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Potsdam Brandenburger Studenten finden keine Wohnung
Lokales Potsdam Brandenburger Studenten finden keine Wohnung
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14:44 01.09.2018
Viele suchen eine Wohnung auch über das schwarze Brett (Symbolbild).
Viele suchen eine Wohnung auch über das schwarze Brett (Symbolbild). Quelle: dpa
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Potsdam

Die Wohnungssuche gestaltet sich zu Beginn des neuen Wintersemesters für Studenten an Brandenburgs Hochschulen ganz unterschiedlich. Während der Wohnungsmarkt beispielsweise in Städten wie Frankfurt (Oder) als entspannt gilt, wird es in der Landeshauptstadt Potsdam immer schwieriger und teuerer, eine Bleibe zu finden.

Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Genug bezahlbaren Wohnraum gibt es für die Studierenden nicht“, sagt Josephine Kujau, Sprecherin des Studentenwerks Potsdam. Es bietet Zimmer und Wohnungen an den Hochschulstandorten Potsdam, Brandenburg/Havel und Wildau (Dahme-Spreewald) an.

Mehr Bewerber für Wohnung als Plätze

Derzeit gibt es für die 2860 Wohn- und Bettplätze des Studentenwerks gut 3000 Bewerber. Vor fünf Jahren waren es laut der Sprecherin im selben Zeitraum nur halb so viele. Im vergangenen Wintersemester waren an Potsdams Hochschulen 25 521 Studenten eingeschrieben, in Brandenburg/Havel 2652 und in Wildau 3362.

Im aktuellen Wintersemester rechne das Studentenwerk mit ähnlich vielen Studenten. „Wir können nur neun Prozent von ihnen mit einem Platz im Wohnheim versorgen“, sagt die Sprecherin. Alle anderen müssten auf dem freien Wohnungsmarkt suchen.

Wohnungsmarkt in Potsdam ist angespannt

In Potsdam kann das besonders schwierig werden. „Der Wohnungsmarkt gilt wie in vielen anderen Städten als angespannt“, sagt Stadtsprecher Jan Brunzlow. Die Leerstandsquote betrage derzeit 1,5 Prozent und weniger. Grundsätzlich gebe es neben dem Studentenwerk in Potsdam aber auch zahlreiche private Investoren, die möblierte Apartments errichten und für Studenten vermarkten.

Weil Potsdam für viele Studenten aber als zu teuer gilt, lebt laut dem Pressesprecher fast die Hälfte von ihnen im benachbarten Berlin. Josephine Kujau verweist in diesem Zusammenhang auf eine Sozialerhebung von 2016. Demzufolge pendelten 61 Prozent der Befragten an die drei Hochschulstandorte Potsdam, Wildau und Brandenburg/Havel.

Bessere Lage in Cottbus oder Frankfurt (Oder)

Entspannter ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt an den Hochschulstandorten Frankfurt (Oder), Cottbus, Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) und Eberswalde (Barnim), die vom Studentenwerk Frankfurt (Oder) betreut werden. „Hier gibt es ausreichend bezahlbaren Wohnraum“, sagt ein Studentenwerksprecher.

Der Wohnungsmarkt sei so entspannt, so dass auch die kommunalen Wohnungsgesellschaften und private Vermieter entsprechende Angebote machten. Engpässe seien nicht zu erwarten und Übergangslösungen nicht erforderlich. 22,3 Prozent der zuletzt über 16 800 Studenten in den drei Städten seien in Wohnungen des Studentenwerks untergekommen. „Bei der Sicherung des vorhandenen Wohnraums zeichnet sich aber ein erheblicher Sanierungsbedarf ab“, sagt der Sprecher.

Obwohl in Eberswalde genug Wohnraum verfügbar ist, sind Stadt und die Wohnungsunternehmen bemüht, sozialverträgliche Wohnungen – unter anderem für Studenten – zu schaffen, heißt es aus dem Eberswalder Rathaus. Darum bemüht sich auch die Gebäudewirtschaft in Cottbus. „Passenden Wohnraum in einer Drei-Raum- oder Vier-Raum-Wohnung gibt es bereits ab 168 Euro Warmmiete pro Person im Monat“, informiert eine Mitarbeiterin.

Keine Heimschläfer-Uni mehr?

In Frankfurt (Oder) ist hingegen der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) im vergangenen Wintersemester mit der „Zieh nach Frankfurt“-Kampagne aktiv geworden, wie ein Sprecher der Europa-Universität Viadrina berichtet.

Dabei sollen Vorzüge des Wohnens in Frankfurt (Oder) und Słubice hervorgehoben und Berlin-Pendler zu einem Umzug nach Frankfurt bewegt werden. In diesem Rahmen wird auch der Ferdinandshof, ein ehemaliges Brauereigelände, saniert. Dort soll bis Ende 2019 ein Wohnkomplex mit rund 130 bezahlbaren Wohnplätzen entstehen.

Von MAZonline