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Potsdam 1500 Euro für die Oberlinstiftung
Lokales Potsdam 1500 Euro für die Oberlinstiftung
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14:32 15.11.2015
Auktionator Michael Ulbricht mit zwei Werken von Neo Rauch.
Auktionator Michael Ulbricht mit zwei Werken von Neo Rauch. Quelle: Köster
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Babelsberg

Auktionator Michael Ulbricht ist am Samstag schon vor Beginn der Versteigerung zugunsten des „Sinnesgartens“ auf dem Oberlincampus in Babelsberg auf Betriebstemperatur. Aufmerksamen Blickes streift er durch die kleine Ausstellung der angebotenen Kunstwerke in der benachbarten Oberlinkirche, kommt mit potenziellen Bietern ins Gespräch. 89 Grafiken, Drucke, Radierungen und Gemälde hat der Leipziger Ulbricht dieses Mal dabei, darunter als ein Höhepunkt Wolfgang Mattheuers „Schutzversuch“ (1984), den er 18 Jahre zurückgehalten und bei sich zuhause aufgehängt hatte. Bereits im April hatte Ulbricht in Babelsberg seinen Auktionatorhammer zugunsten der Taubblinden-Einrichtung geschwungen. Nun soll noch einmal Geld für die Oberlinstiftung zusammenkommen.

„Ein Limit habe ich mir nicht gesetzt.“

Katrin Eberhardt aus Bad Belzig hat sich in zwei Lithographien von Otto Dix verguckt. „Ich hatte gestern Geburtstag und möchte mich selbst beschenken“, verrät sie. „Ein Limit habe ich mir nicht gesetzt. Ich merke dann schon, wenn es mir zu viel wird.“ Das kennt Auktionator Ulbricht gut. „Mancher kauft die Namen, mancher kauft, was ihm gefällt“, weiß er. Jene, die sich in die Kunst verlieben und sie nicht als Geldanlage verstehen, kommen dann auch am ehesten in einen Bieterrausch.

Vor allem Potsdamer sind gekommen

Rund 50 Personen, zum größten Teil Potsdamer, sind da, als die Auktion beginnt. Oberlin-Geschäftsführer Matthias Fichtmüller freut sich über die Resonanz und übergibt an den „freundlichen Sachsen“ Ulbricht. Der bringt all seine bald zwanzigjährige Erfahrung ein, um die Kunstwerke anzupreisen. Ein Beuys-Siebdruck geht für 20 Euro raus, ein weiterer für 25. Max Beckmanns „Pierrot und Maske“ bringt 1010 Euro, ein Miro-Holzschnitt 220 Euro und Mattheuers „Schutzversuch“ sogar 1600 Euro. Viele Gebote werden aber nicht live abgegeben, sondern wurden schon bei der Vorbesichtigung am Vortag eingereicht. Diese „Fernbieter“ erhalten nicht selten den Zuschlag.

1500 Euro für Taubblinde

Auch Katrin Eberhardt hat Glück. Beim Gebot von 400 Euro fällt der Hammer, und sie kann die beiden Dix-Werke mit nach Hause nehmen. Fünfzehn Prozent vom Kaufpreis der versteigerten Bilder kommen dem „Sinnesgarten“ des Oberlinhauses zugute. Rund 1500 Euro sind es am Ende geworden. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Stefanie Hahn von der Oberlinstiftung. Ungefähr diese Summe hatte man sich von der Auktion erhofft.

Von Marcel Kirf

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