Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Vier Wochen zuckerfrei
Lokales Potsdam Vier Wochen zuckerfrei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:49 21.11.2017
Alles auf Zucker! Susanne Hackel zeigt den Kursteilnehmerinnen, dass es süße Alternativen zum Industriezucker gibt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Brandenburger Vorstadt

Diese eine Tüte hütet Steffi wie einen Schatz. Die Schokolade hat sie aus ihren Leben verbannt, die Kekse und die Gummibärchen. Diese eine Tüte Zucker aber thront daheim wie ein Mahnmal. „Ich fühle mich einfach besser, wenn sie da ist – für den Notfall gewappnet“, sagt Steffi, die beschlossen hat, dem Zucker für eine Weile zu entsagen. Mit drei anderen Potsdamerinnen nimmt sie am Kurs „Blumen statt Schokolade“ von Susanne Hackel teil. Die Heilpraktikerin und Kräuterexpertin begleitet die Frauen auf ihrem Weg durch vier zuckerfreie Wochen. „Das ist zumindest der Plan“, sagt Simone. „Es ist schon hart.“

Dass Zucker ungesund ist, weiß jedes Kind und dennoch lieben ihn die meisten Menschen, auch Steffi, Simone, Astrid und Silvia. Sie sind in die Kräuterwerkstatt gekommen, weil die Abkehr vom süßen Gift gemeinsam leichter ist und weil sie für ihren Alltag vieles lernen können: Susanne Hackel macht die Kursteilnehmerinnen unter anderem mit Wildkräutern vertraut, hinterfragt mit ihnen ihre Ernährungsgewohnheiten und stellt gesunde Gaumenfreuden vor. „Es ist jetzt an der Zeit, sich für die kalten Monate zu wappen und den Körper mit einer zuckerfreien Zeit zu unterstützen“, sagt die Heilpraktikerin. Mit der Hilfe von Heilpflanzen könne man neue Kraft schöpfen und entgiften.

Slalom durch den Supermarkt, denn die Verlockungen lauern überall

Für Steffi, Simone, Astrid und Silvia, die ihre vollen Namen nicht in die Öffentlichkeit tragen wollen, ist Halbzeit. „Der Verzicht fällt sehr schwer“, sagt Simone. Die anderen Frauen nicken wissend. „Die Verlockungen lauern überall“, ergänzt Silvia. „Und jetzt, so kurz vor Weihnachten, werden es immer mehr.“ Sie müsste im Supermarkt Slalomläufe einlegen, um dem „Zuckerschwert“ aus dem Weg zu gehen, erzählt Steffi: „Und dann kommst du an die Kasse und alles ist mit Süßigkeiten zugebaut! Du hast kaum ’ne Chance. Zucker ist einfach überall.“

In Susanne Hackels Kräuterwerkstatt, die unter dem Dach der in der Logopädie Mundharmonie in der Nansenstraße 18 zu finden ist, stimmen sich die Frauen auf ihre nächste Woche ohne Zucker ein. In dem hohen Altbau-Zimmer ist es schön warm, doch die gelben Holzdielen sind kühl. Die Frauen tragen dicke Socken und Pantoffeln und nippen an dem Tee, den Susanne Hackel ihnen eingeschenkt hat, eine Mischung aus Fichtenspitzen und Weißdorn, aus Apfel, Hagebutte und Quitte, aus Mistel, Wacholder und Gänseblümchen. Auf dem Tisch steht eine Schale Popcorn. Es duftet verführerisch – und darf auch verführen. In Kokosöl geschwenkt, schmeckt es süß, ohne kandiert worden zu sein. Nur wenige Krümel bleiben übrig.

Rezepte und Tipps für zu Hause

Susanne Hackel und die Kursteilnehmerinnen treffen sich wöchentlich. Heute tauschen sie sich über Zucker-Alternativen aus. Steffi hat Trockenfrüchte für sich entdeckt. Simone greift nun viel öfter zu frischem Obst. „Essen ist auch Seelenfutter“, sagt Susanne Hackel. Bei jedem Treffen stellt sie Rezepte vor, die der Seele gut tun sollen – das könne wegen der Farbe sein, die gute Laune verbreitet, wegen besonderer Aromen oder weil das Gericht schöne Erinnerungen weckt. „Man denke nur an Omas Apfelkuchen!“ Die Rezepte hat die Heilpraktikerin passend zum jeweiligen Thema des Treffens ausgewählt. An diesem Abend geht es um die Leber als Enzymzentrale und Chef-Entgifterin des Körpers. „Das Problem an der Leber ist: Wenn sie nicht gut arbeitet, bekommt man das lange nicht so richtig mit“, sagt Susanne Hackel. „Die Leber leidet still, sie tut nicht weh. Man sagt, der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit.“

Der Leber etwas Gutes tun – zum Beispiel mit Mariendisteltee

Während ihrer zuckerfreien Zeit, wollen die Frauen auch ihre Leber in Schwung bringen. „Die Leber mag’s bitter“, sagt Susanne Hackel. „Bitterstoffe bringen sie in Wallung und lassen die Verdauungssäfte fließen – sie sind seit Jahrhunderten Hauptbestandteil vieler Lebenselixiere. Das wussten auch die Quacksalber.“ Wer seiner Leber eine Freude machen möchte, könne zu Schafgarbe, Artischocke und Löwenzahn greifen. Der heimliche Star der Leberreinigung ist für Susanne Hackel aber die Mariendistel. Sie selbst gebe die geschroteten Samen gern in Smoothies und Müsli und backe sie in Brot ein. Wie so oft helfe aber auch ein Tee: Ihren Kursteilnehmerinnen gibt Susanne Hackel das Rezept mit nach Hause. Auch die Anleitung für Leberwickel ist dabei. Und ein mit Blumen bedruckter Bogen Papier für die Hausaufgaben. Eine Woche lang sollen die Kursteilnehmerinnen Tag für Tag aufschreiben, was ihnen gut tut. Susanne Hackel lächelt: „Es lohnt sich, darüber einmal nachzudenken.“

Kräuterkunde und mehr

Die Heilpraktikerin Susanne Hackel ist 37 Jahre alt. Sie ist in Havelberg (Sachsen-Anhalt) aufgewachsen, lebt seit 1998 in Potsdam und ist Mutter zweier Kinder.

Ihre Ausbildung hat sie an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin absolviert. Ihre Praxis ist in der Nansenstraße 18 zu finden.

In Kräuterkursen und bei Entdeckertouren stellt Susanne Hackel regelmäßig Heilpflanzen vor und weiht Interessierte in die Geheimnisse der Natur ein.

Als Gartenpiratin führt sie mit der Floristin und Gartengestalterin Karen Münzner durch die beliebte Veranstaltungsreihe „Vom Garten in den Topf“ im Volkspark.

Von Nadine Fabian

Potsdam Tag „Gegen Gewalt an Frauen“ - Die meisten ratsuchenden Opfer sind weiblich

Zum Internationalen Tag „Gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November fordern Potsdamer Institutionen mehr Aufklärung und Sensibilisierung von Fachkräften speziell zum Thema Genitalverstümmelung.

21.11.2017

Ein junger Mann wurde von einem Reisebus erfasst – der Fahrer hatte ihn vermutlich nicht gesehen. Der Fußgänger musste ins Krankenhaus. Auch der Busfahrer war derart geschockt, dass er behandelt werden musste.

21.11.2017

Eine Kollision führt zur nächsten: eine Autofahrerin verlor die Kontrolle über ihren Wagen, stieß mit einem Auto zusammen und wurde in der Folge selbst gerammt. Bei dem Unfall wurden neben zwei Erwachsenen auch zwei kleine Kinder verletzt.

20.11.2017