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Potsdam Anna Stadler aus Potsdam: „Wir sollten mindestens ein Kompliment pro Tag verschenken“
Lokales Potsdam

Vor der Bundestagswahl 2021: Was bewegt Sie, Anna Stadler aus Potsdam?

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13:47 24.09.2021
Anna Stadler, 35, Naturwissenschaftlerin aus Potsdam.
Anna Stadler, 35, Naturwissenschaftlerin aus Potsdam. Quelle: Scheerbarth/Degener
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Potsdam

Am 26. September ist Bundestagswahl. Die MAZ fragt Brandenburgerinnen und Brandenburger, was sie umtreibt. Heute: Anna Stadler, 35, aus Potsdam.

Wo sind Sie gerade – und was sehen Sie, wenn Sie aus dem Fenster gucken?

Ich sitze in meinem Lieblings - Lunch - Lokal „Lukas“ und schaue mir das bunte Treiben auf der Babelsberger Karl-Liebknecht-Straße an.

 Beschreiben Sie uns doch mal einen typischen Tag aus Ihrem Leben.

Nach der Kita-Eingewöhnung sind die letzten Tage der Elternzeit eingeteilt in Hausarbeit/Erledigungen während der fünf Stunden Ruhezeit und trubelige Nachmittage mit meinen zwei Wildfängen.

Sozialer Stress durch viele Menschen

 Sie wohnen in Potsdam – was gefällt Ihnen dort, was nicht?

In Potsdam - die junge Dynamik, der akademische Geist und die links - ökologische Ausrichtung. Ambivalent sehe ich den Zuzugboom, der die Nähte der Stadt empfindlich spannen lässt. Einerseits bemerkbar auf den Straßen (nehmt das Fahrrad!), aber hauptsächlich sorge ich mich um das entspannte Flair der Stadt. Viele Menschen erzeugen sozialen Stress.

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 Was regt Sie zurzeit am meisten auf und warum?

Die mutlose, planlose, fast boykottierende „Umweltpolitik“ der Großen Koalition... eher ein Greenwashing um die Gemüter zu beruhigen. Für Wissenschaftler wie mich ist das ein Grund für die ein oder andere Alltagsaggression.

Wir brauchen die komplette Neuausrichtung der Politik

Was müsste passieren, damit es besser wird?

Nicht weniger als die komplette Neuausrichtung unserer Politik zum Schutz unserer Lebensgrundlage. Wir brauchen endlich eine verbindliche, nachhaltige, generations- und legislaturübergreifende Umweltpolitik. Eigentlich ein Anliegen, dass alle Eltern teilen sollten...

Was hat Ihnen zuletzt Freude bereitet?

Ich habe letztens an einer Ampel stehend ein tolles Kompliment von einer anderen Mama bekommen und es hat mich den ganzen Tag strahlen lassen. Das sollten wir uns alle viel öfter vornehmen...mindestens ein Kompliment verschenken pro Tag und alle fühlen sich besser.

Politisches Engagement für grün wird gefährlicher

 Wären Sie bereit, sich politisch zu engagieren und wofür?

Grundsätzlich ja und wenn, dann natürlich grün, aber leider ist das politische Pflaster zunehmend mit Schlaglöchern versehen. Wenn selbst Lokalpolitiker mit Hassattacken bis hin zu Morddrohungen rechnen müssen, ist das insbesondere als junge Mutter wenig attraktiv. Aber demonstrieren finde ich gut und politische Parolen verteile ich gern unter Familie und Freunden.

 Wenn Sie Bundeskanzler wären – was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Klima- und Naturschutz zur obersten Prämisse erklären und alle politischen Entscheidungen daran messen.

Von MAZonline