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Potsdam Böller im Zug und antisemitische Gesänge am Potsdamer Hauptbahnhof
Lokales Potsdam Böller im Zug und antisemitische Gesänge am Potsdamer Hauptbahnhof
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20:23 27.10.2019
Zuletzt trafen die Vereine im „Karli“ im Landespokalfinale aufeinander. Quelle: Jan Kuppert
Babelsberg

Schon vor dem hochbrisanten Fußball-Regionalliga-Derby zwischen dem SV Babelsberg 03 und Energie Cottbus hat es mehrere Vorfälle gegeben: So wurden im Regionalexpress RE2 mit zahlreichen Energie-Fans Böller in einem Abfalleimer gezündet. Der Zug musste in Schönefeld stoppen – die Fahrgäste mussten auf einen anderen Zug umsteigen.

Am Potsdamer Hauptbahnhof sollen nach mehreren Augenzeugenberichten von Cottbus-Fans antisemitische Parolen gegrölt worden sein. Das berichteten mehrere Augenzeugen. Die Polizei bestätigt, dass eine Anzeige wegen Volksverhetzung am Bahnhof im Rahmen der Anreise zum Fußballspiel aufgenommen worden sei – von wem oder aus welchem Fanlager sie stammen soll, sei aber noch nicht klar. Der Vorfall im Regionalexpress wurde von einem Polizeisprecher ebenfalls bestätigt.

Im Stadion haben Fans Bengalos gezündet. Quelle: imago images/Jan Huebner

Beide Fanlager waren unter großem Polizeiaufgebot im Vorfeld zum Stadion gezogen. Auf Babelsberger Seite wurden gleich mehrfach Passanten am Straßenrand angepöbelt und geschubst, die den Tross mit ihren Handykameras gefilmt hatten. Auch auf der anderen Seite des Stadions, wo die Energie-Fans durch die Alt Nowawes zum Karli geführt wurden, kam es zu mehrfachen verbalen Aggressionen.

Autofahrer und Passagiere von Bus und Bahn in Babelsberg und in der südlichen Innenstadt mussten sich auf erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, werde es wegen des Fußballspiels ab 12 Uhr zu kurzzeitigen Vollsperrungen kommen – auch nach Abpfiff muss mit Einschränkungen gerechnet werden.

Viele Straßen gesperrt

So werden unter anderem die Allee nach Glienicke ab der Einmündung Grenzstraße bis „An der Sternwarte“, sowie Alt Nowawes, Rudolf-Breitscheid-Straße und Karl-Liebknecht-Straße für den Fahrzeugverkehr zeitweise voll gesperrt. „Wir werden am Sonntag einen lageangepassten Einsatz durchführen“, sagt Polizeisprecherin Juliane Mutschischk.

Details zur Einsatztaktik oder zur Zahl der eingesetzten Beamten könne sie nicht nennen. „Unser Ziel ist es, dass es trotz möglicher Emotionen auf dem Platz sowohl im, als auch um das Karl-Liebknecht-Stadion herum ruhig bleibt und wir Beeinträchtigungen für die Bevölkerung so gering wie möglich halten.“

Schon in den vergangenen Jahren waren die Spiele der beiden Fußball-Regionalligisten brisant, die Fanlager der Vereine gelten als sehr politisch – die Babelsberger Fanszene steht traditionell links, der FC Energie hat in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Anhängern gehabt, die der rechtsextremen und gewaltbereiten Szene zugeordnet werden.

Cottbusser Fans zündeten auch beim jetzigen Spiel Pyrotechnik. Quelle: imago images/foto2press

Zuletzt trafen die beiden Clubs im Landespokalfinale aufeinander, damals hatten Babelsberger Anhänger durch den Einsatz von Pyrotechnik die Siegerehrung für die Cottbuser verhindert. Zuvor hatte es in einem Ligaspiel im Babelsberger Stadion schwere Ausschreitungen gegeben, zahlreiche Energie-Fans hatten mit rechtsradikalen Parolen und Symbolen provoziert.

Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko

Vor diesem Hintergrund hatten die beiden Vereine am Donnerstag eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sie ihre Fans zu Besonnenheit aufrufen. Babelsberg und Cottbus appellieren, „in ihren Fankurven keinen Platz zu bieten für Anfeindungen, Hetze, Diskriminierungen und Provokationen“. Außerdem solle sich „von jeglicher Form von Gewalt“ distanziert werden. Stattdessen solle es besser einen würdigen Rahmen für die Viertliga-Begegnung geben. Auf Wunsch des FC Energie wird es zudem im Gästeblock keinen Alkoholausschank geben, das Stadionbier für die angereisten Fans bleibt alkoholfrei.

Sportlich ist die Lage beim Babelsberger Kiezverein angespannt, die Mannschaft konnte nach bislang absolvierten zwölf Spieltagen noch keine Partie gewinnen und steht mit lediglich acht Punkten auf dem vorletzten Tabellenrang – einem Abstiegsplatz. Die Partie gegen Cottbus hat daran nichts geändert, die Potsadamer unterlagen den Gästen mit 0:1. Hier können Sie das Spiel in unserem Liveticker nachlesen.

Von Saskia Kirf, Ansgar Nehls und Mirko Jablonowski

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