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Prignitz Wunderblutkirche Bad Wilsnack: Wettbewerb für Künstler
Lokales Prignitz Wunderblutkirche Bad Wilsnack: Wettbewerb für Künstler
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18:01 06.02.2020
Das Kapellenfenster, von außen ist die ursprüngliche Form zu erkennen. Quelle: Bernd Atzenroth
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Bad Wilsnack

Es ist ein ambitioniertes Vorhaben: Gleichzeitig mit einem großen künstlerischen Anspruch unterwegs zu sein und dabei auch die Menschen vor Ort einzubeziehen – das ist eine Zielsetzung des jetzt gestarteten Künstlerwettbewerbs zur Neugestaltung von sieben Fenstern in der Kapelle und der Sakristei der Wunderblutkirche in Bad Wilsnack. https://www.maz-online.de/Lokales/Prignitz/Wunderblutkirche-Bad-Wilsnack-Frisches-Geld-fuer-die-Kapellenfenster-und-Arbeiten-im-Inspektorenhaus

„Gerade, wenn wir davon ausgehen, dass die Lösung spannend wird, wollen wir das kommunizieren“, betont Dombaumeisterin Regine Hartkopf, „die Akzeptanz vor Ort ist wichtig.“

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Die große Chance, etwas neu zu gestalten

Schon die Zusammensetzung der Jury, die zeitnah berufen wird, soll das reflektieren. Zudem ist noch für das erste Halbjahr ein öffentliches Symposium geplant – auch hier sollen Fachleute, Kunsthistoriker und Archäologen zu Wort kommen wie die Akteure vor Ort und in der Kirchengemeinde.

Die drei Fenster in der Kapelle, in der jetzigen Form aus den fünfziger Jahren. Quelle: Bernd Atzenroth

Pfarrerin Anna Trapp sieht eine große Chance. Bei der Restaurierung der Kirche gehe es vor allem darum, das zu erhalten, was es schon gibt. „Aber hier haben wir die große Chance zu gestalten. Wir können die Jetztzeit hier einbringen“, sagt sie. Und damit neue Akzente setzen, die in die Zukunft wirken.

Kapelle war in einer Pilgerkirche früher das Herz der Kirche

Das aber immer im Bewusstsein um die Bedeutung der Kirche. „Das ist eine Kirche mit unglaublich wertvoller Verglasung“, sagt die Dombaumeisterin, „ein Bauwerk, das gebaut worden ist, um weit in den europäischen Raum zu strahlen.“ Bad Wilsnack war ein Wallfahrtsort für Pilger aus allen Himmelsrichtungen, bis die Reformation dem ein Ende bereitete.

Die Kapelle war in einer Pilgerkirche früher das Herz der Kirche. In der Kapelle der Wunderblutkirche existiert noch ein bemalter, verzierter Schrank, in dem einst die Hostien aufbewahrt wurden. Jetzt soll daraus ein Raum werden, „wo man ankommen kann“.

„Wir wollen einen Raum schaffen, der anspricht“

Regine Hartkopf: „Wir wollen einen Raum schaffen, der anspricht.“ Und dabei spielt die künstlerische Gestaltung der drei Fenster eine große Rolle. In ihrer jetzigen Form stammen sie aus den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. „Die Fenster sollen gestaltet werden von Künstlern, die in der Lage sind, sich dem Thema inhaltlich zu nähern.“ Ausgelotet werden soll dabei das Spannungsfeld zwischen Pilgern damals und dem anders motivierten Pilgern heute, aber auch zum evangelischen Glaubensbekenntnis. Pfarrerin Anna Trapp: „Wir wollen dem Raum seine Spiritualität zurückgeben.“

Ein überzeugendes und hoch angesiedeltes Vorhaben

Der breite Einbezug regionaler wie überregionaler Akteure und der Aspekt, dass hier im historischen Gebäude etwas Neues geschaffen werde, hatte auch die Sparkasse Prignitz und die Ostdeutsche Sparkassenstiftung überzeugt, das Vorhaben finanziell zu unterstützen, wie der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Prignitz, Andre Wormstädt, dazu meinte.

An der Wunderblutkirche in Bad Wilsnack wird noch einige Jahre gewerkelt. Quelle: Bernd Atzenroth

Wie hoch das ganze Vorhaben auch in anderer Hinsicht angesiedelt ist, macht eine Äußerung von Torsten Jacob, Amtsdirektor des Amtes Bad Wilsnack-Weisen, deutlich: „Wir wünschen dem Projekt denselben Erfolg wie in Köln oder Naumburg“, sagte er, „und wir wünschen dem Projekt, dass man später hierher kommt, um sich das Kunstwerk anzusehen.“ Amt wie Stadt unterstützen das Gesamtvorhaben uneingeschränkt.

Erst die inhaltliche Arbeit, dann die Entwürfe

Ein geeigneter Künstler soll nach dem Symposium ausgewählt werden. Es werde inhaltlich gearbeitet, dann folgten die Entwürfe, erklärt dies die Dombaumeisterin. „In diesem Jahr wird es ein entwurfliches Ergebnis geben“, fährt sie fort. Nicht sicher ist sie, ob auch die künstlerische Umsetzung noch 2020 abgeschlossen werden kann. Eins aber ist klar: Im nächsten Jahr steht die Einweihung der Wunderblutkapelle an. Zusammen mit der Sakristei solle sie „eine Klammer bilden“. Beide seien für Besucher offen und ergänzten sich.

Von Bernd Atzenroth

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