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Potsdam Kunst, Diskussion und Musik: Was am Einheitswochenende in Potsdam los ist
Lokales Potsdam

Was am Einheitswochenende in Potsdam los ist

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17:38 02.10.2020
Das Einheitsherz auf Potsdams Einheits-Expo hat nicht nur für Fotografen schon fast Symbolcharakter entwickelt. Quelle: Foto: Fabian Sommer/dpa
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Potsdam

Mit der „Einheits-Expo“ feiert Potsdam schon seit einigen Wochen 30 Jahre Deutsche Einheit. Rund um den eigentlichen Tag am 3. Oktober finden verschiedene Veranstaltungen statt. Ein Überblick.

2. Oktober

Im Hans-Otto-Theater hat am Freitag um 19.30 Uhr Julia Schochs Stück „Die Jury tagt“ Premiere. Erzählt wird von einer Jurysitzung, die aus mehreren Entwürfen für ein Denkmal zu Ehren der Friedlichen Revolution einen auswählen soll. Aber ihr Austausch über die Revolution ist nicht so friedlich wie der Umbruch selbst. Noch sind für die Aufführungen am Freitag und Samstag Restkarten erhältlich.

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Musikalisch wird es beim Europäischen Orgelfest in der Nikolaikirche auf dem Alten Markt, das am Donnerstag startet und bis zum 3. Oktober andauert. Künstler aus den Nachbarländern Polen, Frankreich, Schweiz, aus Potsdams italienischer Partnerstadt Perugia und der Partnerstadt Bonn sind eingeladen. Diese musizieren in der Nikolaikirche sowohl in Solokonzerten als auch gemeinsam im traditionellen „Festkonzert zum Tag der Deutschen Einheit“.

Von der komödiantischen Seite betrachtet das Kabarett Obelisk, Charlottenstraße 31, am Freitag und Samstag jeweils um 19.30 Uhr die Einheitsfeierlichkeiten: „30 Jahre Einheit – Ein Satirefest“ heißt das Programm. Gemeinsam mit dem in Berlin lebenden süddeutschen Kabarettisten Volkmar Staub begibt sich das Potsdamer Kabarett-Trio Bella Liere, Andreas Zieger und Helmut Fensch auf eine ironische Spurensuche.

Zum Jahrestag der Deutschen Einheit hat Potsdam die Freiluftausstellung "Einheits-Expo" begonnen. Nun können die Besucher an einem Tag alle 16 Bundesländer besuchen. Foto:Bernd Gartenschläger Quelle: Bernd Gartenschläger (2005)

Im Kunstraum, Schiffbauergasse 4D, eröffnet am Freitag um 18 Uhr die Ausstellung „Ihr. Sentimentalitäten in Deutschland“, die noch bis zum 1. November zu sehen ist. Unter Kurator Mike Geßner sind hier Werke von 13 Künstlern zu sehen, deren Biografien und Arbeiten eng mit dem geteilten und wiedervereinten Deutschland in Zusammenhang stehen.

Und auch im Rohbau des Garnisonkirchenturms wird am Freitag Kunst gezeigt: Ab 18 Uhr zeigen unter anderem Künstler aus dem Rechenzentrum ihre Werke. Die von Lars Kaiser und Jeanne van Dijk konzipierte Ausstellung „Blickwinkel 1.0“ wird durch Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur eröffnet.

An der Baustelle werden am Freitag außerdem bereits ab 15.30 Uhr die kreativen Ergebnisse der beiden Schüler-Workshops „Die Macht der Bilder“ und „Ost-West: (k)eine Einheit?!“ vorgestellt.

Das traditionelle Vorabend-Konzert zum Tag der Deutschen Einheit findet am Freitag um 18 Uhr in der Nikolaikirche am Alten Markt statt. Als Gäste werden unter anderem Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert sowie der Oberbürgermeister der Partnerstadt Bonn, Ashok Sridharan, erwartet.

Das Landtagsschloss kann am 3. Oktober besichtigt werden. Quelle: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

3. Oktober

Der Tag startet um 10 Uhr mit einem Ökumenischen Festgottesdienst in der St.-Peter-und-Paul-Kirche, der vom ZDF live übertragen wird.

Im Anschluss findet der Festakt zum Einheitsjubiläum um 12 Uhr in der Potsdamer Metropolis Halle statt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke werden Ansprachen halten. Sängerin Anna Loos und Günther Jauch führen durch die Auftritte namhafter Musiker wie Mark Forster, Roland Kaiser und der Band Mia. Das Filmorchester Babelsberg spielt. Die ARD überträgt die Veranstaltung live.

Das Landtagsschloss kann am Samstag zwischen 11 und 17 Uhr sowie am Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr besichtigt werden. Auch der Plenarsaal ist an diesem Tag samt Lobby und Besuchertribüne für Besucher geöffnet. Im Innenhof wird eine Installation des Potsdamer Künstlers Mikos Meininger zum Thema „Einheit, Vielfalt, Toleranz“ zu sehen sein, an der sich die Besucher auch beteiligen können.

Zum Tag der offenen Tür lädt die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße am Samstag von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt ein. Als besonderer Höhepunkt ist die Eröffnung der Wanderausstellung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen „Feind ist, wer anders denkt“ angekündigt. Der Bundesbeauftrage für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn und die Leiterin des Bereichs Public History am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam Irmgard Zündorf eröffnen die Ausstellung mit einem Gespräch. Aufgrund der Corona-Pandemie wird das Gespräch ab 15 Uhr ohne Publikum per Livestream auf dem YouTube-Kanal der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße übertragen.

Virtuell ist es auch möglich einen Einheits-Fanfarenzug zu erleben: Der Fanfarenzug Potsdam hat sich mit sieben anderen Vereinen aus vier Bundesländern zusammengetan und präsentiert am Samstag um 20 Uhr live auf seinem YouTube-Kanal die „Einheits-Fanfare“.

Auf der kleinen Bühne auf dem Baufeld des Garnisonkirchenturms werden am Samstag ab 14 Uhr die Zeitzeugen Thomas Wernicke, Katarina Witt und Barbara Kuster zu Wort kommen.

Das Theaterschiff zeigt am Samstag um 19.30 Uhr und am Sonntag um 17 Uhr das multimediale Theaterprojekt „Stay away – Rettung ausgeschlossen“ in einer Uraufführung. Mit Fotos, Videoinstallationen, Tanz- und Spielszenen wird der Zuschauer eingeladen, auf eine theatrale Reise zu gehen und sich mit Fragen zu beschäftigen, auf die Antworten gerade schwerfallen.

Von Sarah Kugler

30.09.2020
30.09.2020
30.09.2020