Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam So rüstet sich Potsdams Feuerwehr gegen Waldbrände
Lokales Potsdam So rüstet sich Potsdams Feuerwehr gegen Waldbrände
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 05.07.2019
Feuerwehr im Juni in der Lieberoser Heide. Auch Potsdamer Kameraden warten dort im Einsatz. Quelle: Landkreis Dahme-Spreewald
Potsdam

Die Potsdamer Feuerwehren rüsten für die Waldbrandbekämpfung mit Spezialtechnik auf. Nach Mitteilung von Feuerwehrchef Ralf Krawinkel soll im kommenden Jahr zusätzlich zur bisherigen Planung ein Waldbrandtanklöschfahrzeug Typ Brandenburg angeschafft werden.

5000 Liter Fassungsvermögen

Das geländegängige Fahrzeug mit Feuerlöschkreiselpumpe, Monitor auf dem Dach und Wasserwerfer hat eine Achsenhöhe von einem halben Meter und kann bei einer Gesamtmasse von bis zu 14.500 Kilogramm mindestens 5000 Liter Wasser fassen.

• Lesen Sie mehr:
Unsere Themenseite zum Waldbrand

Möglich wird die Neuerwerbung laut Krawinkel über eine Förderkonzeption des Innenministeriums, nach der die Hälfte des Abschaffungspreises von 445.000 Euro vom Land finanziert wird.

Fahrzeuge kommen in zwei bis drei Jahren

Die Freiwilligen Feuerwehren Bornstedt, Drewitz, Fahrland und Groß Glienicke sollen laut Krawinkel 2021 und 2022 jeweils ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 4000-Tr zum Stückpreis von 370.000 Euro bekommen.

Im Video: Waldbrände in Deutschland: So dramatisch ist die Situation

Diese fünf neuen Tanklöschfahrzeuge ersetzen laut Krawinkel „Einsatzfahrzeuge der Baujahre 1993 bis 2001“. Schon im Jahr 2017 sei für die Berufsfeuerwehr ein TLF 4000-Tr für 417.000 Euro angeschafft worden, so Krawinkel in der Antwort auf eine kleine Anfrage des Stadtverordneten Matthias Finken (CDU) zur „Vorbereitung der Potsdamer Feuerwehr auf Waldbrände“.

Ein ganz neues Gerät

Offen ist derzeit noch die Anschaffung eines sogenannten Hytrans-Fire-Systems (HFS), das die Feuerwehren erstmals in die Lage versetzt, große Wassermengen auch über längere Wegstrecken zum Brand zu pumpen.

Rainer Schulz, Vizechef der Potsdamer Feuerwehr. Quelle: Stefan Gloede

Nach Angaben von Rainer Schulz, dem Vizechef der Potsdamer Feuerwehr, ist ein von Braunschweig gestelltes HFS, aktuell noch immer in Lieberose im Einsatz, um die letzten Glutherde des Waldbrandes unter Kontrolle zu halten. Ein HFS besteht laut Schulz aus drei Komponenten: einer Großpumpe, einem Geräte- und einem Mannschaftswagen.

Wasser kann aus natürlichen Reservoirs über mehrere Kilometer in gewaltiger Menge zum Feuer gepumpt und dort mit einem Wasserwerfer im permanenten Einsatz über eine Distanz von 60 Meter ins Feuer geschossen werden.

Förderung von 80 Prozent

Mit der neuen Förderkonzeption des Landes besteht für die Potsdamer Feuerwehr laut Krawinkel „erstmals die Möglichkeit“, solch ein System zu beschaffen. Das Land habe bei einem Gesamtpreis von einer Million Euro eine Förderung über 80 Prozent in Aussicht gestellt.

Ungeklärt ist bisher die 20-prozentige Gegenfinanzierung durch die Stadt: „Aufgrund der unerwarteten Erweiterung der Förderkonzeption konnte eine Beschaffung dieses Systems bisher nicht in die mittelfristige Investitionsplanung des Fachbereichs Feuerwehr aufgenommen werden“, schreibt Krawinkel in der Antwort auf die CDU-Anfrage.

Voraussetzung für die Anschaffung wäre demnach die Aufnahme in die Investitionsplanung des Doppelhaushalts 2020/21.

Insgesamt 18 Einsätze

Im vergangenen Jahr rückten die Potsdamer Feuerwehren laut Krawinkel zu insgesamt 18 Waldbrandeinsätzen aus. Im Stadtgebiet gab es 15 Einsätze, bei denen auf insgesamt 5471 Quadratmetern gelöscht werden musste. Auch in diesem Jahr brannte in Potsdam schon Wald, so Mitte Juni am Caputher Heuweg in Waldstadt II.

Hinzu kamen 2018 Einsätze an der Autobahn-Anschlussstelle Beelitz-Heilstätten am 26. Juli, im Treuenbrietzener Ortsteil Frohnsdorf am 23. August und auf Höhe der Bahnverbindung Beelitz-Heilstätten-Seddin am 25. August 2018.

Das Waldbrandtanklöschfahrzeug TLF 20/50 Typ Brandenburg. Quelle: Brandenburgische Forstnachrichten/EMPL Germany

Auch bei den Großbränden in der Lieberoser Heide und bei Ziltendorf im Juni 2019 waren die Potsdamer Kameraden nach Angaben von Schulz mit mehreren Löschzügen und Führungskräften im Einsatz.

Keine besondere Ausbildung

Eine besondere Ausbildung der Feuerwehren sei für die Waldbrandbekämpfung nicht erforderlich, schrieb Krawinkel auf Anfrage von Finken. Nach seinen Angaben werden die erforderlichen Fähigkeiten bei der Ausbildung von Berufs- und Freiwilligen Wehren berücksichtigt.

Dennoch sollen „aus den Erfahrungen der letzten Waldbrandsaison heraus spezielle Waldbrandseminare und Schulungen an der Landesfeuerwehrschule angeboten werden“, so Krawinkel: „Weitere spezielle Ausbildungen sind aus unserer Sicht nicht erforderlich.“

Das Risiko von Waldbränden im Potsdamer Stadtgebiet ist nach Einschätzung von Vizechef Schulz überschaubar: „Ich denke, für unser Stadtgebiet sind wir sehr gut aufgestellt“, sagte er auf MAZ-Anfrage.

Von Volker Oelschläger

Potsdam Kriminalität am Potsdamer Hauptbahnhof - Beigeordnete will Bahnhofskiez im Auge behalten

Diebstähle, Alkoholexzesse, handgreifliche Zankereien, Drogendelikte, sexuelle Belästigungen – immer wieder gerät der Potsdamer Hauptbahnhof in die Schlagzeilen. Für Sicherheit und Ordnung ist Potsdams neue Sozialbeigeordnete Brigitte Meier zuständig. Welchen Eindruck sie von Potsdams Sorgenkiez hat, verrät sie der MAZ.

02.07.2019

Der Stadtverordnete Uwe Adler (SPD) will den Baustellen-Stau am Marktcenter durch zeitweise Freigabe der Schopenhauerstraße entlasten. Eine solche Änderung der Verkehrsführung lehnt die Verwaltung ab, weil die Verengung der Breiten Straße nur noch einen Monat andauert.

02.07.2019

Das Leben des Flämingmalers Walter Lauche (1939-2010) war selbst für einen Künstler ungewöhnlich. 1965 wechselte er aus freien Stücken aus der BRD in die DDR. Nun wird sein Werk vom Potsdamer Verein „Künstlernachlässe im Land Brandenburg“ veröffentlicht.

01.07.2019