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Potsdam Vermisstes Mädchen (6) aus Potsdam wurde offenbar sexuell missbraucht
Lokales Potsdam Vermisstes Mädchen (6) aus Potsdam wurde offenbar sexuell missbraucht
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00:25 30.05.2019
Noch am Montagvormittag untersuchten Mitarbeiter der Spurensicherung der Polizei die Wohnung des Tatverdächtigen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Das zwischenzeitlich vermisste sechsjährige Mädchen in Drewitz ist sexuell missbraucht worden. Das hat eine medizinische Untersuchung in einem Krankenhaus ergeben, die bis in den späten Sonntagabend hinein andauerte.

Laut Staatsanwaltschaft Potsdam ist der Haftbefehl gegen einen zunächst vorläufig festgenommenen 58-Jährigen am Montag ergangen. Der Verdächtige befindet sich derzeit in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel in Untersuchungshaft.

>>Lesen Sie dazu auch: Eltern sollen dem Mädchen keine Fragen stellen

Gegen ihn besteht wird laut Haftbefehl dringender Tatverdacht wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Freiheitsberaubung. Der Tatverdächtige schweigt bisher und wird jetzt anwaltlich vertreten. Das Mädchen ist nach MAZ-Informationen mittlerweile vernommen worden.

Der 58-jährige Deutsche wurde bereits am Sonnntagnachmittag in einer Ein-Raum-Wohnung im Hertha-Thiele-Weg festgenommen. Mitarbeiter der Spurensicherung der Polizei untersuchten die Wohnung des Tatverdächtigen am Montag erneut stundenlang. Zudem befragten Polizisten Anwohner und mögliche Zeugen.

Das sechsjährige Mädchen war am Samstagnachmittag vor einem Möbelhaus verschwunden. Es hatte sich nach einem Einkauf in einem Porta-Möbelmarkt in Drewitz an der Straße zum Kirchsteigfeld von dem Vater und drei weiteren jüngeren Kindern getrennt und war allein mit dem Fahrstuhl nach unten gefahren, ohne zu warten. Dann verlor sich die Spur des Mädchens.

900 Meter entfernt gefunden

Der Vater suchte seine Tochter zusammen mit Bekannten erfolglos. Am späten Abend meldeten sie die Sechsjährige bei der Polizei als vermisst. Die startete einen Großeinsatz und suchte mit 70 Leuten, einer Hundestaffel, einer Drohne und einem Hubschrauber bis tief in die Nacht hinein. Auch der Möbelmarkt wurde noch einmal komplett durchsucht.

Am Sonntagmittag fand die Polizei das Mädchen schließlich weinend zwischen der Konrad-Wolf-Allee und dem Hertha-Thiele-Weg – und nur rund 900 Meter von dem Möbelmarkt entfernt, wo es 22 Stunden zuvor verschwand. Es wurde sofort medizinisch betreut und von besonders ausgebildeten Beamten alters- und kindgerecht befragt. Eine Meldung der PNN, wonach das Kind ausgesagt habe „geklaut“ worden zu sein und aus der Wohnung des Tatverdächtigen eigenständig floh, wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen.

Nachbarn sind schockiert

In der unmittelbaren Nachbarschaft der Wohnung des mutmaßlichen Täters zeigten sich die Anwohner auch am Montag noch schockiert. „So etwas kennt man sonst nur aus Filmen“, sagt eine Frau, die in der angrenzenden Wolfgang-Staudte-Straße wohnt. „Ich will gar nicht wissen, was da genau passiert ist. Man hat ja selber Kinder.“ Ein Nachbar des Tatverdächtigen beschreibt diesen als Einzelgänger: „Er war kaum zu Hause, vielleicht ein oder zwei Tage in der Woche“, sagt er, „so genau kannte man sich deswegen gar nicht“. Mehrere Nachbarn beschreiben ihn unabhängig voneinander als häufig alkoholisiert.

Von Ansgar Nehls

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