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Potsdam „Extreme Hitze“ in Potsdam: Auch der Sonntag bleibt schwül und heiß
Lokales Potsdam

Warnung vor "extremer Hitze" in Potsdam: Sonntag schwül und heiß

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10:35 20.06.2021
In den vergangenen Tagen purzelten die Hitzerekorde in Brandenburg gleich reihenweise.
In den vergangenen Tagen purzelten die Hitzerekorde in Brandenburg gleich reihenweise. Quelle: Martin Gerten/ dpa
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Potsdam

Die Hitze bleibt uns in Potsdam auch am Sonntag erhalten. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine „amtliche Warnung vor starker Hitze“ in Potsdam herausgegeben. Der Sonntag in Potsdam verspricht „extrem warm“ bei Höchstwerten von 33 Grad zu werden.

Doch es gibt einen Unterschied zu den durchweg sonnigen Tage in der vergangenen Woche: Der Himmel ist und bleibt heute bewölkt, Niederschläge sind zumindest im Bereich des Möglichen – wenn auch nur in sehr geringer Menge. Besonders am Vormittag ist die Regenwahrscheinlichkeit sehr hoch und liegt bei 85 bis 90 Prozent, aber nach Angaben verschiedener Wetterdienste werden nur leichte Schauer mit 0,2 Litern Regen pro Quadratmeter erwartet.

Auch Allergiker müssen sich auf einen harten Tag einstellen. „Heute starker Gräserpollenflug sowie mäßiger Roggen- und Kräuterpollenflug“, meldet wetteronline.de.

Hitzerekorde gepurzelt

In den vergangen Tagen war es ungewöhnlich heiß. Am Donnerstag hat der DWD den heißesten 17. Juni seit Beginn der Aufzeichnungen in Potsdam registriert: 34,6 Grad. Für den Brandenburgrekord hatte es aber nicht gereicht. Der wurde am Donnerstag in Lenzen an der Elbe im Landkreis Prignitz aufgestellt. Dort kletterte das Thermometer auf 34,8 Grad. Damit wurde Brandenburgs 53 Jahre alter Temperaturrekord für den 17. Juni gebrochen. Der war übrigens am 17. Juni 1968 mit 33,1 Grad in Potsdam aufgestellt worden.

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Und dann kam der Freitag. Viel Sonnenschein, trockene Luft und kaum Wolken am Himmel: Der Freitag ist in Brandenburg der bislang heißeste Tag des Jahres gewesen. Und wieder war es Lenzen, wo der höhste Wert gemessen wurde. Dort zeigte das Thermometer laut Deutschem Wetterdienst 36 Grad an – noch ein wenig mehr als am Donnerstag.

Nach Angaben des DWD wurden in Brandenburg am Freitag überall die Rekorde geknackt. geknackt worden, sagte der zuständige Meteorologe am Freitag. Ungewöhnlich sei, dass die heißen Temperaturen in diesem Jahr schon so früh kämen. Vor allem im Westen des Landes sei es besonders warm gewesen.

Am Sonnabend dann wurde sogar vor schweren Unwettern gewarnt – letztlich blieb es im Stadtgebiet aber bei einem kurzen Regenschauer.

Weitere Hitzewellen werden folgen

Aus Sicht des Klimaforschers Fred Hattermann wird diese erste Hitzewelle jedoch nicht einzige für dieses Jahr gewesen sein. „Wir sind mitten im Klimawandel“, sagte Hattermann, Experte für Klimarisiken am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, am Freitag im Inforadio des rbb. In Deutschland sei es 1,6 Grad wärmer geworden, dadurch steige auch die Wahrscheinlichkeit für extrem heiße Tage.

Deutsche Bahn stellt sich auf Extremwetter ein

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat jetzt im Auftrag der Deutschen Bahn Wetterdaten von 1961 bis 2020 analysiert und daraus Szenarien für 2031 bis 2060 entwickelt. „Besonders bei großer Hitze (ab einer Temperatur von 32 Grad) und bei Starkwind (ab Windstärke 8) kommt es zu einer Zunahme des Störgeschehens an der Schieneninfrastruktur“, warnt der Bericht. Nach Einschätzung des Instituts nehmen Hitzetage perspektivisch weiter zu - mit Schwerpunkten in den Regionen Mainz, Karlsruhe sowie Teilen Nordost-Deutschlands. Gleichzeitig sinkt die Anzahl der Eistage vor allem in den westlichen Regionen deutlich. Das Potsdam-Institut geht auch davon aus, dass die südlichen Bundesländer sowie die Region Hagen künftig mit am stärksten von Starkregen betroffen sein werden.

Die Deutsche Bahn (DB) bereitet sich mit einer „Klima-Resilienz-Strategie“ auf künftige Witterungsextreme vor. Dazu gehören ein besseres Vegetationsmanagement am Gleis sowie robuste Fahrzeuge. Sensoren erfassen künftig rund um die Uhr Anlagentemperaturen und Umgebungsbedingungen, damit schell reagiert werden kann. Allein um die Stabilität der Klimaanlagen in ihren Fernverkehrszügen zu gewährleisten, wendet die DB jährlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag auf.

Von MAZonline/ dpa

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