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Potsdam Verkehrsbetrieb stellt neue Fahrer ein
Lokales Potsdam Verkehrsbetrieb stellt neue Fahrer ein
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00:20 10.10.2018
Tram-Fahrschule in Potsdam: Die Kurse sind komplett belegt bis März. Dann soll wieder genügend Personal da sein. Quelle: Bernd Gartenschläger
Babelsberg

Die Zeiten dauernder Zugausfälle und Notfahrpläne im öffentlichen Nahverkehr von Potsdam sollen bald vorbei sein. Der Verkehrsbetrieb (Vip) hat 25 neue Fahrer verpflichten können. „Die Fahrschulkurse sind voll“, sagt Unternehmenschef Oliver Glaser. Zum Ende des ersten Quartals 2019 werde man „wieder genügend Fahrer haben, um auch mal drei Krankmeldungen auf einmal ausgleichen zu können.“ Immerhin muss jeder Neue alle Strecken und Bahnen kennenlernen und die entsprechenden Lehrfahrten absolvieren.

Zwei Krankmeldungen im Laufe des Wochentages kann die Leitstelle meist noch durch Umorganisieren von Diensten ausgleichen, bei dreien wird es jedoch eng, und wenn sich jemand nach 21 Uhr abends abmeldet, ist „Not am Mann“. Das kam offenbar öfter vor.

Da war im Sommer nicht mal mehr durch den Einsatz von Mitarbeitern aus der Verwaltung und der Werkstatt der volle Fahrbetrieb zu schaffen; sogar Führungskräfte –auch Glaser selbst – setzten sich immer wieder ans Steuer. Die Schulung aller Straßenbahnfahrer auf den neuen Streckenteilen nördlich des Bornstedter Feldes und auf den XL-verlängerten Combino-Zügen hatte ohnehin schon Fahrer abgezogen und den Fahrschulbetrieb mit nur zwei Lehrern zusammenbrechen lassen, als die Grippewelle ausgeglichen werden musste. Und als wäre all das nicht schlimm genug, war auch ein Personalabgang aus Altersgründen spürbar geworden; der ist noch nicht vorbei.

„Ich muss die Fahrer, die das alles geleistet haben, loben“, sagt der Chef: „Die waren mit einem gewaltigen Einsatz dabei.“ Mit den 25 Neuen habe man jetzt genügend Fahrer. „Aber die“, so Glaser, „sind noch nicht alle produktiv. Die haben Verträge, stehen aber noch in Ausbildung oder kommen erst in Ausbildung. In einem Vierteljahr sind die mit allem durch.“

Glaser sieht für die Sommer-Krise nicht den „einen großen Fehler, den man hätte vermeiden können. Da sind viele kleine Dinge nicht rund gelaufen.“ Das habe man ausgewertet und Lehren daraus gezogen. Die Ausfälle seien deutlich zurückgegangen: „In den vergangenen Tagen hatten wir gar keine.“

Der Geschäftsführer räumt ein, dass manche Dienstregelung belastend ist, etwa, wenn es geteilte Schichten gibt mit mehrstündigen Pausen zwischen dem Früh- und dem Spätteil. Doch es gibt auch einen Pool von Mitarbeitern, die ganz bewusst diese Dienste wählen und sich damit ein freies Wochenende sichern; bei Normalschichten ist das anders. Es gibt jedoch mehr geteilte Dienste als Fahrer dafür. „Zwei bis drei Mal im Monat passiert einem das auch ungewünscht.“ Zahlreiche Pausen würden zwar bezahlt, versichert Glaser, aber die langen, so genannten Blockpausen nicht; die seien im Zehn-Minuten Takt der Bahnen nicht auszuschließen. Dass diese Pausen nicht bezahlt werden, sei normal: „Wenn die Verwaltung Mittag macht, bekommt sie während dieser Zeit auch kein Geld.“

Das neue Personal hat man über Anzeigen aquiriert und von Personaldienstleistern übernommen. Merkwürdigerweise führten auch die Negativschlagzeilen in der Presse zu einem gesteigerten Interesse. Für den Tram-Bereich hat man stets mehr Bewerber als für die Busse; die Bahn gilt als Idealfahrzeug für Quereinsteiger aus anderen Berufen. Sogar ein Student fährt Straßenbahn in Vollzeit, für ein Jahr; dann geht wieder das Studium vor.

Unter den 275 Vip-Fahrern gibt es zwar etwa acht Prozent Ausländer, sogar aus Afrika und Südamerika, aber noch keine Flüchtlinge. „Die ÖPNV-Branche in Deutschland muss sich diesem Thema stellen“, sagt Glaser. Einfach einstellen könne man diese Menschen nicht: „Nur Bus fahren können, reicht nicht. Die Fahrgäste vertrauen dem Fahrer, dass er sicher fährt und auch mal einen Konflikt schlichtet oder bei Unfällen die richtigen Meldungen an die Leitstelle absetzt.“ Dazu müsse er ausreichend deutsch sprechen; Missverständnisse könnten schlimmstenfalls zum Erliegen des Verkehrs führen. „Wir beobachten mit Interesse, welche Erfahrungen andere Verkehrsunternehmen mit der Integration von Flüchtlingen machen und welche Fälle eine Option auch für uns sein könnten“, schließt Glaser ab.

Von Rainer Schüler

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