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Potsdam ViP will Fahrpreiserhöhung in Potsdam
Lokales Potsdam ViP will Fahrpreiserhöhung in Potsdam
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09:08 15.07.2014
Quelle: Michael Hübner
Potsdam

Die Note 1 haben Potsdamer Bus- und Straßenbahnnutzer dem städtischen Verkehrsbetrieb ViP für seinen Service erteilt. Sehr zufrieden zeigten sich Teilnehmer der jüngsten Kundenbefragung über das Info-Telefon und die Verständlichkeit des Tarifsystems.

Allein für Fahrkartenautomaten sind in den letzten Jahren zwei Millionen Euro investiert worden. Weiter verbessert hat sich auch die Fahrgastinformation in den Fahrzeugen, Fahrweise und Freundlichkeit der Bus- und Tram-Lenker sowie die behindertengerechteAusstattung. "Das ist wie beim WM-Titel", sagte Aufsichtsratschef und Stadtkämmerer Burkhard Exner (SPD) am Montag erfreut: "Wir haben jetzt einen Stern, den es zu verteidigen gilt. Nun heißt es, das Niveau zu halten."

Anforderungen an Personennahverkehr steigt
Das wird weitere Investitionen erfordern. "Wir wünschen uns auch eine Fahrpreiserhöhung", sagte ViP-Geschäftsführer Martin Grießner am Montag bei der Vorstellung der Kundenbefragung. Die Energiekosten steigen und das reformierte Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) werde sich negativ auswirken. "Das trifft uns künftig mit einem geschätzten Betrag im fünfstelligen Bereich", sagte ViP-Technik-Chef Oliver Glaser. Ein weiteres Problem sind versiegende Zuschüsse. "Die Fördermittelkulissen verschlechtern sich", sagte Exner. Künftig werde das Unternehmen die Hauptlast von Investitionen wohl allein tragen. Für einen Straßenbahnzug wären das rund 2,5 Millionen Euro. "Mit den 18 neuen Vario-Bahnen werden wir nicht auskommen", prognostiziert Exner. (Das letzte Fahrzeug wird für Juli erwartet.) Man müsse auch alte Bahnen ertüchtigen, um den Anforderungen des öffentlichen Personennahverkehr der vor allem im Norden wachsenden Landeshauptstadt gerecht zu werden. Dabei könnte eine Tram-Trasse zum Jungfernsee und nach Krampnitz - in dem neuen Stadtteil sollen 3800 Menschen ein Zuhause finden - helfen. Das Für und Wider werde man "sorgfältig betrachten müssen", so Exner. Ihm schwebt ein Vorgehen wie beim Schulentwicklungsplan vor, in dem der Bedarf bis 2020 erfasst ist.

Doch nicht nur "Erweiterungsinvestitionen, sondern auch Instandhaltungsmaßnahmen" kommen laut Exner auf den Mobilitätsdienstleister zu. Zwar sei das zirka 80 Kilometer lange Schienennetz seit 1990 generalsaniert, doch müsste man bald wieder bauen. Etwa an der am stärksten beanspruchte Trasse Heinrich-Mann-Allee. "Darüber geht sämtlicher Verkehr", sagte Glaser. Der Verschleiß bei normalen Trassen, wo Bahnen im Zehn-Minuten-Takt fahren, sei geringer. Die halten bis zu 40 Jahre. Summa summarum bezifferte Exner die Kosten für Modernisierung und Instandhaltung auf "x mal 10 Millionen Euro".

Pünktlichkeit wird kritisiert
Minuspunkte und damit ein wenig schlechtere Noten als bei der letzten Erhebung 2012 gab es für die Pünktlichkeit und das Einhalten der Anschlüsse zur S-Bahn. Davon fühlen sich laut Technikchef Glaser fünf Prozent der Kunden ständig und 65 Prozent gelegentlich betroffen. Ursache seien auch Potsdams viele Straßenbaustellen. "Und wenn die S-Bahn selbst nach Baustellenfahrplan fährt, ist es für uns schwierig zu reagieren", räumt Glaser ein, zumal die ViP Hauptbahnhof, Babelsberg und Griebnitzsee bedienen müsse. "Das ist täglich eine große Herausforderung." Zufrieden sind die Kunden indes mit den Anschlüssen zum Regionalexpress der Deutschen Bahn. Für gewünschte kürzere Tram-Takte nach 21 Uhr etwa zur Glienicker Brücke gebe "keinen Bedarf", so Grießner.

Zufriedenheit steigt

  • 785 Fragebögen von Bus- und Tram-Kunden wurden ausgewertet. Sie waren im April befragt worden.
  • Die Gesamtzufriedenheit mit dem Verkehrsbetrieb ViP liegt bei 2,21 (2012: 2,34). Grundlage ist eine Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (sehr unzufrieden). Vergleichbare Erhebungen erfolgen alle zwei Jahre seit 2006.
  • Im Vergleich zur vorangegangenen Untersuchung sind einige Verbesserungen zu registrieren. So haben die ViP-Nutzer eine positive Entwicklung bei den Fahrgastinformationen, der Fahrweise und der Sauberkeit in den Fahrzeugen registriert.
  • Auch bei den Haltestellen ist eine höhere Zufriedenheit der Kunden zu verzeichnen. Die Bushaltestellen werden dabei aber etwas kritischer beurteilt, wie die Befragung der Verkehrsbetriebe ergab.
  • Die Fahrgastzahlen steigen jährlich um bis zu drei Prozent, die der Stammkunden um bis zu 15 Prozent. Deren Zahl hat sich seit 2009 auf rund 12.000 knapp verdoppelt.

Von Carola Hein

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