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Potsdam Symbolischer Baustart für die Synagoge
Lokales Potsdam Symbolischer Baustart für die Synagoge
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22:06 22.10.2018
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Potsdam, Michail Tkach, feierte seinen 80. Geburtstag. Zum Gratulieren kam Oberbürgermeister Jann Jakobs vorbei. Quelle: Friedrich Bungert
Innenstadt

Der langjährige Stillstand beim Synagogen-Bauprojekt in der Schlossstraße könnte bald vorbei sein: Nach MAZ-Informationen liegt eine Kabinettsvorlage der Landesregierung vor, durch die das Moratorium beendet wird, das seit dem Frühjahr 2011 besteht. Damals wurde ein zunächst zweimonatiges Moratorium beschlossen, um den Streit zwischen der Jüdischen Gemeinde und der Synagogengemeinde herunterkochen zu lassen. Bei dem Dissens ging es um das Aussehen des Gebäudes und die inhaltliche Ausrichtung. Schließlich verhängte der damalige Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) einen Baustopp. Bauherrin ist das Land, sie hält seit Jahren rund fünf Millionen Euro für den Bau nach Entwürfen des Architekten Jost Haberland vor. Die befristete Auszeit wurde zum Dauerzustand. Das Grundstück gegenüber vom Filmmuseum ist bis heute eine Brache. Potsdam ist die einzige Landeshauptstadt ohne Synagoge.

Fröhliche Runde mit dem Jubilar. Quelle: Friedrich Bungert

Nun scheint es einen Durchbruch gegeben zu haben, nachdem sich die Jüdische Gemeinde und die Synagogengemeinde in den vergangenen Jahren immer mehr aufeinander zu bewegt haben. Offenbar soll die Vorlage noch vor dem 9. November das Kabinett passieren. Bei den Gedenkfeierlichkeiten anlässlich der Reichspogromnacht am 9. November ist ein Spaziergang vom alten Synagogenstandort am Platz der Einheit hinüber zum neuen Bau-Ort an der Schlossstraße geplant. Dort soll nach MAZ-Informationen ein symbolischer Baustart vollzogen werden. Bis tatsächlich die Bagger anrollen, wird es aber noch dauern. Schließlich müssen nach dem Stillstand nicht nur neue Planungen gemacht werden – auch die Baugenehmigung muss erneuert werden. Läuft alles glatt, würde einem Baubeginn zwischen 2020 und 2021 nichts im Wege stehen. Bei der Geburtstagsfeier für Michail Tkach – der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde wurde 80 Jahre alt – war die Kabinettvorlage zur Synagoge am Montag noch nicht offizielles Thema. Tkach unterstrich allerdings die Bedeutung des Vorhabens für die Jüdische Gemeinde mit ihren 450 Mitgliedern und für die Synagogengemeinde, die etwa 250 Mitglieder hat. Seit mehreren Jahren ist die Jüdische Gemeinde in einem früheren Gebäude der Alten Feuerwache in der Werner-Seelenbinder-Straße untergebracht.

Eigentlich als Übergangsdomizil gedacht, aber mittlerweile seit einigen Jahre der Sitz der Jüdischen Gemeinde: ein Teil der ehemaligen Alten Feuerwache in der Werner-Seelenbinder-Straße. Quelle: Friedrich Bungert

Als Gratulanten kamen neben den Gemeindemitgliedern auch Vertreter des politischen Potsdam wie Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg und die Linken-Kulturexpertin Karin Schröter. Mit dabei waren auch Ulrich Zimmermann (Vorsitzender Synagogen-Förderverein) und Peter Schüler (Vorsitzender Synagogen-Bauverein), sowie Schülers Vorgänger Horst Mentrup und Horst-Dieter Weyrauch. Jakobs würdigte Tkach als einen „ehrlichen Makler“ für die jüdischen Interessen, etwa im Hinblick auf den Bau einer Synagoge. „Sein kontinuierliches Wirken ist – so wie es aussieht – von Erfolg gekrönt“, sagte Jakobs. Da Tkach nicht für eine dritte Amtszeit als Vorsitzender kandidieren kann, wird der am 13. November neu zu wählende Vorstand einen Nachfolger bestimmen. Tkach würde gerne seinen langjährigen Stellvertreter Evgeni Kutikow auf dem Posten sehen. Die Fusion von Synagogengemeinde und Jüdischer Gemeinde, die man vor einiger Zeit einmal als Möglichkeit ins Auge gefasst hatte, wird es nicht geben.

Von Ildiko Röd

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