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Prignitz 63 Einbrüche in 5 Monaten – Bande vor Gericht
Lokales Prignitz 63 Einbrüche in 5 Monaten – Bande vor Gericht
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14:17 07.12.2016
Spontan hätten sich die Diebe zu ihren Touren verabredet, das sagen sie zumindest. Quelle: dpa
Pritzwalk

Ihre Spielleidenschaft führte die fünf zusammen und brachte sie letztendlich auf die Anklagebank. Seit Dienstag müssen sich fünf Männer im Alter zwischen 25 und 36 Jahren wegen schweren Bandendiebstahls vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

63 Einbrüche in fünf Monaten

63 Einbrüche in der Zeit von Dezember 2014 bis April 2015 sollen auf ihr Konto gehen. Ein Waldhotel in Pritz­walk suchten die Diebe gleich fünf Mal in diesen fünf Monaten auf. Meist wurden sie auf ihren Touren fündig, 23 Mal mussten sie unverrichteter Dinge wieder das Weite suchen. Ihr Wirkungsbereich erstreckte sich von Pritzwalk über Wittenberge, Freyenstein, Meyenburg, Wittstock und Wusterhausen bis hin ins Mecklenburgische.

Treffpunkt Spielothek

Laut Staatsanwaltschaft sollen sich zwei der Angeklagten mit dem gesondert verfolgten P. im November 2014 zu den Straftaten verabredet haben, um dadurch „mehr Geld für den Lebensunterhalt zur Verfügung“ zu haben. Später sollen sie sich regelmäßig in einer Spielothek in Pritzwalk getroffen haben, um die weitere Vorgehensweise abzusprechen.

Ronny R., dem 61 Einbrüche zur Last gelegt werden, bestritt vor Gericht, dass sie planvoll vorgegangen seien. „Wir saßen in der Spielhalle, hatten kein Geld und entschlossen uns spontan, irgendwo einzubrechen.“ Auch die Rolle des Rädelsführers, diese schreibt ihm die Staatsanwaltschaft zu, wies der 36-Jährige aus Meyenburg weit von sich. „Hier will jeder seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Ich habe die anderen nicht angestiftet.“

Mehr Schäden angerichtet als Beute gemacht

Die Tatbeteiligten gingen immer nach derselben Art und Weise vor. Sie fuhren zu dem Objekt, wo sie sich Bargeld oder andere leicht zu verwertende Gegenstände erhofften. Einer stand draußen Schmiere, meist zu zweit stiegen sie ein, nachdem sie entweder die Tür oder ein Fenster aufhebelten. Der dabei angerichtete Schaden überstieg zumeist den Wert der Beute. So versuchten sie, in ein Blumengeschäft in Wusterhausen einzubrechen. Die Tür hielt den Aufbruchsversuchen stand, doch die Reparatur belief sich auf über 2000 Euro. ln Pritz­walk ließen sie in einem Blumengeschäft 250 Euro Wechselgeld und die Tageseinnahmen in Höhe von 200 Euro mitgehen. Beliebt waren bei ihnen offensichtlich Friseurläden. In einem Salon in Meyenburg konnten sie 2000 Euro stehlen. In einem Friseursalon in Pritzwalk waren sie weniger erfolgreich. Dort verursachten sie nur einen hohen Schaden von 6000 Euro.

Bei der Beute nicht immer wählerisch

Die Täter waren nicht besonders wählerisch: Sie begnügten sich auch schon mal mit zwei Kästen Bier und Würstchen im Glas. Die Beute teilten sie anschließend brüderlich, so Ronny R. Er war der erste, der am Dienstag zu den einzelnen Taten gehört wurde. An die Einzelheiten hatte er oft keine konkreten Erinnerungen mehr. Überhaupt war er, was die Tatvorwürfe betraf, weniger redselig als bei den Angaben zu seinem Lebenslauf. „Mein Hauptproblem ist meine Spielsucht. Ich habe mein ganzes Geld in der Spielhalle verballert.“ Seinen Anteil der Beute, verzockte er noch in derselben Nacht am Spielautomaten. Wegen seiner Spielsucht war er in Behandlung. Auch der mitangeklagte Christian K. hat bereits eine Therapie aus diesem Grunde hinter sich. Die anderen drei haben ebenso einen Großteil ihrer Zeit in der Spielhalle verbracht. „Man sitzt vor dem Automaten und vergisst alles um sich herum“, erklärte Veit S. die Faszination des Spielens.

Zwei Angeklagte sitzen derzeit wegen einer anderen Sache in Untersuchungshaft, die anderen drei gehen einer geregelten Arbeit nach. Alle sind bereit zu den Vorwürfen auszusagen, an denen sie, der eine mehr, der andere weniger beteiligt gewesen sein sollen.

Am 12. Dezember wird die Verhandlung fortgesetzt.

Von Dagmar Simons

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