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Potsdam Wasserpolizei hat Charterboote und Jetskis im Visier
Lokales Potsdam Wasserpolizei hat Charterboote und Jetskis im Visier
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05:36 26.04.2018
Mit der Eröffnung der Wassersportsaison ist auch die Wasserschutzpolizei wieder häufiger auf Streife. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Der verregnete Sommer 2017 hat der Wasserschutzpolizei in der Landeshauptstadt Potsdam und im Westen Brandenburgs eine verhältnismäßig ruhige Saison beschert. Insgesamt erfassten die Beamten in dem von der Havel und ihren Seen dominierten Revier zwischen der Grenze zu Berlin und zu Sachsen-Anhalt 83 Schiffsunfälle; das entspricht etwa der Hälfte aller im Land Brandenburg aufgenommenen Havarien. Im Jahr 2016 und im Jahr 2015 zählte die Wasserschutzpolizei innerhalb der Polizeidirektion West jeweils 81.

Ungeübt und unwissend auf dem Charterboot

Die meisten Unfälle (65) ereigneten sich wie in den Vorjahren mit Sportbooten. Auffällig hoch bleibt dabei der Anteil der verunglückten Charterboote (38), zu denen nicht nur Hausboote und Partyflöße, sondern auch Ruder- und Paddelboote zählen. Demnach wurden 58 Prozent aller Schiffsunfälle in der Sportbootschifffahrt und 46 Prozent aller Schiffsunfälle insgesamt von Charterfahrzeugen verursacht. „Sehr viele Mieter solcher Freizeitboote sind ungeübt, was die Technik betrifft, und unwissend, was nautische Besonderheiten und das Verhalten auf der Wasserstraße angeht“, sagt Joachim Pötschke, Leiter der Wasserschutzpolizei. „Hier sind die Vermietungsunternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen. Je mehr Sorgfalt sie auf die Einweisung verwenden, desto sicherer sind die Mieter unterwegs – man darf nicht nur das Geschäft sehen.“

Die Wasserschutzpolizei der Direktion West ist wieder mit 30 Beamten auf Streife auf der Havel und den Seen zwischen Potsdam und Sachsen-Anhalt.

Leicht zurückgegangen sind die Zahlen der Promille-Verstöße an Bord (19). Alkoholkontrollen sollen dennoch ein Schwerpunkt in der kommenden Saison sein – sowohl in der Berufs- als auch in der Sport- und Freizeitschifffahrt. Weiterhin wolle man die Einhaltung der Wassermotorräder-Verordnung im Auge behalten. Nach deren Novellierung hatte die Wasserschutzpolizei 2017 erstmals Jetskis in den Fokus genommen. Von den 78 kontrollierten Flitzern war jeder zweite zu beanstanden: Die Fahrer waren vor allem außerhalb der freigegebenen Strecken unterwegs, verstießen gegen die Sorgfaltspflicht, hatten ihr Fahrzeug nicht richtig gekennzeichnet oder trugen keine Rettungsweste.

Zwei Tote und fünf Verletzte

Zwei tote Wassersportler waren in der vergangenen Saison zu beklagen – bei den Verunglückten handelt es sich um Segler, die auf dem Plauer- und auf dem Beetzsee im Sturm gekentert und ertrunken waren. Zudem zählte die Wasserschutzpolizei fünf bei Schiffsunfällen verletzte Personen.

Insgesamt 30 Beamte versehen derzeit ihren Dienst bei der Wasserschutzpolizei in der PD West – mitunter in zivil. 18 Beamte sind in Potsdam stationiert, wo drei Polizeiboote im Einsatz sind. Zwölf Beamte arbeiten von Brandenburg an der Havel aus, wo zwei Boote zur Verfügung stehen; zwei weitere Boote liegen in Ketzin und in Rathenow.

Diebesbanden mit Nachtsichtgeräten und Akku-Flex

„Auch in der Wasserschutzpolizei findet innerhalb der Polizeistrukturreform ein Personalabbau statt“, sagt Joachim Pötschke. Das hat spürbare Auswirkungen, wie ein Blick in die Statistik zeigt: So finden immer weniger Kontrollen auf dem Wasser statt. Im Jahr 2015 waren es 6616, im Jahr 2016 noch 5638 und im Jahr 2017 nurmehr 5189. Laut Pötschke ist es nicht mehr möglich, den Streifendienst nachts aufrecht zu erhalten. Das könnte Dieben in die Hände spielen. Auch in der zurückliegenden Saison kam es wiederholt zu Diebstählen von Booten (22) und aus Booten (58). Besonders gefragt sind offenbar Außenbordmotoren: 153 wurden gestohlen. „Der Schwerpunkt liegt hier ganz klar im Raum Potsdam und Werder“, so Pötschke. „Wir haben es hier vor allem mit Bandenstrukturen aus Richtung Osteuropa zu tun – und es ist damit zu rechnen, dass dieser Trend anhält.“ Die Täter, die sich inzwischen bis Ketzin, Brandenburg und sogar Premnitz vorwagen, seien hochprofessionell mit Nachtsichtgeräten und mit Akku-Trennschleifern ausgestattet.

Das Revier der Wasserschutzpolizei der Direktion West

Die Polizeidirektion West erstreckt sich über 6800 Quadratkilometer und umfasst territorial die Landkreise Potsdam-Mittelmark, Havelland, Teltow-Fläming sowie die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel und die Landeshauptstadt Potsdam.

Die Bundeswasserstraßen, die zur PD West gehören, haben eine Gesamtlänge von 272,09 Kilometern – dazu gehören die Untere Havel-Wasserstraße (mit Potsdamer, Ketziner und Rathenower Havel, mit Brandenburger Stadtkanal und Brandenburger Niederhavel, mit Beetzsee-Riewendsee-Wasserstraße und Hohennauener Wasserstraße) sowie Teile des Elbe-Havel-Kanals, des Teltow- und des Havelkanals.

Schiffbare Landesgewässer auf dem Territorium der PD West machen 22,76 Kilometer aus und umfassen Teile der Nuthe und der Gülper Havel sowie die Emster Gewässer.

Die Schleusen im Bereich der PD-West sind: Wusterwitz, Brandenburg, Kleinmachnow, Schönwalde, Bahnitz und Rathenow. nf

Von Nadine Fabian

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