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Potsdam Von Anschreiben bis Zeugnis: Das sind die Experten-Tipps für eine Bewerbung
Lokales Potsdam

Wie schreibe ich eine Bewerbung? Expertin gibt Tipps für Anschreiben und Lebenslauf

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06:15 22.02.2021
Damit eine Bewerbung Erfolg hat, müssen einige Punkte beachtet werden.
Damit eine Bewerbung Erfolg hat, müssen einige Punkte beachtet werden. Quelle: contrastwerkstatt - stock.adobe.com
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Potsdam

Mappe oder E-Mail? – So lautet sicher auch Deine erste Frage, wenn Du Dich zum ersten Mal um einen Ausbildungsplatz bewirbst. „Da gibt es keine allgemeingültige Empfehlung“, so Larissa Knuth, Koordinatorin im Projekt Schule-Wirtschaft bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam. Bei dem Familienunternehmen um die Ecke, bei dem die Chefin auch die Personalverantwortliche ist, könnte eine ausgedruckte Bewerbungsmappe vielleicht mehr Eindruck machen. Beim Großunternehmen hingegen wird eine Mappe eventuell als Ressourcenverschwendung angesehen und behindert die Übersichtlichkeit für den Personaler. Doch keine Angst: „Meist ist angegeben, welcher Bewerbungsweg vorgezogen wird. Nur wenn dies nicht vermerkt ist, sollte man telefonisch nachfragen“, sagt Larissa Knuth.

Fein raus sind all jene, die sich bei einem Arbeitgeber bewerben, der ein Online-Formular zur Verfügung stellt. Hierbei ergibt sich klar, welche Fragen über die Bewerbungsunterlagen noch zu beantworten sind und in welcher Form die Unterlagen hochzuladen sind.

Deckblatt ist optional

Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und – sofern vorhanden – Arbeitsproben sind die wesentlichen Bestandteile einer Bewerbung. „Im Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik – kurz WAT – gibt es von Lehrern unterschiedliche Auffassungen darüber, ob ein Deckblatt oder ein Motivationsschreiben, auch Seite drei genannt, notwendig sind“, hat die IHK-Projektkoordinatorin beobachtet. Sie rät, diese Bestandteile nur dann bereitzustellen, wenn man sie auch mit Inhalt füllen kann oder sie ausdrücklich gefordert werden.

Für das Deckblatt bedeutet dies etwa, wenn nur Bild und Kontaktdaten, ansonsten aber viel Weißraum die Seite beherrschen, lieber darauf verzichten. Du hast aber noch einige Kernkompetenzen oder Dir fällt eine ansprechende Grafik ein? Dann kannst Du mit einem Deckblatt für einen zusätzlichen Blickfang sorgen.

Das muss in die Bewerbung

In folgender Reihenfolge besteht eine Bewerbung aus:

Deckblatt (optional): mit Bild, Kontaktdaten und gegebenenfalls Kernkompetenzen.

Bewerbungsanschreiben: Empfängeradresse, Betreff und eine (digitale) Unterschrift sind auch bei der Online-Variante erforderlich. Ins Anschreiben gehören die bisherigen schulischen Erfahrungen und Kenntnisse, hier auch die Gründe für eine Bewerbung bei genau diesem Unternehmen darstellen.

Lebenslauf: Meist wird in tabellarischer Form beschrieben, welche Schulbildung erreicht wurde/wird. Auch außerschulische Aktivitäten, die für die Ausbildung eine Rolle spielen (Praktika, Fremdsprachenkenntnisse) finden hier ihren Platz

Anhang: Zeugnisse und Zertifikate, eventuell Arbeitsproben.

Wann das Motivationsschreiben sinnvoll sind

Da Schulabgänger außer Praktika und vielleicht Auslandsaufenthalte, die einen Bildungscharakter hatten, meist noch nicht viel Berufserfahrung haben, sei auch ein Motivationsschreiben nicht immer sinnvoll, meint Larissa Knuth. Wird auf der Seite drei im Prinzip das Gleiche wie im Anschreiben mitgeteilt oder muss sich der Bewerber etwas aus den Fingern saugen, dann sei es überflüssig. Ist ein Bewerber jedoch schon seit Kindheit an beispielsweise in der Freiwilligen Feuerwehr und bewirbt sich nun bei der Berufsfeuerwehr, könnte auf spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten eingegangen werden, die im Anschreiben keinen Platz mehr finden.

Dateianhänge dürfen nicht zu groß sein

Larissa Knuth kennt die häufigsten Fehlerquellen in Bewerbungen: Tippfehler und speziell bei Online-Bewerbungen fehlende Anhänge und zu große Dateianhänge. Da Personalverantwortliche Rechtschreibfehler mit einer nachlässigen Arbeitsweise und mangelnden Sorgfalt verbinden, kann dies bereits das Aus für den Traumberuf bedeuten. „Tippfehler sind fatal, deshalb unbedingt die Texte noch einmal Korrektur lesen lassen“, so Knuth. Des Weiteren empfiehlt sie, zunächst eine Testmail an Freunde oder Eltern zu verschicken. „Die Bewerbungsunterlagen werden in einer PDF-Datei zusammengefasst verschickt und sollten drei bis vier Megabyte nicht überschreiten. Im Betrefffeld sollten keine Abkürzungen verwendet werden, da sonst die E-Mail unter Umständen im Spamordner landet“, lauten ihre weiteren Tipps.

Sind die Unterlagen beim Arbeitgeber, heißt es, Geduld haben. Eine Eingangsbestätigung sollte sofort rausgehen. „Dann sind drei bis vier Wochen noch eine völlig akzeptable Auswahlzeit“, hat Larissa Knuth beobachtet. Die gute Nachricht: Im Land Brandenburg gibt es noch immer mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. „Es lohnt sich, auch in unserer IHK-Jobbörse zu suchen“, sagt die Bewerbungsexpertin.

Mehr Infos in der E-Beilage „MAZubi digital“.Ausbildungsangebote unter maz-job.de/ausbildung.

Von Claudia Braun