgewartet. „Wir haben schon mit vielen Projekten angefangen, bislang treffen wir uns dazu in den Wohnzimmern“, sagt er. Der stereotypische Häkelkreis gehört ebenso dazu wie eine Gruppe Programmierer. Einen Kiez-Podcast wird es vermutlich ebenfalls geben. Bereits seit 2018 recherchiert eine Gruppe Jugendlicher und Kinder die Geschichte des Heidehauses. „Deine, meine, unsere Heide“ nennt sich die Gruppe.

„Wir waren in Archiven und haben Dokumente aus der Geschichte des Hauses gefunden, aber wir brauchen Unterstützung beim Lesen der alten Schriften“, sagt Martin Buber, der sich um das Geschichtsprojekt kümmert. Außerdem suchen sie Zeitzeugen und Fotografien, um auch die Geschichte des Umfelds dokumentieren zu können. „Dieser Ort soll nicht nur den Mietern der Heidesiedlung vorbehalten sein, sondern dem ganzen Kiez dienen“, sagt Geisler mit Blick auf die umliegenden Straßenzüge.

Rund 90 Wohnungen befinden sich in dem Bauriegel, der sich entlang der Großbeerenstraße und Pestalozzistraße zieht, Quelle: Peter Degener

Der Einzug wird voraussichtlich noch 2019 möglich sein

Ende 2019 soll es für die verschiedenen Gruppen dann zwei größere Räume im Erdgeschoss des Heidehauses geben, die für Seminare und Veranstaltungen genutzt werden können. Eine Küche ist auch vorgesehen, damit die gewohnte Gemütlichkeit nicht verloren geht. Im Dachgeschoss erhält der Verein einen Büroraum.

Kontakt zum Verein: info@interlog-ev.net

Die Babelsberger Heidesiedlung

Die Heidesiedlung entstand in den 1930er Jahren.

Sie gehört zu den vier sogenannten Restitutionssiedlungen im Eigentum der städtischen Pro Potsdam. Sie waren wegen jahrzehntelanger ungeklärter Rückübertragungsansprüchen nicht saniert worden. Die übrigen drei Siedlungen liegen an der Albert-Einstein-Straße am Brauhausberg, der Behlertstraße, sowie der Siedlung Grünstraße.

Im Jahr 2013 wurde der mehrfach geknickte Bauriegel der Heidesiedlung an der Pestalozzistraße und der Großbeerenstraße endgültig der Pro Potsdam zugesprochen.

Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung sollen alle vier Restitutionssiedlungen sozialverträglich saniert werden, um die angestammten Mieter nicht zu verdrängen. 2015 wurde damit in der Heidesiedlung begonnen.

Von Peter Degener

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