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Potsdam Von Beruf Brauer: Leon Uhlich berichtet von seiner Ausbildung in Potsdam
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Von Beruf Brauer: Leon Uhlich berichtet von seiner Ausbildung in Potsdam

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09:30 22.02.2021
Auf dem Weg zu seinem Traumberuf: Max Leon Uhlich mag einfach alles, was mit dem Brauen zu tun hat.
Auf dem Weg zu seinem Traumberuf: Max Leon Uhlich mag einfach alles, was mit dem Brauen zu tun hat. Quelle: Varvara Smirnova
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Potsdam

Bei Max Leon Uhlich sind Hopfen und Malz nicht verloren, sondern genau in den richtigen Händen: Der 20-jährige Potsdamer steckt im ersten von drei Ausbildungsjahren zum Brauer und Mälzer. Er ist einer von drei Azubis in der Braumanufaktur im Forsthaus Templin. Seit 2005 bildet die kleine Bio-Brauerei aus und kann etliche Auszeichnungen für ihre Azubis selbst im Bundesvergleich vorweisen. Warum Max Leon Uhlich sich für den Beruf des Brauers entschieden hat? „Ich wollte nichts machen, was 08/15 ist“, sagt er, „und Brauer ist ein historischer, ehrwürdiger Handwerksberuf, der zeitlos ist, da Bier immer und gerne getrunken wird“.

So wird aus Gerste ein Bier

Ein lettisches Sprichwort besagt, dass Zeit aus einem Gerstenkorn eine Kanne Bier mache. Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Brauer/innen müssen zunächst aus Gerste Malz herstellen, dann brauen sie daraus mit Wasser, Hopfen und Hefe Bier. Dazu setzen sie das Malz mit Wasser an, maischen nennt man das. Danach läutern sie die entstandene Maische, trennen also die festen von den flüssigen Teilen. Dann kochen sie die Würze, setzen Hopfen beziehungsweise Hopfenextrakt zu, kühlen sie und lassen sie gären. Am Ende filtern die Brauer/innen das Bier und füllen es ab. Bis die beliebte „Potsdamer Stange“ genossen werden kann, sind fünf Wochen ins Land gegangen.

Der Geruch! Und das Verkosten!

Spaß macht Max Leon Uhlich eigentlich alles, was mit dem Brauen zu tun hat. „Den süßen Geruch des Bieres in der Nase zu haben und die Vorderwürze zu schmecken, macht den Brauer für mich zum Traumberuf“, schwärmt der 20-Jährige. Das Beste und Wichtigste zugleich sei aber das Verkosten, „da das Bier für den Verkauf freigegeben werden muss und du hierbei eine große Verantwortung hast“. Schließlich wolle man, dass das selbst gebraute Bier den Kunden und Freunden schmeckt. Für Gordon Damitz, der bereits im dritten Lehrjahr ist, ist das Maischen das Beste: „Allein schon der Geruch sorgt für einen guten Start in den Tag.“

In der Braumanufaktur müssen auch mal Kisten geschleppt werden. Körperliche Fitness ist darum unabdingbar.. Quelle: Varvara Smirnova

Das Handwerkliche mögen, fit und neugierig sein

Unabdingbar ist, sauber und korrekt zu arbeiten. Darauf wird nicht nur in der Braumanufaktur Templin großen Wert gelegt. Was sich Thomas Köhler, einer der Chefs und Ausbilder in der Braumanufaktur, von seinen Azubis wünscht? „Neugierig sein, Fragen stellen. Das Handwerkliche mögen, denn wir unterscheiden uns sehr von großen Brauereien, in denen vieles automatisiert abläuft. Körperlich fit sein, bei uns müssen auch mal Säcke getragen werden. Alter und Geschlecht sind egal.“ Das Besondere bei der Braumanufaktur: „Bei uns muss man erst ein Praktikum ablegen, dann sehen beide Seiten, ob es passt“, so der Ausbilder.

Berufsschule in Berlin

Die Theorie, zum Beispiel über die Malzherstellung und die biochemischen Prozesse bei der Herstellung der Würze, erlernen die Lehrlinge der Braumanufaktur an der Emil-Fischer-Schule in Berlin. Dort sind sie zwei Tage die Woche. Unterrichtet werden Verfahrenstechnik, Betriebstechnik, Rohstoffkunde, Wirtschaft/Soziales und Fachrechnen.

Drei Praktika während der Ausbildung

Alles, was in der kleinen handwerklichen Braumanufaktur nicht gelernt werden kann, aber für den Beruf des Brauers/Mälzers notwendig ist, bekommen die Azubis in mehrwöchigen Praktika woanders vermittelt. Bei Rhön Malz in Bayern, von wo die Braumanufaktur ihr Malz bezieht, lernen sie das Mälzen. Dann gibt es auch ein Industriepraktikum in einer Großbrauerei, um alles zu lernen, was mit Filtern und Abfüllen zu tun hat und um zu sehen, wie Bier industriell hergestellt wird. Das dritte Praktikum, unterstützt von der Handwerkskammer, führt nach Dänemark, wo man Englisch sprechen darf.

Berufsaussichten: positiv

Die Berufsaussichten für Brauer sind gut, denn Bier (allen voran das Pils, aber zunehmend auch Craftbier und regionale Biere) ist den Deutschen noch immer das liebste alkoholische Getränk, auch wenn die Corona-Krise den Brauereien schwer zu schaffen macht. Vor Corona war nach Auskunft des Deutschen Brauer-Bundes eine regelrechte Gründerwelle in der Brauwirtschaft zu verzeichnen, es gibt rund 1500 Brauereien und über 6000 Biersorten. Aufgrund ihrer soliden Ausbildung sind deutsche Brauer auch international gefragt. Das kommt Max Leon Uhlich sehr entgegen, denn er möchte seinen Beruf „in Zukunft im Ausland ausüben und mit dem Reisen verbinden“.

Mehr Infos in der E-Beilage „MAZubi digital“Ausbildungsangebote unter maz-job.de/ausbildung

Von Maria Kröhnke