Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Streit mit Behörde: Muss der Kinderbauernhof schließen?
Lokales Potsdam Streit mit Behörde: Muss der Kinderbauernhof schließen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:15 23.08.2018
Die Schafe des Kinderbauernhofs wohnen in einem Stall, der vom Abriss betroffen wäre. (Symbolbild) Quelle: Marius Becker/dpa
Groß Glienicke

Aufregung um den Kinderbauernhof der Elterninitiative Spatzennest in Groß Glienicke. Die seit 2011 bestehende Einrichtung am Eichengrund 1 muss vor­aussichtlich ab Mitte Oktober zusperren – Gebäude auf dem Bauernhof-Areal seien „entgegen öffentlich-rechtlicher Vorschriften“ errichtet worden, heißt es nach MAZ-Informationen in der Begründung der unteren Bauaufsicht der Stadt. Im Klartext: Für die Errichtung mehrerer Gebäude fehlen die Baugenehmigungen – diese seien bisher „weder beantragt noch erteilt“ worden, so die Behörde. Doch der Eigentümer des Grundstücks fühlt sich ungerecht behandelt. Immerhin, so beklagt er nun öffentlich, hätten die Behörden ihm seinerzeit signalisiert, dass sie „keine Einwände gegen das Projekt hätten“.

Konkret geht es um Gebäude, die auf den Fundamenten von ehemaligen Stallungen stehen. Das Gelände wurde zu DDR-Zeiten von der LPG zur Schweinezucht und danach als Ponyhof und Katzenpension genutzt. 2006 erwarb es der jetzige Eigentümer Michael Fruth, der auf dem Areal im ehemaligen Technikstützpunkt seit 2014 auch eine Kfz-Werkstatt betreibt.

Liebevoll in zwölf Jahren aufgebaut

„In mühevoller tagtäglicher Arbeit habe ich in zwölf Jahren Meter für Meter bearbeitet, die Stallungen wieder aufgebaut und das Gelände zu einem gepflegten, sauberen Areal gestaltet“, schreibt Fruth nun in einem Brief an die Stadtverordneten, den er selbst als „Hilferuf“ betitelt und der der MAZ vorliegt. Mit dem Kinderbauernhof des Vereins Spatzennest seien „Freude und Leben“ eingezogen. 160 Kinder der Kita, des Hortes und der Schule könnten dort das Leben mit Tieren und Pflanzen erleben und gestalten.

Eines der von Fruth neu errichteten Gebäude wird von der Elterninitiative Spatzennest teilweise als Stall für Schafe, Ziegen und Hasen genutzt. Für diese Stallungen hat die Behörde nun die Nutzung untersagt.

Kein Bestandsschutz mehr

In einem weiteren Gebäude befindet sich im Erdgeschoss ein Aufenthaltsraum der Elterninitiative Spatzennest mit Waschgelegenheiten, Dusche und Toilette. Ein Teil des Obergeschosses wird als Lager für Heu und Stroh verwendet. Auch hier heißt es von Seiten der unteren Baubehörde: „Eine Baugenehmigung ... wurde bisher weder beantragt noch erteilt.“ Der Bestandsschutz der alten Stallungen existiere nicht mehr, nachdem man die Gebäude bis auf die Fundamente abgetragen und durch neue Bauten ersetzt hat.

Doch der Eigentümer des Geländes, Michael Fruth, hält dagegen: Es haben zwei Begehungen im Jahr 2007 und 2008 mit allen Fachbereichen des Bauamtes stattgefunden, um zu klären, ob die Ställe wieder hergerichtet werden können. Fruth: „Mündlich wurde mir vermittelt, dass die Behörden keine Einwände gegen das Projekt hätten und es mittragen würden.“

Müssen Tiere getötet werden?

Doch seit Februar 2018 weht nun offenbar ein anderer Wind. Nun würden ihn „unbegreifliche, harte Vorwürfe seitens der Baubehörde wegen fehlender Baugenehmigung“ erreichen, so Fruth. Empört über die „akute Gefährdung“ des Kitabauernhofs ist auch der Vorstand der Elterninitiative Spatzennest. „Die Vorgehensweise der Stadtverwaltung zwingt uns, die dort gehaltenen Tiere töten zu lassen, da das Halten von Tieren unter Strafandrohung gestellt wurde“, heißt es in einem Brief, der der MAZ ebenfalls vorliegt. Die Verwaltung bestätigte gestern zwar die fehlenden Baugenehmigungen, wollte sich aber nicht zu Details äußern – es handle sich um ein laufendes Verfahren.

Von Ildiko Röd

Ein 18-jähriger Mann hat auf der Freundschaftsinsel in Potsdam eine 19-Jährige sexuell belästigt. Die Tat ereignete sich in der Nacht zu Sonntag. Ein hinzugekommener Zeuge half Schlimmeres zu verhindern.

20.08.2018
Potsdam Nach Schließung der Babyklappe - Weiterhin Hilfe für Schwangere in Not

Das St. Josefs-Krankenhaus Potsdam hat wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten auf dem historischen Campus die Babyklappe – die einzige in Brandenburg – geschlossen. Werdenden Müttern, die ihr Kind nicht behalten möchten, bietet das katholische Haus weiterhin die Möglichkeit der vertraulichen und der anonymen Geburt.

20.08.2018

Heute wünschen wir genau 1875 Potsdamern einen besonders schönen Tag. Dann werden wir noch schnell saunieren sowie länger baden als normal – und sind auf den Start eines wirklich tollen Projekts gespannt.

20.08.2018