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Potsdam Wiederaufbau wirft Fragen auf
Lokales Potsdam Wiederaufbau wirft Fragen auf
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18:35 31.07.2013
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Potsdam

Einen Tag nach der öffentlichen Bekanntgabe, dass die Stadt eine Baugenehmigung für den Garnisonkirchturm erteilt hat, reagierte Linken-Kreischef Sascha Krämer am Mittwoch mit Kritik. „Es ist schon recht verwunderlich, dass für ein Bauprojekt, für das nicht genug Geld vorhanden beziehungsweise zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachweisbar ist, eine Baugenehmigung von der Stadt Potsdam erteilt wurde“, sagte Krämer. Er bezieht sich dabei auf die Tatsache, dass erst ein Bruchteil von den benötigten 40 Millionen Euro für den Turm überhaupt vorhanden sind. Nach Eigenangaben der Stiftung konnten bislang 6.5 Millionen Euro eingeworben werden.

Potsdam hat den Wiederaufbau der in der DDR als Kriegsruine gesprengten Garnisonkirche genehmigt. Im Herbst 2017 soll mit dem Bau der Replik des prägnanten Barockturms mit einer spektakulären Aussichtsplattform beginnen.

„Keinem privaten Antragsteller würde bei dieser Deckungslücke eine Baugenehmigung erteilt werden“, wirft Krämer der Verwaltung vor.

Dort verweist man auf geltendes Recht. „Laut Bundesgesetzgeber spielt bei der Baugenehmigung die Finanzierbarkeit keine Rolle“, sagte Stadtsprecher Markus Klier. „Die Genehmigung wird erteilt, ohne die Finanzierung zu überprüfen.“ Die Bedingung: Das Bauprojekt muss innerhalb eines fixierten Zeitrahmens umgesetzt werden.

  

Auch Krämers Parteifreund Hans-Jürgen Scharfenberg reagierte am Mittwoch auf den neuen Turmkapellen-Entwurf, den die Stiftung Garnisonkirche am Dienstag vorgestellt hatte. Wie berichtet, soll es auch zwei kleine „Gedenkorte“ in der Kapelle geben. Laut Burkhart Franck von der Fördergesellschaft Wiederaufbau Garnisonkirche (FWG) wird einer der Räume dem Gedenken an die Attentäter des 20. Juli 1944 gewidmet sein. „Diese Einengung habe ich mit Erstaunen und Unverständnis zur Kenntnis genommen – das widerspricht dem Stadtverordnetenbeschluss“, sagte Linken-Fraktionschef Scharfenberg. „Es ist beschlossen worden, dass der Widerstand im Dritten Reich in der ganzen Breite dargestellt wird.“

Von Ildiko Röd

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