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Potsdam Coronavirus: Zweiter Verdachtsfall in Potsdam
Lokales Potsdam Coronavirus: Zweiter Verdachtsfall in Potsdam
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17:11 10.02.2020
Am Potsdamer Bergmann-Klinikum ist ein weiterer Patient auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

In der Landeshauptstadt ist ein zweiter Verdachtsfall im Zusammenhang mit dem aus China stammenden neuartigen Coronavirus aufgetreten. Das haben sowohl das Potsdamer Gesundheitsamt als auch das Brandenburgische Gesundheitsministerium auf Nachfrage der MAZ bestätigt. Laut Stadt habe sich der Verdachtsfall bereits am ersten Februarwochenende ereignet. Der Labortest sei wie schon beim ersten Verdacht Ende Januar negativ ausgefallen. Weitere Angaben machte Juliane Güldener, Sprecherin der Landeshauptstadt, nicht.

Person aus Potsdam-Mittelmark war zuvor im Risikogebiet

Auch das Ministerium machte keine näheren Angaben, ob es sich bei dem Patienten um eine Frau oder einen Mann, um einen Erwachsenen, einen Jugendlichen oder ein Kind gehandelt hatte. Ministeriumssprecher Gabriel Hesse bestätigte allerdings, dass die betroffene Person am städtischen Ernst-von-Bergmann-Klinikum versorgt worden ist. Demnach handelte es sich um eine Person aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark, die aus China zurückgekehrt war und sich dort unter anderem im Risikogebiet der Provinz Hubei aufgehalten hatte.

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Erster Verdachtsfall war Ende Januar aufgetreten

Am 29. Januar war in Potsdam zum ersten Mal Corona-Alarm ausgelöst worden: Wie berichtet war eine Jugendliche, bei der man befürchtete, dass sie sich mit dem Virus infiziert hatte, mit dem Rettungswagen in das Klinikum eingeliefert worden. Keine 24 Stunden später gaben die Ärzte Entwarnung: Der Test hatte ergeben, dass sich das Mädchen nicht mit der schweren Lungenkrankheit, die sich von China aus weltweit verbreitet, angesteckt hatte. Prof. Dr. Thomas Weinke, Chefarzt der Klinik für Infektiologie, versicherte, dass das Bergmann-Klinikum für den Ernstfall sehr gut aufgestellt sei, schnell und adäquat reagieren könne. Er sehe zwar keine Gefahr in Deutschland, es bestehe kein Grund zur Sorge: „Aber wir müssen die Sache abwartend beobachten.“

Auch das St. Josefs Krankenhaus ist vorbereitet

Wachsam ist auch das Team des kleineren St. Josefs Krankenhauses. Anders als das kommunale Klinikum verfügt das katholische Haus zwar nicht über eine eigene Infektiologie. „Aber auch wir haben Isolierräume, so dass wir Patienten im Fall der Fälle vom übrigen Krankenhausbetrieb abschotten können“, sagt Krankenhaus-Sprecher Benjamin Stengl. Auch einen Abstrich aus dem Rachenraum, der für die Laboruntersuchung erforderlich ist, könnten die Ärzte am Josefs nehmen und die Probe zum klärenden Test an die Berliner Charité schicken. „Generell ist es aber so, dass wir einen Verdachtspatienten ins Ernst-von-Bergmann-Klinikum verlegen würden“, so Stengl. „Dort sind die Experten. In solchen Situationen geht es nur Hand in Hand.“

Robert-Koch-Institut rät zu Vorsichtsmaßnahme wie bei Grippe

Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) führt eine Infektion zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber, einige Betroffene würden auch an Durchfall leiden. Bei einem Teil der Patienten nimmt die Infektion einen schwereren Verlauf und führt zu Lungenentzündungen und sogar zum Tode. Laut RKI liegt der Anteil der Todesfälle an den labordiagnostisch bestätigten Erkrankungen derzeit bei etwa zwei Prozent. Betroffen seien insbesondere Ältere oder Menschen mit Grunderkrankungen. Wie vor der Grippe und anderen akuten Atemwegserkrankungen würden eine Husten- und Nies-Etikette, eine gute Händehygiene und ein bis zwei Meter Abstand zum Erkrankten schützen: „Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten.“ Wer dennoch fürchtet, sich angesteckt zu haben, sollte Kontakte zu anderen Personen vermeiden und sich unverzüglich mit dem zuständigen Gesundheitsamt oder dem Rettungsdienst in Verbindung setzen.

Behörden informieren nur über nachgewiesene Fälle

Weltweit sind mehr als 40 000 Erkrankungen bis dato bekannt. Mehr als 900 Menschen sind dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Besonders schwer betroffen sind die Stadt Wuhan und die sie umgebende Provinz Hubei. Das Risiko für die Bevölkerung in Europa und Deutschland schätzen die Experten des Robert Koch-Instituts als gering ein. In Deutschland sind bisher 14 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Verdachtsfälle lässt sich nicht genau beziffern, denn die Behörden sind – zum Schutz der Patienten und um Panik zu vermeiden – nur verpflichtet, über nachgewiesene Fälle zu informieren.

Die beiden Potsdamer Verdachtsfälle sind derweil nicht die einzigen, die das Land Brandenburg in den vergangenen zwei Wochen in Atem gehalten haben: Bislang verzeichnet Brandenburg laut Ministerium 14 Verdachtsfälle – alle seien negativ getestet worden. Die Erkrankung an 2019-nCoV, wie das Virus offiziell heißt, ist offenbar noch nicht in der Mark angekommen.

Von Nadine Fabian

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