Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Hoher Impfschutz in Potsdam
Lokales Potsdam Hoher Impfschutz in Potsdam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 01.04.2019
Die Impfquote gegen Windpocken ist in Potsdam hoch. Quelle: Archiv
Potsdam

In den Potsdamer Schulen herrscht laut der Potsdamer Amtsärztin Kristina Böhm eine ausreichend hohe Impfquote gegen Windpocken. Die hochansteckende Krankheit ist gerade an mehreren Einrichtungen in Kleinmachnow und Stahnsdorf ausgebrochen, wo seitdem 66 von 240 überprüften Schülern und 20 Kitakinder für 16 Tage nicht zum Unterricht dürfen – ihre Eltern konnten eine Impfung gegen Windpocken nicht nachweisen. Daher greift das Besuchsverbot des Infektionsschutzgesetzes.

87 Prozent der Einschüler sind gegen Windpocken geimpft

„Wir hatten Ausbrüche in der Größenordnung wie in Stahnsdorf oder Kleinmachnow noch nicht“, so Böhm. Eine solche Lage hält die Leiterin des Potsdamer Gesundheitsamts derzeit zudem für unwahrscheinlich. „Wir verfügen tatsächlich über eine große Herdenimmunität“, sagte Kristina Böhm. Der Impfstatus wird in Potsdam vom Gesundheitsamt bei der Einschulung erfasst.

Kristina Böhm, Leiterin des Potsdamer Gesundheitsamtes Quelle: Bernd Gartenschläger

Wenn in Potsdam Windpocken oder Masern auftreten, würden zunächst die erkrankten Kinder vom Kita- oder Schulbesuch ausgeschlossen. Außerdem werde der Ausschluss von Kontaktpersonen wie anderen Familienmitgliedern geprüft. Das entspricht den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts in Berlin, denen das Gesundheitsamt folgt. „Wenn wir Dimensionen wie in Kleinmachnow hätten, würde ich in Potsdam ähnlich reagieren“, erklärte Kristina Böhm angesichts der geringen Impfquote an der dortigen Waldorfschule.

Potsdamer sind insgesamt gut gewappnet

Dass nicht nur Schüler, sondern auch die Potsdamer insgesamt gut geschützt seien, habe sich laut Böhm vor zwei Jahren gezeigt. „Die Berliner Masernwelle war nicht nach Brandenburg übergeschwappt. Das hätte man eigentlich erwarten müssen, bei den voll besetzten Regionalbahnen“, sagte die Amtsärztin.

Windpocken – Ansteckungsgefahr und Impferfolg

Windpocken werden durch Tröpfcheninfektion sehr schnell weiterverbreitet – es reichen quasi Atmen und Sprechen für eine Übertragung.

Seit der allgemeinen Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gegen die Windpocken im Jahr 2004 ist die Zahl der Erkrankungen um 85 Prozent zurückgegangen, vor allem bei Kleinkindern.

Bei Kita-Trägern setzt man auf Impfberatung

Die Frage des Impfschutzes treibt auch die Träger der Betreuungseinrichtungen in Potsdam um. „Eine gute Beratung ist sinnvoller als eine allgemeine Impfpflicht“, sagte Beatrice Strübing, Sprecherin vom Fröbel-Verein, der in Potsdam zahlreiche Einrichtungen betreibt. Fröbel schließt Kinder ohne Impfung ausdrücklich nicht von der Betreuung aus.

Allerdings ist bei Eltern, die auf empfohlene Impfungen ihrer Kinder bewusst verzichten, der Nachweis einer ärztlichen Impfberatung Pflicht. „Da gibt es keine Diskussion“, sagte Strübing. Bis zum großen Masernausbruch in Berlin war eine solche Beratung nur eine Empfehlung, seitdem wurde die Beratung sogar zur gesetzlichen Verpflichtung.

Manche Tagespflegepersonen verlangen vollständigen Impfschutz

Im Krippenbereich gehört der Verein „Frauen in der Lebensmitte“, kurz FidL, zu den größten Potsdamer Anbietern. „Wir unterscheiden nicht, ob Kinder geimpft sind oder nicht, bevor wir ein Kind aufnehmen. Das ist kein Grund für einen Ausschluss“, erklärte Geschäftsführer Markus Weyh. „Eine Impfpflicht halte ich persönlich aber für sinnvoll, denn das Risiko liegt immer auf Seiten der ungeimpften Kinder oder Risikogruppen wie Schwangeren“, erklärte Weyh. Der Verein kooperiert auch mit 38 Tagespflegepersonen, die rund 180 Krippenplätze in Potsdam anbieten. Darunter sind auch Tagesmütter, die Kinder ohne vollständigen Impfschutz nicht aufnehmen. Bundesweit gibt es Kitas, die nur geimpfte Kinder aufnehmen. 

Von Peter Degener

Die bevorstehende Fête de la Musique zur Mittsommernacht in Potsdam wird kleiner als ursprünglich geplant. Das haben die Veranstalter und die Stadt mitgeteilt. Grund für die „Rumpfvariante“ sind finanzielle Engpässe.

29.03.2019

Unmittelbar nach der letzten Alarmmeldung zum drohenden Aus der wissenschaftlichen Mitmachwelt für Kinder folgt die gute Nachricht: Potsdam will das Extavium in diesem Jahr erstmals mit 200.000 Euro fördern.

01.04.2019

Vier Männer umringen am Donnerstagabend am Stern zwei Jugendliche. Sie gaben sich als Kriminalbeamte aus und forderte Bargeld oder Handy. Die beiden 19-Jährigen übergaben ihre Mobiltelefone. Ein älteres Pärchen könnte den Vorfall am frühen Abend beobachtet haben. Die Polizei ist nun auf der Suche nach Zeugen.

29.03.2019