Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Panik bis zum Tod – was Tierbesitzer beachten sollten
Lokales Prignitz Panik bis zum Tod – was Tierbesitzer beachten sollten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:26 30.12.2019
Für viele Vierbeiner ist die Silvesternacht ein Horror. Das sollten Tierbesitzer beachten. Quelle: Julia Redepenning
Groß Lüben

Was gehört zur Silvesternacht? Ein gutes Essen, Freunde die mit ins neue Jahr rutschen – und natürlich viel Feuerwerk und lautes Knallzeug. Bunte Fontänen und Böller sind jedoch für viele Tiere eine Qual. Zitternd und panisch verbringen Vierbeiner oft schon Tage vor dem Jahreswechsel die Stunden. Nicht selten erleiden sie Folgeschäden, erkranken, bekommen psychische Schäden, laufen weg oder sterben sogar. Ein Problem, dass Cornelia Grothe von der SOS Hundehilfe Prignitz in Groß Lüben nur all zu gut kennt:

Horror-Zeit für viele Tiere

„Es ist einfach der Horror für Hunde und Katzen“, sagte die Fachfrau. Sie ist beunruhigt, denn schon jetzt ist ihr Telefon nicht mehr still. Dabei steht die Schreckensnacht noch bevor. Im Stundentakt rechnet die Tierschützerin wieder mit Anrufen. Nicht selten laufen auch schussfeste Hunde einfach los – aus Angst. Orientierungslos finden sie ihre heimischen Wände nicht mehr und landen in einer Ausgangsstation.

Auch Katzen können in der Silvesternacht verschwinden. Quelle: Elinor Wenke

Mehr als 600 Tiere wurden 2018 vermisst

Dieses Schicksal ereilt auch Stubentiger. Katzen, gerade Freigänger, sind ebenfalls gefährdet. „Bei uns landen nicht nur Hunde“, so Grothe. Allein im Vorjahr sind laut der Tierschutzorganisation Tasso deutschlandweit mehr als 630 Tiere am 31. Dezember ihren Haltern entlaufen. Auffällig: Die Zahl der Hunde. Sind es im Normalfall 100 Tiere, die von ihrer Familie getrennt werden, waren es 2018 mindestens 416 bekannte Fälle.

Panik bis zum Tod

Doch es könne weitaus schlimmeres passieren, als dass ein Vierbeiner nur wegläuft, wie Cornelia Grothe berichtet: „Wir hatten sogar ein Tier, dass vor lauter Panik ins Koma gefallen ist.“ Die Attacke hatte dramatische Folgen für die Fellnase. „Der Hund ist daran am Ende gestorben“, so Grothe. Andere Genossen ziehen sich lebensbedrohliche Verbrennungen zu, weil sie zum Teil aggressiv auf die Knallerei reagieren und Halter den Ernst der Lage deutlich unterschätzen. Denn auch Tiere können sich Gliedmaßen wortwörtlich „absprengen“ , Zähne verlieren und sich dabei lebensbedrohlich verletzen.

Das sollten Besitzer beachten

Wer ein Haustier besitzt, sollte Vorsichtsmaßnahmen einleiten – frühzeitig. Mit einfachen Methoden kann die qualvolle Zeit gut überstanden werden. Freigänger-Katzen sollten im Haus bleiben und so früh wie möglich in die sicheren vier Wände geholt werden. Das gleiche gilt für Hunde, die im Normalfall draußen ihr Quartier besitzen.

Ob schussfest oder nicht – Hunde sollten die Tage vor und an Silvester stets an der Leine geführt werden. Auch das sicherste Tier kann urplötzlich panisch weglaufen und sich im schlimmsten Fall verletzten. Frühzeitig Gassirunden sind ratsam. In der Wohnung sollten genügend Rückzugsmöglichkeiten geschaffen werden. Wichtig: Das Tier sollte niemals allein zu Hause bleiben.

Für ängstliche Kandidaten ist es ratsam, für eine gemütliche und familiäre Atmosphäre zu sorgen. Etwas Musik, vielleicht ein eingeschalteter Fernseher, wenig Lärm und vor allem der Schutz der Besitzer und vertrauter Gäste. In extremen Fällen sollte der Tierarzt des Vertrauens hinzugezogen werden. Tipps und beruhigende Medikamente können Abhilfe schaffen, damit alle entspannt ins neue Jahr rutschen können.

Im Ernstfall haben viele Tierheime Bereitschaft

Für den Ernstfall ist die SOS Hundhilfe Prignitz vorbereitet. „Wir sind erreichbar und haben Bereitschaft“, sagte Cornelia Grothe. Doch es gibt schon jetzt Einschränkungen: „Wir nehmen nur noch Fundtiere auf“, sagte die Tierschützerin. Die Kapazitäten der Einrichtung sind schon jetzt überlastet. Wer jedoch ein entlaufendes Tier findet, es einfängt oder in guten Händen wissen möchte, kann die Rufnummer 0173/6 14 56 18 im Notfall anrufen.

Das Gleiche gilt für Besitzer, die ihren Liebling vermissen. Sie können Bekannte informieren, Auffangstationen anrufen und sich im zuständigen Polizeirevier melden. So finden Haustier und Besitzer wieder schnell zusammen und alles bleibt nur ein großer Schreck.

Von Julia Redepenning

In Lenzen gibt es aus uralter Zeit einen besonders sicheren Platz zum Feiern.

29.12.2019

Trotz heftiger Diskussionen und der Forderung der Deutschen Umwelthilfe nach einem Verbot darf in der Prignitz weiterhin Feuerwerk abgebrannt werden. In der Region ist noch in allen Märkten die Pyrotechnik im Sortiment, das ist deutschlandweit nicht überall so.

27.12.2019

Die Polizei steht vor einem Rätsel: Ist das Auto gestohlen? Nach einem Unfall am Mittwochabend auf der B189 bei Groß Pankow fehlt von dem Fahrer jede Spur. Der Halter will damit nichts zu tun haben.

26.12.2019