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Prignitz Autisten bekommen ein neues Zuhause
Lokales Prignitz Autisten bekommen ein neues Zuhause
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16:22 19.08.2013
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Stepenitz / Groß Woltersdorf

Noch in diesem Jahr will der Träger von Haus 8 auf dem Gelände des Evangelischen Stiftes Marienfließ in Stepenitz, wo zurzeit sechs Autisten von zehn Mitarbeitern betreut werden, in das neue Gebäude in der Groß Woltersdorfer Straße Am Märchenwald einziehen. Hier stehen elf Betreuungsplätze zur Verfügung und auch die Zahl der Mitarbeiter soll dann aufgestockt werden.

"Wir gehen mit schwerem Herzen", betont Stricker. Die Zusammenarbeit mit Seniorenheimleiter Ralf Knacke und der Stiftsleiterin Uta Gliffe in Stepenitz sei sehr gut gewesen. Das Problem sei aber, dass das CJD, als es im März 2010 mit der Arbeit mit Autisten in Haus 8 begann, eine Perspektive im Auge hatte. "Wir wollten immer in das größere Haus 12 umziehen", erklärte der Bereichsleiter. Diese Option habe sich im vergangenen Sommer zerschlagen: Die über den Fördertopf Leader beantragten Zuschüsse für den Umbau wurden abgelehnt. "Und ohne Fördermittel kann das CJD die nötigen rund 500000Euro nicht stemmen."

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HOCHSPEZIELLE ANFORDERUNGEN

 Die Hilfegrade der Menschen mit Autismusspektrumsstörungen, die vom CJD betreut werden, sind laut Patrick Blumenthal, Bereichsleiter Autismus beim CJD Prignitz, sehr individuell: Die sechs Bewohner haben eine zusätzliche geistige Behinderung und komorbide Störungen wie Tourette, ADHS, Epilepsie oder Zwangsstörungen.

Die sechs Autisten in Stepenitz werden rund um die Uhr von zehn hochspezialisierten Mitarbeitern betreut. Für die Wohnstätte in Groß Woltersdorf sind voraussichtlich elf weitere Mitarbeiter nötig. „Sie müssen sich zudem zwei Jahre qualifizieren“, sagt der Bereichsleiter.

Der Betreuungsaufwand für Autisten lässt sich laut Blumenthal nur sehr schwer vermitteln, weil man ihnen ihre Behinderung nicht ansieht – anders als bei Menschen mit körperlichen Handicaps. Zudem gibt es hochintelligente Autisten, die sogar Doktortitel haben – und die sich nicht die Schuhe zubinden können.

Die Nachfrage nach weiteren Betreuungsplätzen lässt sich laut Blumenthal schlecht einschätzen, es gebe aber kaum andere Träger, die diesen sehr speziellen Bereich anbieten. „Ich habe fast wöchentlich Anrufe von Eltern, die einen Platz für ihr Kind suchen.“

Für die neue Wohnstätte kann das CJD auf eine lange Warteliste zurückgreifen. „Wir müssen gucken, ob es passt“, sagt Blumenthal. Die Bewohner sollen sich wohlfühlen, denn die Wohnstätte ist für sie Familienersatz. bat

Dass das Obergeschoss nur über eine Außentreppe zu erreichen ist, machte Stricker zunächst stutzig, dann sah er es als positive Lösung: "Oben können die selbstständigeren Bewohner leben und dort können wir den Förderraum einrichten." Mit der Lage in Groß Woltersdorf ist er mehr als zufrieden: "Stepenitz ist doch recht weit weg, das war für die inhaltliche Arbeit schwierig." So seien die Klienten nicht in den Genuss des therapeutischen Angebotes mit Pferden in Hoppenrade gekommen. "Das war aufgrund der Distanz nicht umsetzbar", sagt Stricker.

Von Beate Vogel

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