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Prignitz Uhe und Hoffmann: Bekenntnis zu den drei Prignitzer Gymnasien
Lokales Prignitz Uhe und Hoffmann: Bekenntnis zu den drei Prignitzer Gymnasien
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19:23 21.02.2020
Das Perleberger Gottfried-Arnold-Gymnasium. Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg

Es war, wie es Hartmut Lossin, Kreistagsmitglied vom Kreisbauernverband, ausdrückte, eine „interessante Diskussion“ am Dienstag im Kreisschulausschuss – und sie fand einen Nachhall zwei Tage später im Kreisausschuss: Im Schulausschuss hatte sich bei der Debatte über die erste Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung für die Jahre 2017 bis 2022 ein Gedankenaustausch über die Zukunft der Prignitzer Gymnasien entsponnen, den Lossin ins Rollen gebracht, für den er aber auch klaren Widerspruch geerntet hatte.

Zwar geben die momentanen Schülerzahlen und die Prognosen eine Standortdiskussion gar nicht her, doch wollte Hartmut Lossin dennoch ein Nachdenken darüber anstoßen, ob die derzeitige Schulstruktur noch die richtige für die Region sei. Darüber müsse in den kommenden zwei Jahren im Vorfeld der neuen Schulentwicklungsplanung für die Jahre nach 2022 diskutiert werden.

Hartmut Lossin: „Wir haben zwar die Schülerzahlen, aber drei Standorte für Gymnasien kosten viel Geld“

Lossin erneuerte einen Vorstoß seines Kreisbauernverbandes im Vorfeld der Kommunalwahl 2019. „Wir haben zwar die Schülerzahlen, aber drei Standorte für Gymnasien kosten viel Geld“, sagt er. Und wenn eines der Gymnasien zu klein werde, stelle sich die Frage, ob dort noch die ganze Bildungspalette angeboten werden könne. „Perspektivisch ist es möglich, die Sekundarstufe 2 auf Pritzwalk und Wittenberge zu verteilen“, sagte Lossin auf MAZ-Nachfrage.

Das Pritzwalker Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium. Quelle: Bernd Atzenroth

Allerdings wolle er damit keineswegs „eine Schule wegdiskutieren“. Er zeigte sich auch für ganz andere Ideen offen, etwa einen Schulverbund oder gar den Neubau einer ganz neuen und topmodernen Schule. Und falls man sich für den Erhalt aller drei Standorte weiter entscheide, werde er dem nicht entgegenstehen.

Gordon Hoffmann: „Die Diskussion aufzumachen, halte ich für verantwortungslos“

Gordon Hoffmann (CDU) , Vorsitzender des Bildungsausschusses brachte für Lossins Ansinnen keinerlei Verständnis auf. Auf absehbare Zeit gebe es keinerlei Grund, für eine solche Debatte. „Deshalb stehen wir ohne Wenn und Aber zu den drei Standorten. Wir haben beim Standort Perleberg vor kurzem noch die Dreizügigkeit gefordert und haben dort eine sehr stabile Zweizügigkeit“, sagte Hoffmann, „die Diskussion aufzumachen, halte ich für verantwortungslos, denn so ein Standort stirbt nicht mit dem Schließungsbeschluss.“

Das Marie-Curie-Gymnasium Wittenberge Quelle: Bernd Atzenroth

Auch Landrat Torsten Uhe hält eine Standortdiskussion für nicht gerechtfertigt. Der Grund: „Wir haben fast überall Schüleraufwuchs.“ Habe es 2013/2014 noch 6194 Schüler gegeben, so werden es 2021/2022 dann 6618 sein. Und: „Das wird sich in den Jahren nach 2022 fortsetzen.“ Dazu lagen den Ausschussmitgliedern aber noch keine Zahlen vor – schließlich befanden sie über die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung, die bis ins Jahr 2022 reicht. Hierzu fasste der Kreisausschuss wie auch schon der Schulausschuss einen einstimmigen Beschluss.

Torsten Uhe: „Es besteht ja gar keine Not, sich diesem Thema zuzuwenden.“

„Wir kennen als Verwaltung schon die Prognose bis etwa 2030 bis 2033“, sagte Torsten Uhe weiter. Und: Aus den Grundschulen kommen die Schüler irgendwann in den weiterführenden Schulen an. Bis 2030 seien alle Standorte „relativ sicher“, betonte Uhe, der klar daraus schlussfolgerte: „Es besteht ja gar keine Not, sich diesem Thema zuzuwenden.“

Dass es der Kreiskulturausschuss trotzdem tat, hat laut Torsten Uhe einen eindeutigen Grund: „Die kannten die Zahlen noch nicht.“ Der Landrat versprach daher im Kreisausschuss, auf der nächsten Sitzung des Schulausschusses die Prognose bis zum Jahr 2033 aufzuzeigen. Uhe: „Daran wird sich die Diskussion ordentlich führen lassen.“ Über die Qualität von Bildung zu diskutieren, findet aber auch der Landrat richtig.

Von Bernd Atzenroth

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