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Prignitz Berge soll zentraler Ort werden
Lokales Prignitz Berge soll zentraler Ort werden
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00:36 03.03.2018
Unter anderem mit seinem Schwimmbad erfüllt Putlitz eine Grundfunktion. Bald könnte die Stadt wieder ein Grundzentrum sein. Quelle: Bernd Atzenroth
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Putlitz/Berge

Wenn nach dem Beschluss des Landesentwicklungsplanes Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP-HR) wieder Grundzentren zugelassen werden, will das Amt Putlitz-Berge zwei davon – Putlitz und Berge. Entsprechend sei die Stellungnahme des Amtes zum Planentwurf verfasst, so Amtsdirektor Hergen Reker im Amtsausschuss am Dienstagabend. Er hatte jetzt an einer Beratung des Städte- und Gemeindebundes dazu teilgenommen.

Im LEP-Entwurf werden laut Reker auf vier Seiten „Grundfunktionale Schwerpunktorte“ – vergleichbar mit den bisherigen Grundzentren – behandelt. „Es soll so sein, dass die Regionalen Planungsgemeinschaften künftig festlegen sollen, welche Kommune ein ’Grundfunktionaler Schwerpunkt’ werden soll – ähnlich wie früher bei den Grundzentren“, berichtete Reker.

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Status für Orte mit Versorgungsfunktion

Die finanzielle Förderung der Grundzentren war vor mehr als zehn Jahren vom Land abgeschafft worden. Nun sollen Orte mit einer entsprechenden Funktion wieder unterstützt werden. „Das sind Orte zum Beispiel mit Hausarzt, Kita, Grundschule und Angeboten zur Versorgung der Grundbedürfnisse, die für das Umland Bedeutung haben“, erläuterte der Amtsdirektor.

Da neben Putlitz, das einst Grundzentrum war, auch Berge Grundfunktionen erfülle – es gibt einen Hausarzt, eine Bank, eine Grundschule und ein Kita – ist das für Amtsdirektor Reker eine klare Sache. Allerdings: „An einer Stelle im Planentwurf ist formuliert, dass es pro Verwaltungseinheit nur einen ’grundfunktionalen Schwerpunkt“ geben soll.“ Das beschränke ungemein. Berge habe es aber verdient, den Titel zu bekommen.

Grundzentren bekommen pauschal 100 000 Euro

Auch könnte die Entscheidung für die „Grundfunktionalen Schwerpunkte“ Auswirkungen auf die Ausweisung von Bauflächen haben. Die ist bisher bei dezentralen Orten auf 0,5 Hektar je 1000 Einwohner begrenzt. „Mit dem neuen LEP-HR könnte es da 50 Prozent Zuschlag geben – das ist ein entscheidender Punkt“, so Reker. Zwar freue ihn, dass alle ehemaligen Grundzentren wieder welche werden könnten und pauschal 100 000 Euro im Jahr ausgereicht werden sollen. „Aber bis das irgendwann in die Praxis umgesetzt wird, ist es 2020.“

Mitte März soll es in Treuenbrietzen eine weitere Veranstaltung des Städte- und Gemeindebundes zum Thema geben. Bis Anfang Mai haben die Kommunen Zeit, ihre Stellungnahmen zum LEP-HR abzugeben.

Von Beate Vogel