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Potsdam Weihnachtsmarkt im Randberliner Garten
Lokales Potsdam Weihnachtsmarkt im Randberliner Garten
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11:09 18.12.2013
BB-Radio-Moderator Jens Herrmann am klassisch geschmückten Weihnachtsbaum im Funkhaus an der Wetzlarer Straße. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Da ich nett zu meinen Kollegen bin, arbeite ich am Heiligen Abend! Im Ernst: Wer einen längeren Heimweg als ich hat und beispielsweise nach Cottbus muss, soll pünktlich bei seinen Lieben sein. Also bin ich traditionell von 5 bis 15 Uhr auf Sendung und freue mich über Anrufer, die mir erzählen, dass sie gerade Kartoffeln für den Salat schnippeln und mich an ihrem weihnachtlichen Familienleben teilhaben lassen. Manche Hörer bedanken sich auch einfach fürs Programm, für die zurückliegenden Monate – total nett.

Außerdem muss meine Frau auch arbeiten – insofern beginnt Heilig Abend bei uns eben einfach etwas später. Aber dafür haben wir am 23. alles schon vorbereitet: Es steht der Weihnachtsbaum! In diesem Jahr gibt’s kein Lametta – weil wir eine Maikatze, pardon, einen Maikater haben. Er heißt Fritz, wird aber wegen seiner Fellpracht von uns nur „Plüschi“ gerufen. Und „Plüschi“ angelt nach allem, was er in die Samtpfoten bekommt. Deshalb hänge ich – Dekorieren ist Männersache! – an den Baum diesmal nur unkaputtbaren, erzgebirgischen Schmuck aus Holz. Auch unser Kartoffelsalat ist zu diesem Zeitpunkt schon längst fertig und gut durchgezogen. Das Altberliner Rezept ist aus Omas Zeiten. Außer Kartoffeln kommen Gurke, Eier, Äpfel ran und Mayonnaise. Und weil meine Familie teilweise aus Thüringen stammt, gibt’s dazu original Thüringer Rostbratwürste – aus einer Privatfleischerei in Seligenthal. Da ich leidenschaftlich gern grille – und zwar nicht nur im Sommer, sondern das gesamte Jahr über – stelle ich mich auch bei Minusgraden Heilig Abend draußen „ans Feuer“. An einem vergangenen Weihnachtfest haben wir in unserem Garten in „Randberlin“ sogar einen kleinen Weihnachtsmarkt aufgebaut: mit ein paar Stehtischen und zwei Heizpilzen. Zum Essen gibt’s meinen selbst gebrauten Glühwein, für den ich Rotwein verwende, der übers Jahr nicht alle geworden ist. Und eins ist sicher: Mein Punsch schmeckt viel leckerer als der auf Weihnachtsmärkten. Außerdem macht mein Glühwein süchtig nach mehr... Meist sind wir zu Heilig Abend zu siebt: Meine Eltern, mein Schwiegervater, Schwager, die Schwester meiner Frau kommen zu Besuch – alles Grillfans.

Wenn wir bescheren, ist jeder nach ein bisschen – aber höchstens fünf Minuten! – Entertainment gefragt. Bevor es ein Geschenk gibt, muss bitteschön eine Geschichte vorgelesen oder ein Gedicht vorgetragen werden. Und – nein, ich singe nicht! Ich bin ja gerade Moderator geworden, weil ich nicht singen kann. Meine Spezialität sind Weihnachtsgeschichten von Charles Dickens; der englische Dichter hat davon so viele geschrieben, dass ich nicht immer die gleiche zu erzählen brauche. Ich trage übrigens frei vor – Moderatorenehre! Im vergangenen Jahr war bei uns ein Weihnachtsmann zu Gast mit einem richtig dicken Bauch, der zu jedem Gedicht einen Schnaps getrunken hat. Sogar wir als Erwachsene hatten ein bisschen Bammel, als wir etwas aufsagen mussten. Denn dieser Weihnachtsmann war echt eine Autorität!

REZEPT FÜR „HERRMANNS GLÜHWEIN“

Bei Herrmanns kommt nicht nur Selbstgemachtes auf den Teller, sondern auch in die Tasse (oder ins Glas). Der Moderator hat eine besondere Verwertung für Rotwein gefunden, den er übers Jahr geschenkt bekommen, aber nicht „geschafft“ hat. Daher dieses Rezept.

Man nehme für den Glühwein vier Flaschen Rotwein verschiedener Sorten und Trauben (aber: bitte keine teuren Premium-Weine, aber auch keine aus dem Tetra-Pack).

Gewürze: sechs Zimtstangen, zwei Körner Piment, drei Sternanis, fünf Nelken und etwas Vanille.

Drei kleine Orangen mit Schale in Scheiben schneiden und in den Topf geben (vorher ordentlich abwaschen). Pro Flasche Wein drei Teelöffel Puderzucker am Topfboden karamellisieren lassen, anschließend mit dem Wein ablöschen.

Den Wein mit den Zutaten erhitzen, aber nicht kochen! Die Maximaltemperatur muss unter 80°C bleiben. Ansonsten gehen beim Kochen nicht nur die Geschmacksstoffe und der Alkohol verloren, es entstehen außerdem krebserregende Stoffe wie das Zuckerabbauprodukt Hydroxymethyfurfural. Glühwein erhitzen und anschließend abkühlen.

Danach muss der Glühwein eine Stunde ziehen, bei Bedarf kann mit Honig nachgesüßt werden. Vor dem Trinken den Glühwein erneut erwärmen. Prost! Aber Vorsicht: „Macht süchtig nach mehr!“, verspricht der Moderator. 

Aufgezeichnet von: Ricarda Nowak

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