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Prignitz Opern-Genuss im Garten von Schloss Grube
Lokales Prignitz Opern-Genuss im Garten von Schloss Grube
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12:01 12.07.2019
Zum Schluss gaben Nadijah Freylikh, Marietta Sarri, Jillian Finnamore, Anne Sorbara, Ninon Dann, Roberto Berner, Angelo Raciti und Vikram Bal (v.l.) eine Zugabe. Quelle: Kerstin Beck
Grube

Ein lauer Sommerabend, ein idyllischer Platz vor einem Schloss und feines Essen, was fehlt da noch? Exzellente Klänge – und die gab es am Donnerstagabend bei der „Oper am Schlosspark“, ausgetragen vor dem Schloss Grube von Teilnehmern der diesjährigen Lotte-Lehmann-Akademie.

„Als wir hier das erste Mal ein Open-Air-Konzert machen wollten, hatte ich Bedenken. Was, unter freiem Himmel und ohne Mikro? Geht denn das? Ja, es ging, und es ist phantastisch, zu hören, was hier für eine Akustik herrscht. Vielleicht sorgen die großen Bäume hier dafür!“, freute sich Angelo Raciti, der künstlerische Leiter der Akademie, über den erlesenen Ort. Dem konnte die Perleberger Bürgermeisterin Annett Jura nur beipflichten.

Vor Beginn der Veranstaltung ließen es sich die etwa 200 Gäste erst einmal die Grillspezialitäten schmecken. Quelle: Kerstin Beck

Und gekommen waren schließlich etwa 200 Besucher, die nicht nur aus der Prignitz, sondern aus Berlin, Hamburg und weiteren Regionen angereist waren, um die hier immerhin zum sechsten Mal dargebrachten musikalischen Genüsse zu genießen.

Mit dabei war ein besonderer Gast: Kammersänger Thomas ­Moser. Der in Richmond, Virginia, gebürtige Sänger, der mit seinem Mozart- und Strauß-Repertoire 40 Jahre hindurch auf allen wichtigen Bühnen der Welt erfolgreich aufgetreten ist, betreut jedes Jahr für eine Woche als Dozent in ­Perleberg die angehenden Opernsänger. „Und diejenigen, die hier auftreten, haben alle ihre Stärken und Schwächen und mehr oder weniger damit zu tun, ihre berufliche Karriere aufzubauen“, lautete das diplomatische Urteil des Fachmannes über den künstlerischen Nachwuchs.

Angelo Raciti, künstlerischer Leiter der Lotte-Lehmann-Akademie, die Perleberger Bürgermeisterin Annett Jura sowie Schloss-Mitarbeiterin Viola Schönhage (v. r.) eröffneten das Konzert. Quelle: Kerstin Beck

Und zu sehen und zu hören waren an diesem Abend schließlich internationale Gäste: Nadijah Freylikh (Ukraine), Marietta Sarri (Griechenland), Jillian Finnamore (USA), Ninon Dann (Frankreich), Roberto Berner (Chile) sowie Vikram Bal (USA).

Bellini-Arie „La Sonnanbula“

Bass-Sänger Matt McLellan, der für die Bellini-Arie „La Sonnanbula“ vorgesehen war, trat lediglich am Schluss, als alle Mitwirkenden gemeinsam das Sextett aus „Lucia di Lammermoor“, einer in Schottland angesiedelten Oper, bei der der Geist einer aus Eifersucht erstochenen Frau erscheint, zu Gehör brachten, auf. „Ihm hat das Wetter in der Prignitz etwas geschadet“, war von Angelo Raciti, der das Programm auch moderierte, zu erfahren.

Und überhaupt ging es bei der gesamten Aufführung nur um die Liebe: die große, die kleine, die berechnende, die enttäuschte, die einsame und die gemeinsame – und vor allem die geheime.

Natürlich waren da Stücke aus Bizets „Carmen“ zu hören, aber auch aus Puccinis „Tosca“, aus Mozarts „Hochzeit des Figaro“ oder aus Verdis „Aida“.

Ausdrucksstark und sehr talentiert: Die Kanadierin Anne Sorbara glänzte mit zwei Arien. Quelle: Kerstin Beck

Und ausgerechnet eine Kanadierin war es, die als einzige eine deutschsprachige Arie zu Gehör brachte. Nachdem sie eingangs bereits mit „Je veux vivre“ (ich will leben) aus Gounods „Roméo et Juliette“ geglänzt hatte, sang die nur 1,49 Meter große Anne Sorbara – aber mit dafür umso imponierenderer und eindrucksvollerer Stimme – ihren Part „Großmächtige Prinzessin“ aus der Strauß-Oper „Ariadne auf Naxos“. „Treulos – sie sind’s! Ungeheuer, ohne Grenzen!“ urteilt da Zerbinetta über den ungetreuen Theseus im Speziellen und abtrünnige Liebhaber im Allgemeinen.

Doch den Zuschauern gefiel es, und es gab – insbesondere für die begabte Sängerin, die seit einigen Jahren in Berlin lebt – rauschenden Beifall.

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Von Kerstin Beck

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