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Potsdam Wellasbest im Ruhlsdorfer Wald
Lokales Potsdam Wellasbest im Ruhlsdorfer Wald
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14:29 13.05.2019
Torsten Kroll (l.) und Ronny Schäreke fanden asbesthaltige Dachabdeckungen, offenbar von einer Gartenlaube. Quelle: foto: Laude
Teltow

Am Abend des 10. August 2018 wurden in einer Baumaterial-Firma in Hannover Hintermauerziegel in einer Plastikfolie verpackt. Jetzt liegt die Folie im Wald von Teltow-Ruhlsdorf, in der Nähe des alten Gutsfriedhofs, mitten auf einem Weg und zusammen mit alten Ziegeln. Der Schutt wurde am 15. April dort abgekippt, und zwar zwischen 13.30 Uhr und 19 Uhr.

Nicht weit entfernt wurde im selben Zeitraum eine weitere Ladung Abrissziegel ausgeschüttet, dazwischen eine Zigarettenschachtel. Torsten Kroll, der Jagdpächter des Reviers, hat den Schutt entdeckt. Die Täter scheuten offenkundig kein Risiko. Die Landesstraße 794 ist nur gut 50 Meter entfernt und der Wald war Mitte April noch nicht belaubt. Die Gefahr, gesehen zu werden, war durchaus da. Das Ordnungsamt ist informiert.

Abrisskommando stärkte sich mit Salami-Baguettes

Am 10. Mai stieß Kroll auf einen weiteren Haufen von Bauabfällen: diverse Bretter und 22 Wellasbest-Platten – dafür wird sich auch das Umweltamt interessieren. Offenkundig hat sich hier jemand seiner alten Gartenlaube entledigt. Das Abrisskommando hatte sich, wie an der Fundstelle ersichtlich ist, mit Baguette-Salami im Frischepack – Verfallsdatum 1.4.2019 gestärkt – und auch eine Dachrinne samt Fallrohr mit abgeladen, wofür sich blitzschnell ein Interessent gefunden haben muss. Denn beides war bei der Nachkontrolle wenige Tage später nicht mehr da. Das Schuttabladen im Wald ist seit eh und je verboten, in Brandenburg nach Paragraph 24 des Waldgesetzes. Aber die Verstöße nehmen kein Ende. „Bauschutt im Wald hat überhandgenommen“, hat Jagdpächter Kroll beobachten müssen.

Entsorgungskosten bleiben oft beim Steuerzahler hängen

Landwirt Ronny Schäreke ist gleichermaßen entsetzt und weist auf die Erfahrung hin: Wo einmal Müll liegt, da wird oft noch mehr dazu gekippt. Im Frühjahr kommt noch Grünschnitt dazu, an der Landesstraße liegt gleich ein Haufen hinter der Schranke am Waldweg. Die Schranke in Form eines Baumstamms war im vergangenen Jahr errichtet worden – auch schon gegen Müllabkipper. Kroll geht davon aus, dass die Berliner Stadtforsten, die Eigentümer des Waldes sind, demnächst weitere Schranken aufbauen werden.

Der Eigentümer des Waldes ist dafür verantwortlich, dass Abfälle wieder beseitigt werden, und zwar auf Kosten des Verursachers. Für den dürfte das deutlich teurer werden als die legale Entsorgung zum Beispiel in einem Recyclingbetrieb. Wenn er erwischt wird. Wenn der Verursacher nicht ermittelt werden kann, bleibt der Waldeigentümer auf den Entsorgungskosten sitzen. Im vorliegenden Fall kostet der Frevel also Steuergeld.

Insbesondere bei der Entsorgung von Baustoffen aus dem krebserregenden Asbest wollen die Umweltsünder offenbar Geld auf Steuerzahlerkosten sparen. Denn Entsorgung ist aufwändig und teuer. Wegen mehrerer Asbestmüllfunde im Landkreis ermittelt inzwischen die Kriminalpolizei.

Von Stephan Laude

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