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Potsdam Zu Ehren des Revolutionärs Max Dortu
Lokales Potsdam Zu Ehren des Revolutionärs Max Dortu
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09:41 01.08.2017
Jörg Kwapis (l.) und Jan Kuppert erinnern an den Potsdamer Revolutionär Max Dortu. Quelle: Friedrich Bungert
Innenstadt

Die Landeshauptstadt verleiht am 22. Oktober zum ersten Mal den mit 5000 Euro dotierten Max-Dortu-Preis. „Mit dem Preis für Zivilcourage und gelebte Demokratie sollen Akteure geehrt werden, die sich für die Freiheit des Individuums und für eine demokratisch verfasste Gesellschaft engagieren und dabei auch mutige, unkonventionelle Wege gehen“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) gestern im Rathaus.

Die Bekanntgabe fand am Todestag Max Dortus statt, der am 31. Juli 1849 in Freiburg/Breisgau wegen seiner Rolle in der Revolution von 1848/49 von preußischen Soldaten standrechtlich erschossen wurde. Vertreter des Vereins zur Förderung antimilitaristischer Traditionen und der Fraktion Die Andere legten gestern Mittag vor Dortus Wohnhaus am Stadtkanal – der heutigen Dortu-Grundschule – einen Kranz nieder. Bekannt wurde der 1826 geborene Potsdamer Dortu als Urheber der Bezeichnung „Kartätschenprinz“ für den späteren König und Kaiser Wilhelm I. Schon in jungen Jahren politisierte er sich. Sein Kampf galt der Meinungsfreiheit, der Presse- und Versammlungsfreiheit und der politischen Gleichberechtigung.

Jakobs stellte die Ausschreibung gemeinsam mit Julius Schoeps – Doyen und Gründungsdirektor des Moses-Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien – und Jörg Kwapis vom Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen vor. Bei der Suche nach Persönlichkeiten will man den Blick auch über Potsdam und möglicherweise über Deutschland hinaus richten. Ausgewählt wird der Preisträger oder die Preisträgerin von einer Jury mit Politik-Professor Heinz Kleger, Jörg Kwapis, Kunsthistorikerin Ute Meesmann, Julius Schoeps und Medienwissenschaftler Daniel Wetzel. Kultur-Fachbereichsleiterin Birgit-Katharine Seemann ist beratend in der Jury. Die Auslobung des Preises stellt einen Paradigmenwechsel in der öffentlich-offiziellen Wahrnehmung des Potsdamer Revolutionärs dar. Dass das Eis nun gebrochen ist, geht nicht zuletzt auf Schoeps’ Konto. Dieser hatte die Idee mit dem Preis ins Spiel gebracht. „Es geht um die Frage: Was hat ein Max Dortu uns heute zu sagen? In einer Zeit, in der wir immer weniger wissen, was Demokratie bedeutet“, so Schoeps: „Insofern kann von Potsdam ein Impuls ausgehen.“

„Der Preis ist Symbol und Anerkennung für ein Engagement in der Gesellschaft, in der ein demokratisches Miteinander durchaus keine Selbstverständlichkeit ist und deshalb geschützt, geschätzt und vorgelebt werden muss“, betonte Jakobs. Trotz des Tauwetters wollte er aber auch diesmal nicht an der Kranzniederlegung teilnehmen. Er halte die Ausschreibung des Preises „für die angemessenere Form“, sagte er: „Gedenken ist wichtig, aber man sollte den Blick auf die Zukunft richten.“ 2018 will man sich im Jubiläumsjahr der 1848er-Revolution mit Publikationen und Veranstaltungen den lokalen Bezügen des politischen Aufbegehrens widmen.

Kwapis kritisierte bei der Kranzniederlegung Jakobs’ Fernbleiben. Der Blick in die Zukunft sei zwar begrüßenswert. Aber: „Es wäre gut, gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung an diesen Sohn der Stadt zu erinnern“, sagte er: „Das findet ja auch bei anderen Personen statt.“

Von Ildiko Röd

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