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Potsdam Brandgeruch in Potsdam – ist der Qualm schädlich?
Lokales Potsdam Brandgeruch in Potsdam – ist der Qualm schädlich?
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10:45 05.06.2019
Im Landkreis Teltow-Fläming brennt der Wald. Den Rauch roch man am Dienstag auch in Potsdam und Berlin. Quelle: Landkreis Teltow-Fläming
Potsdam

Die Waldbrände im Landkreis Teltow-Fläming waren am Dienstag auch 45 Kilometer Luftlinie entfernt noch zu riechen. „Der gummiartige Geruch der momentan über Potsdam liegt, kommt von einem Waldbrand im Landkreis Teltow- Fläming. Bitte halten Sie Türen/Fenster geschlossen und schalten Sie Ihre Klimaanlage ab“, teilte die Feuerwehr am frühen Nachmittag über Twitter mit.

Auch in der Redaktion der MAZ an der Friedrich-Engels-Straße roch es um 14 Uhr, als hätte jemand einen offenen Kamin angezündet. Später zog der Rauch und damit auch die Geruchsbelästigung dann nach West-Berlin. Auch hier warnte die Feuerwehr die Bürger, ihre Fenster geschlossen zu halten.

Der Waldbrand in Jüterbog hatte sich am Dienstag auf einer Fläche von rund 600 Hektar ausgebreitet. „Die Lage ist nicht unter Kontrolle“, sagte Kathrin Burghardt von der Stadt Jüterbog. Die Winde drehten ständig. Das erschwere die Arbeiten vor Ort. Eine Gefahr für die Anwohner bestehe derzeit nicht. Dennoch sollten Türen und Fenster geschlossen bleiben.

Derzeit versuchten die Einsatzkräfte, den Flammen mit einem Löschhubschrauber der Bundespolizei Herr zu werden. „Wir können wie in jedem Jahr nicht alle Brandherde löschen, da erneut die munitionsbelasteten Flächen brennen“, teilte Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) mit. Der Brand in Jüterbog war bereits am Montag ausgebrochen.

Ist der Rauch von Waldbränden giftig?

Bei Waldbränden entstehen Rauchgase, vergleichbar wie beim Lagerfeuer. Wenn die Rauchfahne von Waldbränden in die umliegenden Regionen ziehen, bekommen auch Menschen, die weit vom Ort des Geschehens entfernt sind, sogenannten „Brandsmog“ ab.

Winzige Staub- und Rauchpartikel reizen Rachen, Bronchien und Lunge und können Atemwegserkrankungen auslösen – allerdings nur, wenn man sich in der Nähe des Brandortes aufhält. Massive Gesundheitsgefahren bestehen für die Potsdamer nicht, denn der Rauch hat sich auf seinem fast 50 Kilometer langen Weg bereits stark verdünnt.

Dennoch nehmen auch hier viele Menschen den Brandrauch als Belästigung oder auch Reizung wahr. Die in der Luft gelösten Rauchgase können bei empfindlichen Menschen auch zu Kopfschmerzen, Kratzen im Hals oder Übelkeit führen. Menschen mit Asthma sollten sich daher bei massiver Geruchsbelästigung sicherheitshalber gar nicht im Freien aufhalten. Auch Säuglinge und Kleinkinder sollten besser drin bleiben.

Eine ähnliche Situation hatte es im Sommer 2018 in Berlin gegeben, als der Qualm des Großbrandes in Treuenbrietzen auch in der 50 Kilometer entfernten Bundeshauptstadt zu riechen war. Damals teilte die Feuerwehr mit: „In weiter Entfernung sind nur noch geringe Spuren dieser Stoffe vorhanden. Es gibt kein tragbares Messgerät, welches alle Stoffe nachweisen oder einschätzen könnte. Es hilft rechtzeitiges Schließen von Fenstern und Türen. Wer sich durch den Geruch gestört fühlt, kann nur den betroffenen Bereich verlassen.“ Die Feuerwehr rief zudem dazu auf, für Nachfragen bezüglich der Geruchsbelästigung nicht den Notruf zu nutzen.

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Von Maike Schultz

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